Freitag, 01.06.2018

In die Rolle von EU-Politikern schlüpfen

Leserbrief

Goslar. Sich einmal wie ein Politiker fühlen: mit anderen Abgeordneten diskutieren, über Gesetzesvorschläge abstimmen und der Presse Rede und Antwort stehen. Dieses Gefühl konnten am Donnerstagvormittag 29 Schülerinnen und Schüler der Berufsbildenden Schulen (BBS) am Stadtgarten im Planspiel „Destination Europe“ erleben. Das Diskussionsthema war brandaktuell: Es ging um die Flüchtlings- und Asylpolitik, sowie um Fragen wie Aufnahmebedingungen und -willigkeit der einzelnen EU-Staaten. Jeder Schüler übernahm die Rolle eines Landes. Dabei mussten die Parlamentarier auf Probe ihre eigenen Ansichten hinten anstellen. Denn die Positionen der einzelnen Länder waren vorgegeben und mussten umgesetzt werden. Aufgeteilt in die Kommission, das Europäische Parlament und den Ministerrat simulierten die Schüler Teile des Gesetzgebungsprozesses.

Rasende Reporter

Vier Schüler hatten eine besondere Aufgabe: Franziska Puse-Jahn, Sven Ludwig, Andreas Simon und Mert Gültepe waren als rasende Reporter unterwegs und berichteten auf ihrem Internet-Blog, der mit zum Spiel gehörte, von den Parlamentssitzungen. Der 20-jährige Sven wurde zum Chefredakteur erkoren und erklärte ihr Konzept folgendermaßen: „Es ist uns wichtig, die Artikel gut verständlich zu schreiben, damit niemand das Interesse verliert.“

Kevin Kort, der vorher politisch nicht interessiert war, konnte in der Rolle des EU-Kommissionspräsidenten aufgehen. Mit dem Planspiel bekam der 18-Jährige einen Überblick über die politischen Zusammenhänge der Europäischen Union. Der 18-jährigen Dalin Droste gefiel an dem Projekt, dass sie etwas über die Gesetzgebung in der EU erfahren hat, was sie im normalen Schulunterricht nicht gelernt hätte.

In den Diskussionen haben die Schüler am eigenen Leib erfahren, dass es viel Ausdauer braucht, bis ein Gesetzesvorschlag angenommen wird. Sie waren sich einig, dass die Diskussionen schon ziemlich zäh und langatmig sein können. Außerdem sagten einige der Schüler, die kurz vor dem Abschluss stehen, dass jüngere Schüler noch mehr von dem Planspiel profitieren könnten.

Judith Busch und Florian Aue waren als freie Referenten vom Institut für internationale Bildung „civic“ für die Organisation des Planspiels verantwortlich, das von der Europäischen Kommission gefördert wird. Sie erzählen, dass Jugendliche spielerisch lernen sollen, wie die EU funktioniert und in der Praxis ein Gefühl für Verhandlungen bekommen sollen.







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