Mittwoch, 13.06.2018

Gummibärchen auf Mexikos Sieg gesetzt

Leserbrief

Noch drei Mal schlafen, dann wird es ernst: Die deutsche Fußballnationalmannschaft tritt in Moskau gegen das Team aus Mexiko an. Die Chancen stehen gut, dass Deutschland das erste Spiel als Sieger verlässt, die zentralamerikanische Mannschaft hat schließlich noch nie eine Fußball-WM gewonnen.

Fußball gucken

Wie schätzen aber Mexikaner ihre Chancen ein? Die Junge Szene hat sich bei Carlos Vega und Alfredo Molina umgehört. Die zwei 16-jährigen Jungs kommen aus der mexikanischen Stadt Guadalajara und haben das vergangene Schuljahr in Bad Harzburg am Niedersächsischen Internatsgymnasium (NIG) verbracht.

Werden die beiden Zehntklässler überhaupt das Fußballspiel schauen? „Natürlich!“, antworten die Beiden einstimmig. Alfredo wird es zu Hause gucken, denn vor einigen Tagen ist er zurück in seine Heimatstadt geflogen; sein Auslandsjahr ist bereits um. Er plant, entweder mit seinen Freunden und seiner Familie zum Public Viewing zu gehen oder vor dem Fernseher dem mexikanischen Team die Daumen drücken.

Für Carlos wird es anders sein: Der Schüler bleibt noch bis zum 28. Juni in Deutschland. Während seine Kumpels natürlich auf Jogis Jungs setzen, betet er für die mexikanische Mannschaft. „Mexiko ist gut, aber die Chance gegen Deutschland ist leider nicht allzu hoch. Wir sind in der Abwehr nicht so gut“, analysiert er.

Trotz der Kritik am Team von Trainer Juan Carlos Osorio sind die beiden Schüler optimistisch, dass ihre Mannschaft gewinnt. Alfredo tippt auf ein eindeutiges 2:0 für Mexiko. Carlos ist immerhin der Meinung, dass Deutschland ein Tor schießt. Sein Tipp lautet 2:1.

Bei den doch sehr niederschmetternden Vorhersagungen für die deutsche Mannschaft muss sich auch Eva Dietrich, Internatsleiterin des NIGs, zu Wort melden, die an dem GZ-Gespräch teilgenommen hat. Sie versucht die Jungs von den Stärken der Nationalelf zu überzeugen, schließlich haben wir ja die WM vor vier Jahren gewonnen. Alfredo kontert darauf, dass das nicht unbedingt für Deutschland sprechen würde, denn meistens käme der Sieger der vergangenen WM nicht über die Gruppenphase hinaus. „Bei Spanien war es genauso. Die Mannschaft hat die WM 2010 gewonnen, vier Jahre später sind sie nach nur zwei Spielen in der Vorrundenphase rausgeflogen“, sagt er.

Und Alfredo kennt sich wirklich gut aus mit Fußball: Mit drei Jahren war er das erste Mal im Stadion und hat gemeinsam mit seinem Vater ein Spiel seiner mexikanischen Lieblingsmannschaft gesehen. Danach hat er auch selbst begonnen, das runde Leder über den Platz zu kicken. Sogar während seiner Zeit in Deutschland ist er der TSG Bad Harzburg beigetreten und hat dort regelmäßig Fußball gespielt.

Carlos ist nicht ganz so fußballverrückt, verfolgt die Sportart nur zum Spaß. Aber auch er kickt gern in seiner Freizeit und seine Tricks auf dem Platz können sich ebenfalls sehen lassen.

Die beiden Schüler, die sich bereits seit zwölf Jahren kennen, sind sich sicher, dass Deutschland verlieren wird. Carlos ist sogar so sehr davon überzeugt, dass er mit der Internatsleiterin eine Wette eingeht: Wenn Deutschland am Sonntag gewinnt, bekommt Eva Dietrich eine Tüte Gummibärchen. Wenn Mexiko hingegen gewinnt oder das Spiel unentschieden ausgeht, bekommt der 16-Jährige Süßigkeiten.

Outfittechnisch auch gut vorbereitet

Auch wenn man Carlos seine Gummibärchen wirklich gönnt, hofft man natürlich für die deutsche Mannschaft, dass er die Wette verliert. Outfittechnisch haben sich er und sein Kumpel Alfredo jedenfalls schon gut auf das Spiel vorbereitet. Carlos trägt das mexikanische Auswärts-Trikot von vor zwei Jahren und Alfredo das aktuelle Heim-Trikot. Also kann am Sonntag aus Sicht der beiden nichts mehr schief gehen.







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