Freitag, 08.06.2018

Fun Factory sagt „Danke und Adios“

Leserbrief

Bad Harzburg. Seit Donnerstagnachmittag ist es offiziell: Inhaber Frank Hintze und das Team der Fun Factory haben auf ihrer Facebookseite das Aus der Bad Harzburger Disco bekannt gegeben. Mit einem emotionalen Posting und einem Rückblick-Video auf die vergangenen zwei Jahrzehnte verabschieden sie sich von „den besten Gästen, die man haben kann“.

Außerdem bedanken sie sich „für all die großartigen Augenblicke seit 1999“ und wünschen ihren Wegbegleitern für die Zukunft, dass sie „schön links fahren“.

Was für die Facebook-Nutzer mehr oder weniger überraschend kam, habe sich in der vergangenen Zeit angebahnt, erzählt Hintze im GZ-Gespräch. Der Umsatz sei stark gesunken, der Ruf der Diskothek habe sich immer weiter verschlechtert. „Leider haben uns die Leute kaputtgeredet“, meint der Inhaber. „Es hieß, wir seien angeblich nur noch eine Kinderdisco oder ein Türkenladen“, sagt Hintze, dem die Enttäuschung deutlich anzuhören ist.

Er erzählt, dass er und seine Mitarbeiter versucht hätten, vor allem mit Abi-Events jüngere Partygäste anzulocken. Doch diese Veranstaltungen seien nicht sehr vielversprechend gewesen. „Wir mussten einsehen, dass es keinen Sinn mehr hat, darum haben wir die Reißleine gezogen“, sagt Hintze.

Umsatz stimmt nicht

Schuld, dass der Umsatz nicht mehr gestimmt hat, sei zudem das veränderte Ausgehverhalten. „Früher hat man sich mit seinen Freunden spontan getroffen. Man ist einfach losgezogen und hat mehrere Locations abgeklappert“, sagt der Bad Harzburger. Heutzutage sei ein Zug durch die Discos wegen der Eintrittspreise gar nicht mehr möglich. „Hinzu kommt die Lage der Fun. Wenn die Jugendlichen von Goslar oder Bad Harzburg mit dem Taxi hierher fahren, dann ist das ganz schön ins Geld gegangen“, erzählt Hintze.

Das Problem sieht auch Kreisjugendpfleger Holger Fenker. Im Telefon-Gespräch mit der GZ ist er betroffen, dass die Bad Harzburger Disco schließt. Einer der Gründe ist für ihn, dass die Jugendlichen im Landkreis nicht mehr so mobil seien. „Es ist schade, wenn Angebote, die junge Leute ansprechen, schließen. Es gibt nicht mehr in jeder Gemeinde eine Disco. Also müssen wir uns die Frage stellen, wie die Jugendliche Läden erreichen, die weiter weg sind“, sagt der Kreisjugendpfleger.

In Gesprächen mit Jugendlichen sei Fenker aber schon vor längerer Zeit aufgefallen, dass die Fun Factory „kein Magnet mehr ist“, der viele Jugendliche zum Feiern anlockt.

"Ab sofort geschlossen"

Aus all diesen Gründen zieht Frank Hintze einen Schlussstrich. Auf der Facebook-Seite wird eine Frage besonders oft gestellt: „Was ist mit einer Abschiedsparty?“ Dazu hat Hintze eine klare Meinung. „Die Disco ist ab sofort geschlossen. Es wird keine Closingparty geben. Das würde nur noch mehr wehtun“, sagt er traurig.

Über die Zukunftsplanung für das Gebäude im Gödeckekamp 4 kann Hintze keine Auskünfte geben. Was nach der Fun Factory kommt, ist noch nicht klar.







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