Freitag, 04.10.2019

Eine Orgel entsteht im Klassenraum

Leserbrief

Goslar. Es ist eines der ältesten Instrumente der Welt und wurde schon zu römischen und griechischen Zeiten in den Arenen gespielt – die Orgel. Vor zehn Jahren kam ein niederländischer Orgelbauer auf die Idee, ein kleines Orgelwerk für junge Leute zu bauen, das dann selbst zusammengesetzt werden kann – das Projekt machte europaweit Furore.

Jüngst war der Bockenemer Kreiskantor Christoph Pannek mit der Orgelkiste in die 8.3-Klasse von Musikpädagogin Emma Noll am Christian-von-Dohm-Gymnasium gekommen: „Wir bauen das größte Instrument der Welt – schaffen wir das?“, so fragte Pannek zum Einstieg. Klar.

120 Einzelteile sortieren

Eine Arbeitsgruppe setzt die Tastatur für das kleine Instrument zusammen.
Zunächst galt es, die 120 Einzelteile zu sortieren: Ein Rahmen musste gebaut, Tasten und Pfeifen sortiert und bereit gelegt werden. Schnell waren vier Arbeitsgruppen gebildet, die nach schriftlichen Bauanleitungen die Windanlage, die Bälge für die Luft, den Rahmen sowie Tastatur und Pfeifen zusammenfügten. „Bei der Orgel wird die Luft nicht gepumpt, sondern geschöpft“, berichtet der Kreiskantor. „Und der Schöpfer heißt Calcant“, tönt es aus Schülermund.

Dann ist Zusammenarbeit angesagt: „Wir haben drei Etagen“, erläutert Pannek, „Windanlage, Tastatur und Pfeifenwerk.“ Zunächst fügen die Schüler die Windanlage zusammen: „Moment, du musst das Plastikrohr anders rum draufsetzen“, heißt es – und siehe da, nun klappt’s. Dann wird die Fingerspitzengefühl ist beim Einsetzen der Verbindungsdrähte gefragt.
Tastatur eingelegt, anschließend bekommt jeder einen kleinen Verbindungsdraht, die Abstrakte, in die Hand und hängt diese Verbindung von Taste zum Pfeifenventil „gaaanz voorsichtig“ ein. „Roman, das ist falsch rum“, schallt es denn schon mal. Nun sind die Pfeifen dran: „Johannes, du hast die richtige Größe für einen Orgelbauer“, meint Pannek, als Johannes die Pfeifen sanft von oben festklopft. Als alle Pfeifen stehen, wird probiert – Moment, da sind zwei vertauscht...

Nach einer guten Stunde ist das Werk vollbracht, Emma Noll bittet zum Spiel – so spannend kann Unterricht sein.









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