Freitag, 29.06.2018

Ein Projekt, das Generationen verbindet

Leserbrief

Goslar. Ein herzliches Dankeschön gab es am Donnerstagabend für Abiturientinnen des Christian-von-Dohm-Gymnasiums (CvD) im wahrsten Sinne des Wortes. Passend zum Beginn des Schützenfestes erhielten die ehemaligen Schülerinnen im Seniorenheim Abendfrieden ein Lebkuchenherz. Seit einigen Jahren sind sie Mitglied in dem Sozialprojekt „Hilfe durch Schülerinnen und Schüler“ und planen in diesem Kreis Veranstaltungen in dem Goslarer Alten- und Pflegeheim. Jeden letzten Donnerstag im Monat helfen sie dort bei der Essensausgabe.

Persönliche Kellner

Bei den regelmäßigen Treffen im Seniorenheim bringen die Schüler das Essen an die Tische, setzen sich zu den älteren Menschen, helfen ihnen wenn nötig beim Schneiden und unterhalten sich mit ihnen, wie die Teilnehmer der Arbeitsgemeinschaft erklären. Abiturientin Josefine Kaiser fasst es mit den Worten „Wir sind wie Kellner, nur persönlicher“ zusammen.

Als die Schülerinnen in der vergangenen Woche ihre Abiturzeugnisse erhielten, wurden Anna Jankowski, Josefine Kaiser, Carolin Kluger, Christiana List, Milena Lorenz und Patrizia Popp für ihr soziales Engagement geehrt: Sie bekamen ein Zertifikat, das ihre jahrelange Teilnahme an dem Hilfsprojekt bescheinigt.

Die Anfänge hatte die Arbeitsgemeinschaft bereits im Jahr1980, wie das verantwortliche Lehrer-Ehepaar Annegret und Stefan Kutsche erklärt. Damals begannen sie mit einer Geschenk-Aktion zu Weihnachten, bei der Schüler Pakete befüllten und verteilten. Bis heute gebe es noch diese Aktion und sie habe andere Schulen zum Mitmachen angeregt, sagen die Lehrer, die seit knapp drei Jahren im Ruhestand sind.

Vor einigen Jahren entwickelte sich nun die Zusammenarbeit mit den Senioren, die über die monatlichen Essensaktionen hinausgeht. Die Schüler veranstalten Quiznachmittage, an denen sie gegen die älteren Leute antreten und Fragen zu verschiedenen Themengebieten beantworten müssen. In der Vergangenheit organisierten sie zudem Vorlesenachmittage. „Einige von uns kommen die Senioren oft besuchen, gehen mit ihnen spazieren und haben ein sehr gutes Verhältnis zu ihnen aufgebaut“, berichtet Josefine.

Doch wie finden eigentlich die Senioren die regelmäßigen Aktionen der Schüler? „Prima“, heißt es von Gisela Ose. Die 94-Jährige freue sich immer, wenn die Schüler vorbeikommen. Sie sagt, dass viele Leute eine falsche Vorstellung vom Leben im Altersheim hätten und sich so die Jüngeren ein eigenes Bild davon machen könnten. Juliana Hädrich findet es wichtig, den Draht zur Jugend nicht zu verlieren. „Ich spreche viel mit den Jugendlichen, um deren Denkweisen zu verstehen. So kann ich noch am Zeitgeschehen teilnehmen“ erzählt die 97-Jährige.

Nachwuchs gesucht

Das Lehrer-Ehepaar Kutsche betont, dass die Arbeitsgemeinschaft keine reine CvD-Veranstaltung sei. Jeder, der mitmachen und sich um Senioren kümmern möchte, hätte die Möglichkeit dazu. Da einige der sechs Abiturientinnen nun ihrer Heimatstadt den Rücken zukehren und zu neuen Ufern aufbrechen, freuen sich die verbliebenden AG-Mitglieder über Jugendliche, die sich engagieren wollen – die Senioren ebenso.

Bei Interesse stehen die Kutsches für Fragen zur Verfügung. Ihr könnt euch telefonisch unter (05322)51793 oder per Mail an stefan.kutsche(at)gmx.de an sie wenden.







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