Mittwoch, 06.06.2018

Deutschland kennen und lieben gelernt

Leserbrief

Goslar. Dass die deutsche Sprache auch im Ausland gesprochen wird, zeigen die vier Jugendlichen Margarita Spanopulo, Clara Bossu, Camille Lamb und Kelan Coate. Die Schülerinnen und Schüler kommen aus Russland, Frankreich und den USA.

In ihren Heimatstädten Moskau, Besançon und Cleveland lernen an ihrer Schule bereits seit mehreren Jahren Deutsch. Nun sind sie nach Goslar gekommen, um ihre Sprachkenntnisse zu verbessern und die Kultur kennenzulernen. Die Jugendlichen leben jeweils drei, zwei und sechs Monate in Gastfamilien in der Kaiserstadt und besuchen die zehnte und neunte Klasse des Ratsgymnasiums (RG).

Unterschiede im Alltag

Auch wenn Frankreich ein Nachbarland von Deutschland ist, wurde der 15-jährigen Clara aus Besançon schnell klar, dass es zwischen den beiden Staaten kleine Unterschiede im Alltag gibt. Sofort fällt der Neuntklässlerin das Fahrrad ein, das mit zu den Lieblingsfortbewegungsmitteln der Deutschen zählt.

„In Goslar fahren alle mit dem Fahrrad. In Frankreich haben die Menschen zwar auch welche zu Hause, sie fahren damit aber meistens nicht. Sie nehmen eher den Bus oder das Auto“, berichtet die Französin, die mit ihrer Gastschwester Amina Wolter immer mit dem Fahrrad zur Schule fährt, aber auch in ihrer Freizeit viel damit in Goslar unterwegs ist.

Eine Leidenschaft für das Fahrradfahren hat auch Margarita entdeckt. Die 16-jährige Russin liebt es zudem, in der Umgebung spazieren zu gehen und sich verschiedene Städte anzuschauen. „Ich war schon in Hannover, Hamburg, Berlin und Leipzig, aber auch in kleineren Städten. Das ist ein großer Unterschied zu meiner Heimatsstadt Moskau. In Deutschland mag ich die kleinen Gebäude, die Natur und die frische Luft“, sagt die Zehntklässlerin.

Sportlich geht es auch bei Camille und Kelan zu. Die 17- und der 16-Jährige kommen von der gleichen Schule in Cleveland und haben sich zusammen für den sechsmonatigen Aufenthalt in Goslar entschieden. In ihrer Freizeit unternehmen die beiden Amerikaner gemeinsame Ausflüge mit ihren Gastfamilien. „Wir sind auf den Brocken gewandert und haben an Stadtführungen teilgenommen“, sagt Camille. Die Zehntklässlerin erkundet die heimischen Wälder gern hoch zu Ross. Mit ihrer Gastschwester Leah Marie Hobbold unternimmt sie Reittouren.

Der Zehntklässler spielt zudem bei einem Goslarer Fußballverein. Er läuft aber selbst nicht nur dem runden Leder hinterher, sondern will sich die WM-Spiele auch anschauen. Dass sich die Mannschaft aus den USA in diesem Jahr nicht qualifizieren konnte, ist das kein Problem für ihn. „Bei der WM bin ich für die deutsche Mannschaft. Ich werde ihr die Daumen drücken“, erzählt Kelan.

Bleibender Eindruck

Für Camille und Kelan aus dem amerikanischen Bundesstaat Ohio steht jedenfalls fest, dass sie gern wieder nach Deutschland zurückkehren möchten, um mindestens hier Urlaub zu machen. Camille geht sogar noch weiter und sagt: „Ich kann mir vorstellen, mal für ein paar Jahre in Deutschland zu leben.“ Einen bleibenden Eindruck hat die Kaiserstadt auch bei Margarita hinterlassen. Ihr Rückflug ist zwar erst für den 30. Juni geplant, aber etwas wehmütig ist sie bereits jetzt. „Ich möchte noch gar nicht nach Hause. Ich werde Deutschland sehr vermissen“, sagt sie.

Eine richtige Freundschaft ist zwischen Clara und ihrer Gastschwester Amina Wolter entstanden. „Wir unternehmen viel zusammen und verstehen uns richtig gut. Im Sommer 2019 wird Clara wieder zu mir zu Besuch kommen“, erzählt die 15-jährige Goslarerin, die ihre Austauschpartnerin in einem Internetportal kennengelernt hat.







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