Montag, 19.03.2018

Das passende Instrument gefunden

Leserbrief

Goslar. Geige, Trompete oder doch lieber Klavier? Für viele Kinder und Jugendliche stellt sich irgendwann die Frage: „Welches Instrument will ich lernen?“ In Goslar ist spätestens dann die Kreismusikschule (KMS) die erste Anlaufstelle. „Der Anfang war schwer. Und es klang noch ziemlich quietschig“, erinnert sich Pia Speh. Die mittlerweile 16-Jährige hat mit sechs Jahren angefangen, Geige zu spielen.

Damit hat Pia eines der Instrumente gewählt, das laut KMS-Leiterin Katharina Busmann in der Musikschule aktuell auf Platz vier auf der Liste der am meisten belegten Instrumentengruppen steht. Auf Platz eins sind die Tasteninstrumente, gefolgt von Zupf- und Holzblasinstrumenten. Doch immerhin 148 von insgesamt 890 Instrumentalschülern nehmen derzeit im Schnitt Unterricht auf einem Streichinstrument an der KMS.

Geige ist der Favorit

Warum Pia sich für die Geige entschieden hat? „Ich habe zunächst beim Tag der offenen Tür verschiedene Instrumente ausprobiert. Aber die Geige hat mir einfach am besten gefallen“, sagt sie. Ihren ersten Unterricht habe sie in Salzgitter-Bad bekommen, dann sei sie zur Musikschule nach Goslar gewechselt. Bis heute pendelt die Salzgitteranerin jede Woche in die Kaiserstadt, um bei ihrer jetzigen Geigenlehrerin Maria Balajti Unterricht zu bekommen.

Das Interesse für klassische Musik bei Pia kommt nicht von Ungefähr. „In meiner Familie spielen alle ein Instrument. Daher war es selbstverständlich, dass auch ich eines lernen werde“, erzählt sie. Ganz ähnlich ist es bei Tim Bohnsack. Auch wenn er sich mit seinen acht Jahren für eine an der Musikschule sehr viel weniger gewählte Instrumentengruppe entschieden hat: Seine Posaune gehört zu den Blechblasinstrumenten. Derzeit bekommen im Monatsdurchschnitt nur 22 Schüler Unterricht auf solch einem Instrument an der KMS.

Tägliches Üben

„Meine beiden Onkel spielen Posaune, mein Vater Tuba. Da wollte ich auch Posaune lernen. Und zu Hause lag noch eine herum“, sagt Tim. Ta, ta, taaaa, tatata, taaaa, taaaa: Der junge Posaunenschüler gibt eine kleine Kostprobe seines Könnens. Unverkennbar erklingt die Titelmelodie des beliebten Filmklassikers „Star Wars“. Tim spielt erst seit zwei Jahren, hat – ähnlich wie Pia – mit sechs Jahren angefangen. Geübt wird, wenn es die Schule zulässt, täglich. Was ihn an dem Instrument besonders gut gefällt? „Dass es so schön laut ist“, sagt Tim und grinst verschmitzt. Momentan sei er allerdings in einer schwierigen Übergangsphase.

„Am Anfang war er noch zu klein für eine große Posaune. Der Arm war zu kurz für das Quartventil der Tenorposaune“, erklärt Tims Mutter, Anja Bohnsack. Das Quartventil sorgt bei der Posaune dafür, die Rohrlänge so zu verändern, dass eine chromatische Tonleiter, also in Halbtonschritten, gespielt werden kann. „Tim hat deshalb auf der kleinen, roten Alt-Posaune angefangen, die passte von der Größe. Jetzt wechselt er gerade auf die große Tenor-Posaune.“ Das sei nicht einfach.

„Die Töne liegen auf dem neuen Instrument nicht mehr da, wo sie vorher waren“, sagt Tim. „Star Wars“ klappe daher auf der Alt-Posaune noch etwas besser, als auf der neuen. Ehrgeiz und Freude an seinem musikalischen Hobby sind Tim anzumerken, wenn er darüber spricht.

Mit Erfolg dabei

Auch Pia ist mit Spaß und Erfolg dabei. Bereits fünf Mal habe sie am Wettbewerb Jugend Musiziert teilgenommen. Zweimal wurde sie zum Landeswettbewerb weitergeleitet. „Das beste Ergebnis waren 22 von 25 Punkten im Violin-Duo“, erzählt sie. Gerade studiert sie die „Scene de Ballet“ von Charles Auguste de Beriot ein. Ein Stück, in dem der Geiger verschiedenste Techniken zeigen kann.

„Mir gefällt an der Geige, dass sie so viel Abwechslung bietet. Es gibt tolle Solostücke, aber auch viel Kammermusik“, sagt Pia. Seit vier Jahren ist sie Mitglied im Kammerorchester der KMS. „Das Zusammenspiel macht großen Spaß. Wir sind ein echtes Team, in dem das Miteinander zum Musizieren fest dazugehört“, erklärt die Geigerin. Auch Tim hat erste Ensemble-Erfahrungen sammeln können. Wie etwa im Blasorchester oder in der Jazz-Band. „Es ist cool mit anderen zusammen zu spielen“, sagt er.

Wer ein Instrument lernen will, kann sich von montags bis donnerstags zwischen 10 und 17Uhr bei der KMS unter (05321)40540 melden.







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