Freitag, 29.06.2018

Das Recht des Blutes und die neutrale Schweiz

Leserbrief

Also, ich spiele nicht für Deutschland. Daher muss ich mich auch nicht politisch korrekt verhalten, weder bei der Kanzlerin noch beim befreundeten bayerischen Ausland und mit meinen Sangeskünsten schon gar nicht bei der Nationalhymne.

Zuweilen erlaube ich mir allerdings, für Deutschland auflaufende Kicker zu kritisieren. Wie etwa einen Toni Kroos, der sich dumm und dämlich verdient, aber noch nicht mal einen Pass aus fünf Metern zum (eigenen) Nebenmann bringt. Oder einen Ilkay Gündogan, der öffentlich einem Autokraten als „meinem Präsidenten“ huldigt, aber hinterher so tut, als sei er der größte Demokrat in deutschen Landen zwischen Oder und Entweder.

Mit Verlaub, ich bin im ersten Fall weder ein Neidhammel noch im zweiten ein Rechtspopulist. Die Neue Rechte kämpfe gegen den Patriotismus des Geburtsortsprinzips, der in Deutschland das Abstammungsprinzip, das „Recht des Blutes“, abgelöst habe, erklärt der Extremismusforscher Richard Gebhardt in der „Zeit“. Bei Poldi aus Gliwice, der ebenfalls Erdogan öffentlich beistand, war das noch anders. Aber der war ja ohnehin Prinz.

Und nochmal mit Verlaub, ein Standort-Patriot war ich schon immer. Meine Geburtsstadt ist Mönchengladbach, also auch meine Mannschaft. Und da bietet es sich jetzt natürlich an, der Schweiz den WM-Support zu geben, schließlich spielen da vier, bald sogar fünf Fohlen. Und dann bin ich auch fein raus aus all dem ideologischen Geplänkel – die neutrale Schweiz...

Obwohl, wenn ich es recht bedenke, weit komme ich da auch nicht. Wie ist das noch mit dem Ex-Fohlen Granit Xhaka, das nach seinem Tor gegen die Serben als albanischstämmiger Kosovare den Doppeladler-Jubel zelebrierte und 8680 Euro Strafe wegen politischer Provokation zahlen muss? Vielleicht sollte man einfach mal zu dem halten, der den besten Fußball in Russland spielt. Also doch Belgien.







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