Freitag, 28.07.2017

Blood, Sweat and Tears

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Der Einsatz und die Risikobereitschaft der Konzertveranstalter sind anzuerkennen und lobenswert. In dieser für den gesamten Landkreis schlimmen Woche mit (...)

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Das Welterbe am Rammelsberg feiert heuer sein 25-jähriges Bestehen und es ist jünger, frischer denn je. Zum einen, weil dort oben ein engagiertes Team die mehr als 1000-jährige Geschichte des Bergbaus griffig aufbereitet. Zum anderen aber ist der Rammelsberg in den letzten Jahren zu einem Treffpunkt verschiedener kultureller Gruppen geworden:

Musicals haben Einzug in die Schlosserei gehalten, die Theateridee ist zwar durch den aktuellen Tessner-Vorschlag derzeit überlagert, aber bestimmt nicht tot, dem Ruf des Berges („Der Berg ruft“) sind bereits viele prominente Talkgäste gefolgt und mit Miner’s Rock gibt es eine Musikveranstaltung für junges Publikum, die angesichts der finanziellen Möglichkeiten einer Handvoll privater Leute eine erstaunliche Qualität offenbart.

Und jetzt auch noch Open Air am Rammelsberg. Eine durch und durch gelungene Veranstaltung, getragen von der Begeisterung einer kleinen Gruppe um Christian Burghardt, Arkadiusz Szczesniak und Giovanni Graziano, die wirklich mit „blood, sweat and tears“ (mit Herzblut, Schweiß = viel Arbeit und Tränen = sie tragen das finanzielle Risiko) dort oben eine für Goslarer Verhältnisse Großveranstaltung gewuppt haben. Ich meine, sie brauchen unsere Unterstützung. Denn das Risiko – sollte witterungsbedingt mal ein künftiges Open Air ins Wasser fallen und wer weiß das seit dieser Woche besser als wir Goslarer - tragen diese Privatleute ganz allein. Gleichwohl haben die Stadt und ihre Bewohner, der Rammelsberg und die Sponsoren den Imagegewinn, den sie aus einer solchen Veranstaltung ziehen können. Allein ein Social-Media-Eintrag von Jupiter Jones am letzten Samstag hatte binnen einer Stunde mehr als 1000-faches Feedback.

Die Sicherung eines solchen Konzertes muss auf eine breitere Basis gestellt werden. Es geht nicht an, dass einige wenige das Risiko tragen, damit viele das Vergnügen haben. Jeder, der die Leistung dieses kleinen Teams anerkennt und sich eine Fortsetzung des Open Air wünscht, könnte einem Sicherungsfonds beitreten. Mit 100 Euro beispielsweise, die dann mit der Eintrittskarte verrechnet werden, aber im Falle der Unterdeckung (zu viel Regen und infolgedessen zu wenig Besucher) zur Finanzierung der Deckungslücke eingesetzt würden. Sollte aber die Rechnung aufgehen, bekommt man entweder sein Restgeld zurück oder man belässt es im Sicherungsfonds für künftige Konzerte. Wenn Sie so wollen, ist das Risikokapital ohne Gewinnausschüttung, aber mit doppelter Rendite: Teilnahme am Konzert und das gute Gefühl, etwas zur langfristigen Sicherung des Open Air beigetragen zu haben.

Die Voraussetzungen: Dieser Fonds muss gemeinnützig aufgestellt sein. Damit diese Form der Unterstützung wasserdicht ist. Des weiteren sollte Goslars Marketing GmbH, ab nächster Woche unter neuer Leitung, kräftig an der Seite der Open-Air Macher mitwirken. So, wie es OberbürgermeisterDr. Oliver Junk bereits vorgeschlagen hat.

Denn eines ist sicher: wenn Goslar Zukunft hat, dann auch wegen solcher Veranstaltungen und des dankenswerten Engagements dieser kleinen Gruppe privater Musikfreunde.

Schreiben Sie dem Autor unter andreas.rietschel(at)goslarsche-zeitung.de.







Kommentare
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Stefan Eble schrieb am 29.07.2017 20:10

Der Einsatz und die Risikobereitschaft der Konzertveranstalter sind anzuerkennen und lobenswert. In dieser für den gesamten Landkreis schlimmen Woche mit Überschwemmungen und Millionenschäden wäre es aber angebracht gewesen, dieses Thema für das Blogbuch auszuwählen.

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