Sonntag, 01.07.2018

1500 begleiten die Schützen auf ihrem Marsch

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Erfrischung wäre für Schützen nötig gewesen
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Goslar. Den ersten Volltreffer auf dem Schützen- und Volksfest hat wohl das Wetter gelandet: Bei schönstem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen startete der große Rummel auf dem Osterfeld. Da waren es nur wenige bildliche Wolken, die das Bild zum Auftakt trübten.

Wachsame Augen

Es waren doch recht wachsame und kritische Augen, unter denen Oberbürgermeister (OB) Dr. Oliver Junk zum Bieranstich ansetzte, mit dem das Schützenfest offiziell eröffnet wird. Ratsmitglieder, Schützen, Vereinsvertreter, Helfer und zig andere Gäste hatten die Bayern-Festhalle gefüllt, die nach einem Jahr Pause unter neuer Leitung zurück ist. Sven Schneider, Vorsitzender des Vereins Volksfest, hatte – auch schon Teil der Tradition – zuvor nicht nur Dank ausgesprochen, sondern auch auf Knackpunkte aufmerksam gemacht: Es gebe nach wie vor ein massives Parkplatzproblem, ein Thema, das nicht aufgegriffen wurde.

Nachdem Jürgen Sikora, 1. Vogt der Privilegierten Schützengesellschaft Goslar, das Schützenwesen als immaterielles Kulturerbe, den Rummel auf dem Osterfeld aber auch als Volksfest hervor hob, war es an Junk, Dank auszusprechen: an den Volksfest-Verein als Organisator und die anderen Helfer, aber auch an Schneider mit einer leicht verschmitzten Anspielung an sein Fernbleiben vom Bieranstich letztes Jahr: „Danke, dass Sie das Schützenfest nicht in meinen Urlaub gelegt haben.“

Und gab es da doch ein bisschen schlechtes Gewissen? Die Hiebe Junks brachten fast nur Schaum aus dem Fass hervor, Schneider unkte: „Da stimmt was nicht.“ Der OB versuchte es weiter, Brau-Experte Ulli Schlienkamp übernahm und Junk erfüllte seine Pflicht: „Das Schützenfest ist eröffnet. Den Rest klären wir.“

Wildpinkler und -trinker

Währenddessen füllte sich das Osterfeld, ein steter Strom pilgerte aus der Innenstadt zum Schützenfest. Das war für den Auftakttag ein eindrucksvolles Bild, am Rande etwas getrübt von teils stark alkoholisierten Gruppen, einigen Blaulichteinsätzen und Hauseingängen, die von Wildpinklern heimgesucht wurden. Bei einem Salzgitteraner Festbesucher musste die Polizei aktiv werden, weil er wiederholt Streit im Festzelt anfing und andere Gäste provozierte. Laut Polizeimeldung leistete der alkoholisierte 24-Jährige dermaßen Widerstand gegen die herbeigerufenen Beamten und drohte, sie zu schlagen, dass er in Gewahrsam genommen werden musste.

Das Positive überwog aber, Vereinschef Schneider zeigte sich am Sonntagmittag zufrieden: Der Freitag sei sehr gut gewesen, der Tag drauf nur geringfügig schwächer besucht – zumal der Sonnabend mit einem Highlight aufwartete, das laut Schneider „fantastisch“ lief.

Viel Jubel

Moderator Sebastian Sowa kündigte es von der Tribüne gegenüber des Schuhhofs an: „Nach dem Bieranstich ist vor dem Schützenumzug.“ Über 1500 Teilnehmer marschierten durch die Altstadt gen Osterfeld, ein bunter Zug aus Musik, Show und Tradition. Aus der ganzen Region kamen Schützen, Tanzgruppen, Herolde, Kindergärten, Handwerker, Sportgruppen, Hilfsorganisationen, Reservisten, Vereine und viele mehr. Süßigkeiten und Stofftiere flogen durch die Luft, Ratsherren wurden zum spontanen Schlagertänzchen aufgefordert und akrobatische Kunststücke vorgeführt. Rund eine Stunde lang zog sich diese Schlange durch Goslar, begleitet von zahlreichen Zuschauern und viel Jubel.

Dennoch gab es auch hier Schatten: Mehrmals musste der Zug anhalten und umgeleitet werden, Staus waren die Folge. Nach GZ-Informationen sollen zwei Personen von einem mitfahrenden Wagen gestürzt sein, der Rettungsdienst musste anrücken. Ob hier übermäßiger Alkoholgenuss im Spiel war oder es andere Gründe gibt, bleibt von offizieller Seite noch unbestätigt.