Mittwoch, 11.07.2018

139. Auflage des Galoppmeetings: Hoffen auf eine flutfreie Rennwoche

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Bad Harzburg. „Wir freuen uns jetzt auf die Rennwoche. Wir sind hoch motiviert!“ Mit diesem Versprechen schloss Stephan Ahrens die Pressekonferenz des Harzburger Rennvereins (HRV). Zuvor hatte der Gastgeber den Gästen im „Braunschweiger Hof“ die 139. Auflage des Galoppmeetings am Weißen Stein in Bündheim vorgestellt. Natürlich nach dem Jahrhunderthochwasser im Juli 2017, das den Verein den Donnerstag-Renntag gekostet hatte, in der Hoffnung „auf eine normale Rennwoche“.

Beim Rückblick auf die Rennwoche vor einem Jahr beließ es Ahrens im Wesentlichen bei der Aussage, „dass wir noch mit einem blauen Auge davongekommen sind“. Denn allen Widrigkeiten zum Trotz „haben wir beim Totoumsatz knapp die Millionen-Marke geknackt“.

Kooperation mit PMU

Für dieses Jahr gehe der Rennverein vom 20. bis 29. Juli fest von den geplanten sechs Renntagen aus. Beginnen wird das Meeting wie vor zwölf Monaten an einem Freitag. Das ist der Kooperation mit dem staatlichen französischen Wettanbieter PMU geschuldet. Wer bezahlt, kann bekanntlich bestimmen, was gespielt wird, oder um im Bild zu bleiben, wann gelaufen wird.

Und das wird sehr früh sein. Bereits um 11.15 Uhr sollen sich die Startboxen für das erste Rennen öffnen. Dafür wird tags darauf, am Samstag, um 16 Uhr erst ungewöhnlich spät gestartet. An beiden Tagen wird die PMU die Galopprennen aus dem Harz live in die rund 11.000 französischen Wettannahmestellen übertragen. Der Harzburger Rennvereine bekommt dafür nicht nur eine Provision, sondern die Rennstallbesitzer können sich am Freitag und Samstag auch noch über höhere Preisgelder freuen.

Um die Zuschauerresonanz sorgt sich Ahrens dabei nicht: „Am Freitag vor einem Jahr waren auch über 5000 Zuschauer auf der Bahn.“ Dazu komme, so Ahrens, dass Harzburg am ersten Rennwochenende Alleinveranstalter in Deutschland sein wird. „Das wird sich positiv auswirken“, ist er sicher.

Tragende Säulen

An den vier weiteren Renntagen (Sonntag, Donnerstag, Samstag und Sonntag) muss der Rennverein dann ohne die Hilfe aus Frankreich auskommen. Die bereits vorliegenden Nennungen sprechen dafür, dass es Ahrens und seiner Mannschaft gelingen wird. Vor allem in den Superhandicaps, mit jeweils 20.000 Euro ungewöhnlich hoch dotierte Basisrennen, ist das Gedränge an Pferden groß. Da maximal 16 Starter pro Rennen zugelassen sind, „werden wir“, so Ahrens, „ein Superhandicap teilen, damit wir so vielen Besitzern wie möglich eine Startmöglichkeit geben können“.

Neben den Superhandicaps hat das Rennprogramm auf der Bahn am Weißen Stein weitere sportliche Highlights zu bieten wie das 37.000 Euro „schwere“ BBAG-Auktionsrennen, eine 12.000-Euro-Prüfung auf Listenebene über Hürden oder die spektakulären Seejagdrennen an den beiden Meetingsonntagen.

Wie wichtig die Superhandicaps in Verbindung mit der Viererwette als tragende Säulen für Harzburg sind, machte Rennvereinsvize Wilhelm Baumgarten deutlich. Allein in den acht Viererwettenrennen gingen vor zwölf Monaten rund 371.000 Euro durch die Totokassen. Auch, was das Wettgeschäft generell betrifft, kann sich der HRV nicht beklagen. Beim Bahnumsatz pro Rennen liegt Bad Harzburg hinter Baden-Baden, Hamburg und Köln und noch vor Berlin-Hoppegarten auf einem respektablen vierten Platz.

Bei den Aktiven werden fast alle Trainer und Reiter aus den Top Ten nach Bündheim kommen. So wird zum Beispiel auch Andrasch Starke, aktuell Führender der Jockey-Statistik, am Weißen Stein in den Sattel steigen.

Natürlich wird Harzburg auch wieder seinen guten Ruf als Familienrenntag bestätigen. So gibt es am Donnerstag freien Eintritt und ein buntes Aktionsprogramm für die Kinder mit Karussell, Hüpfburg und Ponyreiten. Und es sei genau dieser gelungene Spagat zwischen attraktivem Sport auf der einen sowie Unterhaltung und Spaß auf der anderen Seite, dass das Meeting im Harz ausmache. „Ich weiß, Beliebtheit kann man nicht messen, aber wenn wir unter Galoppfreunden eine Umfrage machen würden, wäre Bad Harzburg die beliebteste Rennbahn“, ist sich Wilhelm Baumgarten ziemlich sicher. Dazu trägt natürlich auch das bunte Rahmenprogramm zur Rennwoche, mit Modenschau, Maskottchenrennen, Skat, Fußball und Turftalk, bei.

Familien- und Volksfest

Die deutschlandweite Wertschätzung ist für Bad Harzburgs Bürgermeister Ralf Abrahms auch ein „Indiz für die Bodenständigkeit unserer Rennwoche als Familien- und Volksfest“. Und so sieht das Stadtoberhaupt die Unterstützung der Rennwoche vor Beginn der Haushaltsberatungen im Stadtrat auch nicht gefährdet: „Ich habe noch keine Signale bekommen, dass am Zuschuss für den Rennverein gerüttelt werden soll.“







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