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Wochenende im Rückblick

GZ Plus IconNieke Kühne im Handballhimmel, Lars Fuchs im Erzgebirge

Drei Handballspielerinnen in Aktion, zwei in schwarzen Trikots verteidigen gegen eine Spielerin im weißen Trikot mit Ball.

Voller Einsatz im WM-Finale: Gleich zwei Norwegerinnen packen beherzt gegen die aus Seesen stammende Nieke Kühne zu. Foto: picture alliance/dpa

Der MTV Seesen feiert seinen Handballstar Nieke Kühn. Der Vienenburger Lars Fuchs hat einen neuen Job. Zwei Themen unserer Kolumne „Das Wochenende im Rückblick“.

Von Björn Gabel Montag, 15.12.2025, 19:30 Uhr

Seesener Terminsuche nach Kühnes WM-Coup

Was war das für ein Einstand: Die Seesenerin Nieke Kühne kehrt gleich von ihrem ersten großen Turnier als Vize-Weltmeisterin zurück – eine Auszeichnung, der Generationen von deutschen Handballerinnen vor ihr vergeblich hinterhergerannt sind. Die Rückraumspielerin, die ihre Laufbahn einst beim MTV begann, hat dies hingegen mit gerade einmal 21 Jahren schon geschafft.

Und sie war nicht nur Beiwerk beim Gewinn der Silbermedaille, sondern hatte ihren festen Platz in der Rotation von Bundestrainer Markus Gaugisch, auch im Finale am Sonntag gegen Norwegen. Nicht umsonst galt Kühne lange Zeit als eine Kandidatin auf den Titel der besten Nachwuchsspielerin des Turniers, der dann an ihre Mannschaftskameradin Viola Leuchter ging. Dass ihr damit 2500 Euro durch die Lappen gingen, dürfte Kühne nicht grämen, wie ohnehin die Mienen nach der 20:23-Niederlage gegen den Olympiasieger schnell wieder auf ein breites Grinsen gestellt waren.

Viel Zeit, den Triumph zu genießen, bleibt nicht, denn der Shootingstar wird mit seinem Verein HSG Blomberg-Lippe in der Bundesliga bereits wieder am 30. Dezember gefordert. Ob sich da auf die Schnelle noch ein Termin finden lässt, in der Heimat eine besondere Ehrung auf die Beine zu stellen, ist laut MTV-Spielwart Jürgen Hoffmeister äußerst fraglich. Der Verein will aber auf keinen Fall locker lassen und hofft, dass auch Rat und Verwaltung einsteigen. Ein Goldenes Buch zumindest ist vorhanden in der Sehusa-Stadt.

Dort modelten sie am Sonntag den Spielplan kurzfristig um und verlegten das Spiel der 2. Herren, das praktisch parallel zum Finale laufen sollte, in die Mittagsstunde. Besser getimt war die Partie der MTV-Damen gegen Geismar III, das kurz vor dem Endspiel endete, das beide Teams dann gemeinsam in der Halle verfolgten.

Der Deutsche Handballbund (DHB) hat völlig zurecht kritisiert, dass das öffentlich-rechtliche Fernsehen erst zum Viertelfinale eingestiegen ist. Dass nun parallel bei einer Heim-WM Punktspiele angesetzt waren, ist allerdings auch kein Meisterstück, um die Handballfrauen noch populärer zu machen. Vielleicht hatten sie beim DHB ja nicht geglaubt, dass das Team so weit kommen würde. Das aber war der Fall, auch dank Nieke Kühne.

Lars Fuchs soll in Aue auch für gute Laune sorgen

Statt rund 400 Kilometer in den Nordosten nun rund 300 Kilometer gen Südosten – der Vienenburger Lars Fuchs vermisst in seiner Trainerkarriere so langsam die ganze Republik. Nach seinem Rausschmiss im Oktober 2024 beim Regionalligisten Greifswalder FC hat der 43-Jährige nun als Co-Trainer beim abstiegsgefährdeten Drittligisten FC Erzgebirge Aue angeheuert.

Als zweiter Mann von Cheftrainer Jens Härtel, die sich noch aus gemeinsamen Zeiten in Magdeburg kennen, ist Fuchs als ehemaliger Stürmer vor allem für die Standards und die Offensivspieler zuständig, soll aber auch mehr Lockerheit ins Team bringen, wie er in einem Interview mit dem MDR erzählt. Auf eine kurze Formel gebracht: Die Stürmer sollen den gegnerischen Kasten treffen wollen, nicht müssen.

Das hat im ersten Spiel noch nicht geklappt, die abstiegsgefährdeten Auer aber dürften das 0:0 bei Aufstiegskandidat MSV Duisburg gerne mitgenommen haben. Nächstes Wochenende aber sind Tore Pflicht, wenn das abgeschlagene Schlusslicht aus Schweinfurt zu Gast ist. Fuchs zumindest scheint in Aue schnell reingefunden zu haben. „Er hat vor dem Spiel eine gute Ansprache gehalten. Ich finde, dass er vom Typ hier sehr gut reinpasst“, wird Kapitän Marvin Stefaniak zitiert.

Verpasste Chance für Vielpfeifer

So einfach ist das: Keine Schiedsrichter, keine Spiele. Der Fußballkreisverband Harz hat vor dem dritten Advent die Notbremse gezogen und alle Spiele der Harzliga und der Harzklasse vom Spielplan genommen, weil es an Unparteiischen mangelte. Warum kurz vor dem Jahreswechsel die Kräfte ausgehen, darüber kann nur spekuliert werden.

Vielleicht hätten sie im Ostharz ja um Amtshilfe im Kreis Nordharz bitten sollen, wo der Spielbetrieb schon seit einer Woche ruht. Mir zumindest fällt da spontan der eine oder andere Vielpfeifer ein, der sicherlich nichts gegen einen weiteren Einsatz einzuwenden gehabt hätte.

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