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Eishockey im Harz

GZ Plus IconKassel statt Kuwait: Das besondere Weihnachtsspiel der Falken

Menschenmenge auf Tribüne hält Wunderkerzen, eine Person filmt mit Smartphone, mehrere tragen Mützen und Jacken.

Es gibt wieder Weihnachtsstimmung am Wurmberg. Die Harzer Falken laden am 26.Dezember zum Spiel gegen die U20 aus Kassel. Foto: Drechsler

Monatelang halten die Harzer Falken zurück, wer Gegner des Eishockey-Regionalligisten zum Weihnachtsspiel wird. Der erhoffte große Coup aber zerschlägt sich.

Von Björn Gabel Dienstag, 02.12.2025, 15:30 Uhr

Es hätte eine märchenhafte Geschichte werden können, am Ende aber siegte die Realität. Und so heißt es Kassel statt Kuwait oder Nachwuchs statt Nationalteam beim traditionellen Weihnachtsspiel der Harzer Falken, das am 26. Dezember im Braunlager Wurmbergstadion steigt.

An jenem Freitag wird der Eishockey-Regionalligist erneut auf die U20 der Kassel Huskies in Braunlage treffen. Das Team aus der DNL 2 war bereits im vergangenen Jahr eingesprungen, weil Falken-Ligakontrahent ECW Sande sich kurzfristig nicht in der Lage sah, zum Punktspiel anzutreten. Für die Youngster wurde es ein tolles Erlebnis, spielten sie doch vor mehr als 1600 Zuschauern. Das Ergebnis, ein 12:0, spielte nur eine Nebenrolle.

Kontakte in viele verschiedene Länder

Geplant hatten die Falken-Verantwortlichen für das Weihnachtsspiel 2025 mit einem anderen Gegner, sich aber zunächst reihenweise Absagen eingehandelt. Kein Liga-Konkurrent war an diesem Tag zu einem Punktspiel am Wurmberg bereit, auch Anfragen an weitere Teams aus Deutschland sowie Österreich, Tschechien und den Niederlanden liefen ins Leere. Bis die Option Kuwait auf den Tisch kam.

Die Nationalmannschaft aus dem Wüstenstaat wird inzwischen von Andris Bartkevics trainiert, der unter anderem schon bei den Crocodiles Hamburg, Timmendorf und Adendorf an der Bande stand. Auf dem Weg zur D-Weltmeisterschaft im eigenen Land im April 2026 suchte der kuwaitische Verband nun nach einem Ort für ein Trainingslager – und Uwe Lohde, sportlicher Leiter der Falken, sowie Pressesprecher Niklas Hunger waren Feuer und Flamme. Denn Bartkevics zeigte spontan Interesse, mit seinem Team über die Feiertage nach Braunlage zu kommen.

Mit Videos in der Wüste geworben

Was folgte, war ein Organisationsmarathon, schließlich galt es, Flüge und Unterkünfte zu finden, Visafragen zu klären und den Gästen aus dem Nahen Osten ein Rundum-Paket für das Trainingslager zu schnüren. Um die besondere Atmosphäre in Braunlage zu dokumentieren, schickten die Falken sogar Videos vergangener Weihnachtsspiele nach Kuwait. Nach drei Monaten schien alles perfekt. „Wir hatten ein sportlich wie finanziell tragbares Konzept entwickelt“, schildert Hunger. Weihnachten schien gerettet – bis sich das kuwaitische Ministerium für Information, Kultur, Jugend und Sport doch gegen Braunlage entschied. Die Gründe: unbekannt.

Falken setzen nicht alles auf eine Karte

„Wir sind schon ein bisschen traurig, dass es nicht geklappt hat“, sagt Hunger. Er will die Hoffnung jedoch nicht aufgeben, dass es in den kommenden Jahren Besuch aus Kuwait gibt. Dort gibt es eine sechsköpfige Liga, in der auch viele Spieler mit Wurzeln aus Osteuropa dem Puck hinterherjagen. Einige von ihnen besitzen inzwischen die doppelte Staatsbürgerschaft und können so für das Nationalteam aufs Eis.

Die Falken hatten jedoch nicht nur auf die Karte Kuwait gesetzt, „Das wäre die absolute Wunschlösung gewesen. Wir hatten aber parallel Kontakt zu anderen Vereinen“, so Hunger. Unter anderem waren sie mit einem Klub aus den Niederlanden ziemlich weit, am Ende aber kristallisierte sich der Huskies-Nachwuchs heraus. Dort arbeitet Ex-Falkenspieler Roman Löwing als Co-Trainer – und kehrt nun am 26. Dezember an den Wurmberg zurück.

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