Harzer Hallenkick kommt gut an
Germania Bleckenstedt, hier der spätere Torschützenkönig des Turniers Niklas Pieper (neun Treffer), drückt dem Hallenmasters sportlich den Stempel auf. Der Landesligist verliert kein einziges Spiel. Auch Gastgeber Goslarer SC 08 setzt sich ungeschlagen bis ins Finale durch. Foto: Epping
Der Vorsitzende des Goslarer SC 08, Burkhard Siebert, zieht eine positive Bilanz der beiden Fußballturniere. Und dennoch gibt es eine Rückwärtsrolle.
Der Goslarer SC 08 hat seine beiden Hallenfußballturniere für Herren zum ersten Mal in der Helmut-Sander-Halle in Oker ausgetragen. Die Sieger heißen FC Groß Döhren (Kreisturnier) und Germania Bleckenstedt (Hallenmasters). Wie bewertet der Verein das Drumherum um das Wochenende? GSC-Vorsitzender Burkhard Siebert zieht Bilanz.
Wie war der Zuspruch der Zuschauer?
Das Kreisturnier am Samstag besuchten 250 zahlende Zuschauer, am Sonntag waren es 405. „Für die Größenordnung auf eine Halle bezogen sind wir damit gut dabei“, so Siebert. Bis auf drei Unverbesserliche, die am Sonntag der Halle verwiesen wurden, weil sie mehrfach Bierflaschen mit auf die Tribünen nahmen, sei an beiden Tagen alles friedlich verlaufen. „Wir haben das schon anders erlebt.“
Fußball-Hallenmasters
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Was fiel sportlich auf?
Die überwiegende Zahl der Mannschaften des Bezirksturniers bevorzugte es, offensiv den Torhüter durch einen fünften Feldspieler zu ersetzen. Dieses technisch anspruchsvolle Spiel beherrschte von allen Teams Turniersieger Germania Bleckenstedt besonders gut. Lediglich der VfL Oker und die FG Vienenburg/Wiedelah spielten beim Masters überwiegend klassisch.
Ganz anders beim Kreistunier: Hier hat vor allem der FC Seesen die offene Spielweise bevorzugt, die deutliche Mehrheit dagegen setzte auf einen Torhüter.
„Sicher merkt man den Unterschied zwischen den Turnieren, aber auch am Samstag war kein Gebolze zu sehen“, urteilt Siebert insgesamt über das Niveau.
Was sagten die Mannschaften?
„Die Mannschaften, die da waren, haben signalisiert, dass sie wiederkommen wollen“, sagt Siebert. Im Vorfeld des Hallenmasters am Sonntag hatte Eintracht Osterwieck abgesagt und wurde durch den FC Rautheim ersetzt, am Vorabend zog sich auch Stahl Thale zurück, hier sprang eine gemischte Zweite des GSC ein. Beide, Osterwieck und Thale, spielten übrigens am Samstag beim Ilsenburger Hallenmasters, bei dem als einziges Team aus dem Landkreis Goslar auch die TSG Bad Harzburg antrat.
Das Kreisturnier ging mit den Startern, die im Vorfeld eine Zusage gegeben hatten, wie geplant über die Bühne.
Sieg beim GSC-Kreisturnier
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Wie kam der Modus an?
Durch den Modus mit Vor- und Zwischenrunde liefen beide Turniere jeweils um die sieben Stunden. Die Finalisten hatten inklusive Endspiele acht Partien à zehn Minuten zu bestreiten. Insgesamt konnten die Zuschauer pro Turnier 33 Spiele und die Neunmeterschießen um die dritten Plätze pro Tag sehen. „Das haben wir aufgrund der Hallensituation anpassen müssen, dennoch ist keine Langeweile aufgekommen“, so Siebert. Man wolle aber gern zum alten Modus zurückkehren.
Wie groß war der Aufwand?
Einen festen Kreis von 15 bis 20 Personen brauche es definitiv, um so ein Turnier stemmen zu können, so Siebert. Schwierig sei in diesem Jahr zusätzlich der kurze Vorlauf wegen des Hallenwechsels gewesen. Insgesamt sei aber von Ordnungsdienst, der im Vergleich zur Goldenen Aue etwas aufgestockt wurde, bis zum Catering alles gut gelaufen. „Dafür mussten wir am Sonntagmorgen noch einiges nachkaufen, am Ende war es aber eine Punktlandung.“
Vor dem Saisonstart
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Wie geht es 2027 weiter?
Der GSC strebt unbedingt an, in die Hallen der Goldenen Aue zurückzukehren und die Turniere im alten Modus mit Trostrunde zu spielen. „Die Tribünen sind nach meinem Kenntnisstand im ersten Halbjahr wieder einsatzbereit“, so Siebert. Die Befürchtung, trotz allgemeinen Rückgangs des Interesses an Hallenfußball, eine dafür nicht ausreichende Zahl an Mannschaften (16 anstelle von 12 pro Turnier) zu bekommen, teilt Siebert nicht. „Mit ein bisschen mehr Vorlauf sollte das gelingen.“
Vor allem aber möchte der Verein sein traditionelles Jugendturnier zweiten Januar-Wochenende wieder aufnehmen, für das es unbedingt zweier Hallen bedarf.
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