Arnd Peiffer ist zurück und eine besondere Eishockey-Liebe
Timmendorf-Fans mit besonderer Beziehung zu Braunlage: Silke und Heiko Anders am Freitag im Braunlager Wurmbergstadion. Foto: Heine
Olympiasieger Arnd Peiffer feiert sein Comeback. Und zwei Timmendorfer-Fans mit einem Faible für Braunlage. Das sind die Themen im „Wochenende im Rückblick“.
Arnd Peiffer ist zurück in der Loipe
Mit guten Nachrichten wartet das deutsche Biathlon in diesem Winter ja nicht gerade massenhaft auf, aber wir hätten da eine: Arnd Peiffer hat am vergangenen Wochenende sein Comeback gegeben, und das gleich mit einem dritten Platz bei den deutschen Meisterschaften in Ruhpolding.
Will es der Doppel-Olympiasieger knapp zwei Wochen vor seinem 39. Geburtstag noch einmal wissen? Natürlich nicht, das Ganze war eine Gaudi, eingefädelt von Peiffers Podcast-Buddy Erik Lesser. Und das ging so: Als Mitte Februar das deutsche Staffelquartett mit Peiffer, Lesser, Simon Schempp und Daniel Böhm in Antholz nachträglich die Goldmedaille der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi überreicht bekam, wurde anschließend natürlich gefeiert.
Und da heckte Lesser die Idee aus, dass man doch aus Spaß als Dreierstaffel im März noch einmal bei den deutschen Meisterschaften an den Start gehen könnte. Listig, wie der Sachse nun einmal ist, spielte er Peiffer und Schempp gegeneinander aus, indem er ihnen erklärte, dass der jeweils andere schon zugesagt habe. Böhm brauchte er hingegen nicht zu fragen, denn der war am vergangenen Wochenende als IBU-Sportdirektor beim Weltcup in Finnland im Einsatz.
Das Wochenende im Rückblick
Starkes Trio für die Falken und zwei besondere Dreierpacks
Peiffer und Schempp zumindest kamen aus der Nummer nicht mehr raus und stellten sich am Sonntag an die Startlinie. Selbstredend in der klassischen Rollenverteilung von Sotschi, mit Lesser als Startläufer, dann dem Harzer sowie Schempp am Schluss. Eine Top-Platzierung war dem Trio schon sicher, weil nur drei Staffeln in der Männerklasse gemeldet hatten. Die Aussichten auf den Sieg waren allerdings schnell dahin, weil ausgerechnet Lesser im Stehendschießen eine Strafrunde fabrizierte.
Die blieb Arnd Peiffer erspart: „Im Schießen hat es eigentlich ganz gut geklappt, ich habe 0/6, 0/5 geschossen, das ist für die Staffel ganz gut“, erzählt er uns. Das Laufen war dann doch ein anderer Schnack, erst recht bei zweistelligen Plusgraden. „Ich bin doch sehr verhalten angegangen. In der ersten Runde gleich loszuprügeln, das geht nicht mehr.“ Am Ende sei es von der Zeit her gar nicht so schlecht gewesen, sagt Peiffer, der am Montag auch keinen Muskelkater spürte.
Dass er in Ruhpolding überhaupt starten durfte, war nur mit Harzer Hilfe möglich. Heute brauchen Biathleten eine Racecard („Die habe ich natürlich nicht“), also musste es ein vom heutigen Harzer Landestrainer Rico Uhlig abfotografierter alter Athletenpass aus dem Jahr 2000 tun – mit einem Bild von Arnd Peiffer als 13-Jähriger.
In Braunlage die Liebe zum Eishockey entdeckt
Für Silke und Heiko Anders war der Abend am 6. März im Braunlager Wurmbergstadion eine Reise zurück in die eigene Ehe-Vergangenheit. Vor genau 28 Jahren hatten die beiden geheiratet und anschließend sogleich ihre Hochzeitsreise in den Harz angetreten. Dort war zu dieser Jahreszeit, vorsichtig formuliert, jetzt nicht unbedingt jeden Abend Party angesagt. Als das Paar aus Stockelsdorf bei Lübeck zum Essen ausgegangen war und den Wirt fragte, wo denn in Braunlage so richtig was los sei, kam prompt zur Antwort: „Die Leute sind alle beim Eishockey.“
Der Gedanke lag nah: „Das gucken wir uns doch auch mal an.“ Gesagt, getan, Gefallen gefunden: Wer damals genau der Gegner war, wissen die beiden nicht mehr. Da hilft ein kurzer Blick ins GZ-Archiv, der vielleicht sogar ein gutes Omen fürs Finale ist. Am 8. März 1998, einem Sonntag, siegten der Braunlager EHC/Harz zu spielerischen Glanzzeiten als Spitzenreiter in der Nord-Qualifikationsrunde zur Bundesliga gegen den Adendorfer EC vor „nur 1500 Zuschauern“ wegen eines Wintereinbruchs.
Playoffs der Eishockey-Regionalliga
Harzer Falken: So geht es gegen Adendorf weiter
Die Tore machten Andreas Pokorny (3), Markus Menschig (2), Girt Ankipans, Mike Dolezal sowie Jason Dunham und ein gewisser Doug Murray. Im Tor stand übrigens „Hexer“ Corrado Micalef, dem jemand kurz vor Beginn sein Trikot gestohlen hatte. Im ungewohnten Ersatzdress fühlte er sich augenscheinlich unwohl und leistete sich zwei ungewohnte Böcke, die zu Gegentoren führten.
Beim Ehepaar Anders blieb der Spaß an der Sportart. Und Timmendorf liegt von daheim gleich um die Ecke. Am Freitag standen sie nun wieder im Wurmbergrund – er im Trikot von Aleksi Kettunen, sie im Dress von Patrick Saggau – und freuten sich inmitten einer sympathisch-sangesfreudigen Schar über die enge Fanfreundschaft zu den Harzern, weniger allerdings über das Ergebnis des Abends und das Ausscheiden aus den Playoffs. Heiko, durch seine Mütze als Fan von Borussia Mönchengladbach zu erkennen, hatte es doppelt schwer, weil seine Lieblingskicker zeitgleich in der Bundesliga bei den Münchner Bayern verloren. Sie waren mit ihrem 1:4 aber ein Tor besser bedient als die Kufencracks von der Ostsee. Das Wochenende, das sie im sonnigen Harz verbringen wollten, hat hoffentlich darüber hinweggetröstet.
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