Mann durch Stich schwer verletzt - Tatmotiv unklar
Mit einer Stichverletzung ist ein Mann in Hannover ins Krankenhaus gekommen. (Symbolbild) Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Nach dem Angriff auf einen 22-Jährigen gibt es unterschiedliche Angaben zur Tat. Spielten eine Fahne und ein Küchenmesser eine Rolle?
Hannover. Nach der Stichverletzung eines 22-Jährigen in Hannover sind die Hintergründe der Tat weiterhin unklar. Hinweise auf eine politisch motivierte Tat gebe es derzeit nicht, teilte die Polizei auf dpa-Nachfrage mit. „Bezüglich Hintergrund und Tatmotivation ermitteln wir in alle Richtungen.“ Der tatverdächtige 18-Jährige ist inzwischen wieder auf freiem Fuß, die Polizei ermittelt gegen ihn wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung.
Der 22-Jährige war am Dienstagabend schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht worden. Nach ersten Ermittlungen der Polizei geschah der Angriff im Zuge eines Streits. Auch der mutmaßliche Angreifer wurde medizinisch behandelt - wegen einer leichten Verletzung.
Angriff nach einer pro-kurdischen Demo?
Nach Angaben der Organisation NAV-DEM - Demokratisches Gesellschaftszentrum der Kurdinnen und Kurden in Hannover - handelt es sich bei dem Verletzten um einen Kurden, der nach dem Ende einer pro-kurdischen Demonstration in Solidarität mit Nordsyrien angegriffen worden sei. Die Polizei betonte, zu den Geschehnissen vor der Tat noch keine gesicherten Informationen zu haben.
Demnach besitzt der Verletzte die syrische, der Tatverdächtige die marokkanische Staatsangehörigkeit. Der Verein verwies auf Zeugenaussagen, nach denen der Verletzte eine Fahne der Kurdenmiliz YPG getragen habe. Dies soll Anlass für Beschimpfungen gewesen sein. Im weiteren Verlauf soll der Angreifer den jungen Mann mit einem Küchenmesser in die Brust gestochen haben. Die Polizei teilte auf Nachfrage mit, dass während der Einsatz- und Ermittlungsmaßnahmen keine Fahne und auch keine Tatwaffe gefunden wurden.