Adendorf zum Auftakt zu gut für die Harzer Falken
Versteinerte Mienen auf der Bank der Harzer Falken in Adendorf, auch bei Trainer Regan Nagy. Foto: Heine
Chancenlos! Eishockey-Regionalligist Harzer Falken hat im ersten Spiel der Finalserie beim Adendorfer EC nichts zu bestellen. Die Hauptrolle spielt ein Ex-Falke.
Heftig, heftig. Die Harzer Falken haben am Freitag das Auftaktspiel der Finalserie beim Adendorfer EC unerwartet deutlich mit 2:6 (0:3, 1:2, 1:1) verloren. Der Titelverteidiger steht damit im Heimspiel am Sonntag um 17.30 Uhr im Braunlager Wurmbergstadion schon unter Siegzwang.
Zu Beginn spielte nur eine Mannschaft, und das war Adendorf. Die Falken kamen kaum geordnet aus dem eigenen Drittel und mussten zusehen, wie es gleich dreimal im ersten Spielabschnitt im Kasten von Taylor Dupuis klingelte. Alle drei Treffer gingen auf das Konto von Andre Gerartz, der im vergangenen Frühjahr im Harz nicht mehr gewollt war, und nun eben in der Heide seine unnachahmlichen Torjägerqualitäten unter Beweis stellt.
Proteste beim 1:0 des AEC
Dass beim 1:0 Vorlagengeber Domantas Cypas sich den Puck in umstrittener Manier mit der Hand vorgelegt hatte, war letztlich zweitrangig. Zu eindeutig war zunächst die Überlegenheit des Hauptrundenmeisters, der auch locker hätte höher führen können. So kurz vor der ersten Drittelsirene, als Dupuis riesig rettete - natürlich gegen Gerartz.
Das Wochenende im Rückblick
Starkes Trio für die Falken und zwei besondere Dreierpacks
Chancen für die Falken, die von rund 150 Fans im mit 1999 Zuschauern ausverkauften Walter-Maack-Stadion unterstützt wurden, waren erst einmal Mangelware. Lediglich Martin Benes kreuzte in der Spätphase des ersten Abschnitts zweimal gefährlich von AEC-Goalie Salmenkangas auf.

Die Fans der Harzer Falken feuern ihr Team im Walter-Maack-Stadion vergeblich an.
Geschlagen waren die Harzer noch nicht. Nicolas Korbel ließ im zweiten Drittel mit seinem Treffer Hoffnung aufkeimen, allerdings nur für wenige Sekunden. Adendorf, das auf den am Knie verletzten ehemaligen Harzer Christoph Koziol verzichten musste, baute per Doppelschlag sogar die Führung aus. Beteiligt war wieder Gerartz, der nach seinem Treffer zum 5:1 nur noch ungläubig den Kopf schüttelte.
Gerartz’ fünfter Streich
Es war nicht so, dass die Falken sich nicht wehrten. Im Gegenteil. Das Team von Regan Nagy hängte sich voll rein, gab alles, war letztlich aber dem brutalen Tempo des AEC nicht gewachsen - und Gerartz. Der schenkte zu Beginn des Schlussdrittels seinem Ex-Klub auch noch das 6:1 ein, als die Falken in Person von Patrik Franz lausig verteidigten. Der zweite Harzer Treffer durch Dennis Arnold in Überzahl war nur noch Ergebniskosmetik.
Bitter: Ville Sivonen ging fünf Minuten vor dem Ende nach einem harten Check in die Kabine und kam nicht mehr zurück auf das Eis. Dass Cypas kurz vor dem Ende noch einen Penalty verschoss, geriet zur Nebensache. Fakt ist: Die Falken müssen eine Menge besser machen, wenn es mit der erneuten Meisterschaft noch etwas werden soll.
„Habe nur meinen Job gemacht“
Gerartz gab sich trotz seiner Fünf-Tore-Gala zurückhaltend. „Ich habe nur meinen Job gemacht. Wir haben heute den ersten Schritt gemacht, Sonntag wollen wir den zweiten Schritt machen.“ Da werden die Falken etwas dagegen haben.
Tore: 1:0 (8:42) Gerartz, 2:0 (10:48) Gerartz, 3:0 (15:24) Gerartz, 3:1 (25:35) Korbel, 4:1 (26:41) Perone, 5:1 (27:50) Gerartz, 6:1 (41:11) Gerartz, 6:2 (42:10) Arnold (5:4)
Strafminuten: 4 für Adendorf; 4 für Braunlage
Harzer Falken: Dupuis - Ehmann, Droick, Chaloupka, Franz, DiMurro, Antonakis - Weikamp, Schirmacher, Arnold, Sivonen, Benes, Korbel, Wiecki, Brozek, Kosnar, Vinci, Lohde
Copyright © 2026 Goslarsche Zeitung | Weiterverwendung und -verbreitung nur mit Genehmigung.