Freitag, 19.05.2017

Jugendliche als Kommunalpolitiker

Leserbrief
Kommentieren

Seesen. Drei Tage selbst einmal selbst Ideen für die Stadt entwerfen, in die Rolle von Kommunalpolitikern schlüpfen und sich damit auch Gehör verschaffen – das stand für 88 Schülerinnen und Schüler der Stadt Seesen mit dem Planspiel „Pimp your Town“ diese Woche auf dem Plan.

Zwei 7. Klassen der Oberschule Seesen sowie eine 8. Klasse des Jacobson-Gymnasiums bildeten dabei verschiedene Fraktionen. Eine weitere 8. Klasse nahm sich den Aufgaben des Presseteams an, um die Veranstaltung zu dokumentieren. Los ging es für alle Schüler mit einem Crashkurs in Sachen Rats- und Kommunalpolitik: Begrifflichkeiten wurden geklärt, und die Schüler sammelten erste Ideen, aus denen sie dann konkrete Anträge formulierten.

Von der Idee zum Antrag

Am Mittwoch teilten sich die einzelnen Fraktionen in verschiedene Ausschüsse ein, um gemeinsam mit Mitglieder des Seesener Stadtrats über die Anträge zu diskutieren. Welche Vorschläge finden sie besonders wichtig, welche Ideen sollten unbedingt auf die Tagesordnung der abschließenden Ratssitzung am Donnerstag?

Drum herum bewegte sich immer das Presseteam, das die Tage mit Fotos und Interviews dokumentierte. Auch die Politiker fanden viel Gefallen an den Diskussionen mit den Schülern. Jürgen Nitsche von der CDU ist von den Ideen der Jugendlichen richtig begeistert: „Ich werde hier auf jeden Fall viel mitnehmen, das ich erst durch den Kontakt mit den Schülern erfahren habe“, erzählt er. „Manche Kleinigkeiten können wir auch sehr schnell realisieren, wenn wir jetzt davon wissen.“

Andrea Melone, Vertreterin der SPD, findet es wichtig, dass die Jugendlichen offen über ihre Vorschläge diskutieren können, auch wenn einiges nicht in der Hand der Politik liegt: „Sie merken dadurch auch, dass sie die Möglichkeit haben, mitzusprechen“, sagt sie. „Die Fragen müssen dabei einfach frei sein, ebenso wie der erste Kontakt mit der Politik.“

Am Donnerstagvormittag ging es dann in die Endphase: Unter der Leitung des Ratsvorsitzenden Uwe Klöppner diskutierten die Jugendlichen über die eingereichten Anträge und stimmten schließlich darüber ab. Vor allem Ideen, die die Stadt für Jugendliche attraktiver gestalten sollen, hatten es auf die Tagesordnung geschafft. Die angenommenen Vorschläge werden Seesens Politiker mit in den Stadtrat nehmen.

Dazu gehört zum Beispiel die allgemeine Verschönerung der Stadt, um ihren Ruf zu verbessern und auch mehr Touristen anzulocken. Außerdem sorgte der Antrag, einen Hundepark in der Stadt zu bauen, für viel Zustimmung.

Grenzen der Politik

Einig waren sich die jugendlichen Ratspolitiker vor allem bei einem Antrag: Das Handyverbot der Oberschule sollte aufgehoben werden. „Das liegt allerdings nicht in der Hand der Politik“, erklärte Uwe Klöppner. Die Schüler reagierten darauf aber sofort: Stattdessen stellten sie einen entsprechenden Antrag in der Schule, der nun bei der Gesamtkonferenz nächste Woche besprochen wird.

Aber auch diese Erfahrung sollte Teil des Planspiels sein: Denn so erkannten die Schüler, welche Rechte die Politik hat und dass auch der Stadtrat teilweise auf Grenzen stößt.



Weitere Topthemen aus der Region:
  • Region
    Mehr Übergriffe gegen Mitarbeiter von Behörden
    Mehr
  • Liebenburg
    Neue Hoffnung auf Hochwasserschutz
    Mehr
  • Lokal-Sport
    Jolyn Beer holt zweites Weltcup-Podest
    Mehr
  • Lutter
    Kleine Pferde kamen beim Pony-Treffen groß raus
    Mehr
  • Goslar
    Pflanzenwelten und Treckerfahrten
    Mehr
  • Liebenburg
    Das Tagwerk in der Nacht vollbringen
    Mehr
  • Schladen
    Liedertafel feierte sich selbst mit Gästen
    Mehr
  • Langelsheim
    Weltreise mit Charme
    Mehr
  • Braunlage
    Bode ist für Wurmberg-Challenge tabu
    Mehr
  • Goslar
    Zänkische Herren in der Beißkatze
    Mehr