Das Jahr 1998
Der 3. Juni 1998 hat sich als schwärzester Tag in die Geschichte der Bundesbahn ins kollektive Gedächtnis eingebrannt: Nach dem Bruch eines Radreifens prallen im Eschede mehrere Waggons des ICE 884 „Wilhelm Conrad Röntgen“ bei Tempo 200 gegen eine Straßenbrücke. 101 Menschen sterben. Foto: dpa

Die Ära Kohl endet, die Bundeswehr zieht in den Krieg, eine Elefanten-Hochzeit auf dem Automarkt, eine neue Rechtschreibung und das fürchterlichste Eisenbahnunglück des Jahrhunderts bestimmen die überregionalen Schlagzeilen im Geburtsjahr von www.goslarsche.de. Lokal spielen Wetterkapriolen eine Rolle und erhält Bad Harzburg den ersten hauptamtlichen Bürgermeister.

Der 3. Juni 1998 hat sich als schwärzester Tag in die Geschichte der Bundesbahn ins kollektive Gedächtnis eingebrannt: Nach dem Bruch eines Radreifens prallen im Eschede mehrere Waggons des ICE 884 „Wilhelm Conrad Röntgen“ bei Tempo 200 gegen eine Straßenbrücke. 101 Menschen sterben.

Bereits am 7. Mai hatten der deutsche Autokonzern Daimler-Benz und der US-amerikanische Gigant Chrysler fusioniert. Als „Hochzeit im Himmel“ feierte Daimler-Boss Schrempp die Elefanten-Hochzeit – um 2007 zu merken, dass auch himmlische Ehen richtig krachen gehen können.

Eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts sorgt am 14. Juli dafür,  das sich bei nicht wenigen Menschen die Nackenhaare sträubten: Die Karlsruher Richter machten Weg zur Einführung der Rechtschreibreform frei, die dann 2005 folgte.

Am 27. September gewinnen SPD und Grüne die Bundestagswahl, wenig später wird Gerhard Schröder (SPD) Kanzler der rot-grünen Koalition. Nach 16 Jahren ist die Ära des "ewigen Kanzlers" Kohl (CDU) zu Ende.

Und noch zwei große Themen, die über den großen Teich schwappten und die tatsächlich nichts miteinander zu tun haben: Am 17. August musste US-Präsident Bill Clinton in der Sex-Affäre um die Ex-Praktikantin Monica Lewinsky vor einer Grand Jury aussagen. Und wenige Monate zuvor war in den USA im März mit Viagra, die erste Pille gegen Impotenz zugelassen worden.

"Aufreger" gibt es 1998 aber auch in der Region: Wer nämlich glaubt, das Wetter spiele erst in den letzten Jahren verrückt und "früher war alles besser", der irrt.  "Frühlingshafte Temperaturen in den Wintermonaten und Dauerregen im Sommer" gibt es laut der Chronik der GZ auch schon im Jahr 1998.

Beim einem großen Unfall auf dem Gelände der Chemetall in Langelsheim, bei dem 150 Kilogramm Brom austreten, werden 27 Menschen verletzt. Später wird Kritik in der Bevölkerung laut, Polizei, Behörden und das Unternehmen hätten nicht früh und umfassend genug informiert.

Im Oberharz wird das Landesleistungszentrum für den Nordischen Skisport mit Europacup-Rennen eröffnet.

Und das Jahr in Bad Harzburg wird von zwei einschneidenden Ereignissen geprägt: Der Verkauf von 49 Prozent der Stadtwerke an die Contigas und noch viel mehr der Wechsel in die "Eingleisigkeit": Stadtdirektor Horst Voigt geht in den Ruhestand, Klaus "Jockel" Homann wird erster hauptamtlicher Bürgermeister.