Konjunkturumfrage Januar 2012


Regelmäßig fragt die Goslarsche Zeitung wichtige Arbeitgeber der Harz-Region nach ihren Geschäftserwartungen, nach ihren Sorgen, Hoffnungen und Plänen.

Die bisher erschienenen Konjunkturumfragen finden Sie hier.

 

Das aktuelle Wirtschaftsbarometer der GZ für die Harz-Region

 

 

H.C. Starck 
H.C. Starck
Chemische Industrie

Entwicklung 2011:
"H.C. Starck wird seine nachhaltige positive Geschäftsentwicklung auch für das Jahr 2011 mit einem signifikanten Umsatzzuwachs belegen", teilt das Chemieunternehmen mit. Für die Mitarbeiter gibt es daher eine Erfolgsbeteiligung von je 3000 Euro.
Erwartungen 2012:
Die Konjunkturaussichten seien deutlich verhaltener, schreibt Sprecher Gerald Baehnisch. Allerdings sei man in der Lage, mögliche Nachfrageschwankungen in einem Segment durch erhöhte Nachfrage aus anderen Industrien auszugleichen.
Euro- und Finanzkrise:
H.C. Starck lässt sich nicht in die Karten schauen: "Wir beobachten das Geschehen auf den Märkten sehr genau und werden die daraus erforderlichen Schritte ableiten."
Mitarbeiter:
1160 Beschäftigte hatte Starck im November im Harz, darunter 69 Auszubildende. "Derzeit haben wir in Goslar zwölf offene Stellen, die wir im Jahr 2012 besetzen wollen", kündigt Baehnisch an. Mit Blick auf die künftige Übernahme von Auszubildenden, befristet Beschäftigten und Zeitarbeitern legt sich das Unternehmen nicht fest.

Mann und Hummel 
Mann+Hummel
Autozulieferer

Entwicklung 2011:
"Für die Mann+Hummel-Gruppe war es insgesamt ein gutes Jahr. Wir haben trotz weltwirtschaftlicher Widrigkeiten unseren Konzernumsatz steigern können und vermutlich ein zufriedenstellendes Ergebnis erreicht", teilt Unternehmenssprecherin Andrea Schlepper mit.
Erwartungen 2012:
"Die Gefahr für eine Rezession ist akut", warnen die Verantwortlichen des Autozulieferers. "Doch haben wir für verschiedene Szenarien vorbeugende Maßnahmen ergriffen, damit wir gewappnet sind für das, was auch immer 2012 kommen mag."
Euro- und Finanzkrise:
"Die Frage nach den Folgen der Schuldenmisere lässt sich aus Sicht von Mann+Hummel nicht beantworten: Einerseits helfe ein schwacher Euro im Export, andererseits verteuere er in Dollar gehandelte Waren und schwäche die Kaufkraft. "Nach welcher Seite das Pendel letztlich ausschlagen wird, wissen wir nicht."
Mitarbeiter:
Rund 500 Beschäftigte hat das Unternehmen am Standort Bad Harzburg, davon 20 Ausbildende. Für 2012 legt sich Schlepper unter Hinweis auf die Risiken der Eurokrise nicht fest.

Sparkasse Goslar Harz 
Sparkasse Goslar/Harz
Banken/Finanzen

Entwicklung 2011:
"Das Kreditneugeschäft mit gewerblichen und privaten Kreditnehmern ist nach wie vor sehr lebhaft", teilt die Bank mit. Im Wertpapiergeschäft und in den Depotbeständen spiegelten sich allerdings mit leichten Rückgängen die Turbulenzen an den Märkten und die Verschuldungskrise einiger EU-Staaten wider. Unter dem Strich stehe ein gutes Betriebsergebnis.
Erwartungen 2012:
"Deutschland und auch die Region werden sich nicht der für 2012 prognostizierten konjunkturellen Schwächephase entziehen können", lautet die Einschätzung des Instituts. Von der Investitionsbereitschaft und der Kreditnachfrage der Unternehmen würden daher keine größeren Impulse ausgehen. "Insgesamt erwarten wir für 2012 keine wesentliche Veränderung unserer Ertragslage aus dem Kerngeschäft."
Euro- und Finanzkrise:
"Unmittelbare Auswirkungen der Verschuldungskrise auf unser Haus sind nicht zu erwarten, weil keinerlei Anleihen der Krisenländer gehalten werden", so die Sparkasse. Mittelbare Wirkungen gebe es aber durch die Abkühlung der Konjunktur und die Beteiligung an Landesbanken, die Anleihen aus überschuldeten Staaten im Bestand haben.
Mitarbeiter:
417 Beschäftigte sowie 22 Auszubildende hatte die Sparkasse Ende 2011. 2012 soll der Personalstand weiter gesenkt werden, indem ausscheidende Mitarbeiter nicht ersetzt werden. "Die Übernahme von Auszubildenden in reguläre Arbeitsverhältnisse wird voraussichtlich ab 2013 wieder möglich sein."

Achtermann Goslar 
Der Achtermann
Hotel/Gastronomie

Entwicklung 2011:
Als "sehr positiv" bezeichnet Direktor Kai Lauenroth das Geschäft im vergangenen Jahr. Bei den Übernachtungen habe das Hotel um fünf Prozent zugelegt, im Bereich der Tagungen sogar um 18 Prozent.
Erwartungen 2012:
"Für 2012 rechnen wir nicht mit deutlichen Zuwächsen, da die Auslastung von über 70 Prozent schon auf einem hohen Niveau liegt", so Lauenroth.
Euro- und Finanzkrise:
Sollte sich die Krise verschärfen, erwartet Lauenroth vor allem Auswirkungen im Tagungsgeschäft. "Dies war auch im Krisenjahr 2009 zu spüren."
Mitarbeiter:
Zum Jahresende hatte der Achtermann 80 festangestellte Beschäftigte, darunter 20 Auszubildende. Hinzu kamen rund 40 weitere Mitarbeiter, etwa im geringfügigen Bereich. 2012 wird sich die Mitarbeiterzahl Lauenroth zufolge "kaum" verändern. Übernahmen von Auszubildenden, befristet Beschäftigten und Zeitarbeitern ins Stammpersonal seien in der Hotellerie kaum planbar.

heubach 
Heubach
Chemische Industrie

Entwicklung 2011:
Das abgelaufene Jahr ist für das Langelsheimer Chemieunternehmen nach eigenen Angaben positiv verlaufen. In Asien habe man Umsatz und Absatz gesteigert, der nordamerikanische Markt habe sich stabilisiert.
Erwartungen 2012/Euro- und Finanzkrise:
Probleme drohen nach Einschätzung der Heubach-Verantwortlichen durch die Rezession in europäischen Ländern, auch wichtige Absatzmärkte wie die USA oder China schwächelten. "Diese Entwicklung macht eine Prognose für 2012 schwierig. Wir erwarten aber keineswegs einen konjunkturellen Einbruch wie in 2008/2009."
Mitarbeiter:
Am Jahresende beschäftigte Heubach am Standort Langelsheim 355 Menschen, davon 16 Auszubildende. Aussagen zur Zukunft fallen zurückhaltend aus: 2011 habe Heubach mehrere Auszubildende und Zeitarbeiter in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen, so das Unternehmen. "Ob sich diese positive Entwicklung im Jahr 2012 fortsetzen wird, bleibt abzuwarten und hängt von der konjunkturellen Entwicklung ab."

Uhlig Rohrbogen 
Uhlig Rohrbogen
Anlagenbauer

Entwicklung 2011:
Der Langelsheimer Anlagenbauer hat seinen Umsatz im Geschäftsjahr 2010/11 nach eigenen Angaben auf 40 Millionen Euro gesteigert. Die Auftragseingänge hätten sich erfreulich entwickelt, Verunsicherung sei in Energiemärkten spürbar gewesen.
Erwartungen 2012:
Uhlig rechnet nach eigenen Angaben mit moderaten Steigerungen bei Umsatz und Ergebnis im Geschäftsjahr 2011/2012.
Euro- und Finanzkrise:
"Unmittelbar hat die Euro- und Finanzkrise überschaubare Auswirkungen auf unser Geschäft", teilt das Unternehmen mit, denn Uhlig arbeite weitgehend unabhängig von Fremdwährungen. "Viel entscheidender ist aber die allgemeine Verunsicherung unserer Kunden, welche durch die Schuldenkrise, aber auch die Energiewende, ausgelöst wurde. Wie sich die Märkte bei einer Verschärfung der Euro- und Finanzkrise entwickeln, ist schwer abzusehen."
Mitarbeiter:
Die Uhlig-Gruppe beschäftigte am Standort Langelsheim zum Jahresende rund 160 Arbeitnehmer, darunter sieben Auszubildende. Hinzu kam eine zweistellige Zahl von Leiharbeitern. Nennenswerte Veränderungen seien für 2012 nicht geplant.

Sympatec 
Sympatec
Partikelmesstechnik

Entwicklung 2011:
Positiv blickt das Hightech-Unternehmen aus dem Oberharz auf das abgelaufene Jahr. Vom "besten Auftragseingang in unserer 27-jährigen Geschichte", sprach vor kurzem Firmenchef Dr. Stephan Röthele gegenüber der GZ.
Erwartungen 2012:
Der Anbieter von Partikelmesstechnik ist auf Erweiterungskurs: So wird der Standort am Pulverhaus erweitert, die Tiefbauarbeiten sind abgeschlossen. Zudem wird laut Röthele ein Büro in Russland eingerichtet und ein Joint Venture in Indien vorbereitet.
Mitarbeiter:
125 Menschen arbeiten inzwischen weltweit für Sympatec, zwei Drittel davon im Oberharz. Die Personalentwicklung beschrieb Röthele kürzlich als nach wie vor wachsend.

Chemetall 
Chemetall
Chemische Industrie

Entwicklung 2011 und Erwartungen 2012:
"Positiv" haben sich die Geschäfte laut Werksleiter Christian Briekeim vergangenen Jahr entwickelt, Umsatz und Ergebnis seien gewachsen. Auch 2012 werde es Steigerungen geben. Weitere Einzelheiten nennt das Unternehmen nicht.
Mitarbeiter:
658 Arbeitnehmer und 76 Auszubildende beschäftigt Chemetall in Langelsheim. In diesem Jahr soll die Mitarbeiterzahl laut Brieke leicht wachsen. Auszubildende erhielten nach gutem Abschluss zunächst Zeitverträge von zwölf Monaten. Zur Übernahme von befristet Beschäftigten und Zeitarbeitern ins Stammpersonal treffe man Einzelfallentscheidungen.

Spittler 
Spittler
Lichttechnik

Entwicklung 2011:
Vom "besten Geschäftsjahr in der Geschichte der Spittler Lichttechnik GmbH" spricht der Geschäftsführende Gesellschafter Jörg Steinmetz. "Der Umsatz konnte gegenüber dem Kalenderjahr 2010 um ca. 30 Prozent gesteigert werden und er beträgt jetzt ca. das 2,5-Fache des Jahres 2006." Bei rund 25 Millionen Euro liege der Wert für 2011.
Erwartungen 2012:
Steinmetz rechnet nach eigenen Worten mit weiterem Wachstum, denn: "Spittler ist inzwischen insbesondere in Nord- und Westeuropa sowie in Australien sehr gut aufgestellt." 2012 wolle man weitere Märkte wie den Mittleren Osten, Süd-Osteuropa und Indien erschließen.
Euro- und Finanzkrise:
In den Auswirkungen der Schuldenkrise sieht Steinmetz das größte Risiko für das Jahr 2012. "Gegen eine zögerliche und vorrangig länderbezogene Politik kann die Wirtschaft nicht erfolgreich arbeiten."
Mitarbeiter:
Rund 175 Arbeitnehmer beschäftigt Spittler derzeit in Goslar, davon sieben Auszubildende. "Sollte sich die positive Entwicklung des Jahres 2011 im Jahr 2012 fortsetzen, werden wir weitere Mitarbeiter einstellen." Befristet Beschäftigte und Zeitarbeiter würden bei guten Leistungen übernommen.

Fels Werke 
Fels-Werke
Kalksteinprodukte

Entwicklung 2011:
"Insgesamt haben wir in Deutschland unsere selbstgesteckten Ziele erreicht", teilt Unternehmenssprecher Bernd Röwert mit. Nach der Finanzkrise habe sich der Markt stetig erholt, Bauindustrie und Stahlindustrie hätten sich beide positiv entwickelt. Im Bereich Umweltschutz habe Fels das hohe Niveau gehalten.
Erwartungen 2012:
Die Fels-Werke rechnen nach eigener Aussage mit einer Fortsetzung des positiven Trends, allerdings bei geringeren Zuwachsraten.
Euro- und Finanzkrise:
Von Unsicherheit und spürbarer Zurückhaltung berichtet Sprecher Röwert. Andererseits begünstigten die niedrigen Zinsen die Entwicklung in der Bauindustrie.
Mitarbeiter:
650 Mitarbeiter und Auszubildende beschäftigt der Lieferant von Kalkprodukten in der Region. Jenseits der normalen Fluktuation seien 2012 keine nennenswerten Änderungen geplant.

Stöbich Brandschutz-Technik 
Stöbich
Brandschutz-Technik

Entwicklung 2011:
"Nach einem verhaltenen Start in 2011 konnten wir zur Jahreshälfte eine positive Entwicklung und ein deutliches Wachstum im zweiten Halbjahr verzeichnen", teilt das Goslarer Unternehmen mit.
Erwartungen 2012:
Stöbich geht nach eigenen Angaben von einem stärkeren Beginn als im Vorjahr und kontinuierlichem Wachstum aus.
Euro- und Finanzkrise:
Zumindest in den nächsten Monaten sieht sich Stöbich nicht betroffen: "Erfahrungsgemäß erwarten wir einen Effekt der Krise auf unser Ergebnis nicht vor dem vierten Quartal, da das Baunebengewerbe derartige Auswirkungen erwiesenermaßen erst mit zeitlichem Versatz zu spüren bekommt", lautet die Einschätzung. Dennoch habe man bereits Vorsorge getroffen - mögliche Umsatzeinbußen sollen durch Einsparungen, höhere Investitionen im Export und neue Produkte ausgeglichen werden.
Mitarbeiter:
Die Stöbich-Gruppe beschäftigt 526 Arbeitnehmer. 189 davon sowie 19 Auszubildende arbeiten in Goslar. Im laufenden Jahr sollen diese Zahlen nach Firmenangaben steigen: "Im Ausbildungsbereich werden wir deutlich investieren und die Anzahl der Auszubildenden in 2012 soll deutlich erhöht werden. Die Mitarbeiterzahl wird laut aktueller Planung um ca. 10 Prozent wachsen."