Konjunkturumfrage Dezember 2010


Regelmäßig fragt die Goslarsche Zeitung wichtige Arbeitgeber der Harz-Region nach ihren Geschäftserwartungen, nach ihren Sorgen, Hoffnungen und Plänen.

Die bisher erschienenen Konjunkturumfragen finden Sie hier.

 

Das aktuelle Wirtschaftsbarometer der GZ für die Harz-Region

 

 

H.C. Starck 
H.C. Starck
Chemische Industrie

Geschäftsentwicklung:
„Für 2011 erwarten wir, dass sich der positive Trend aus dem Jahr 2010 fortsetzt“, teilt das Unternehmen mit.
Chancen und Risiken:
Als „Jahr der Veränderungen“ wertet H.C. Starck 2010. Prozesse und Organisationsstrukturen seien optimiert, die Wettbewerbsfähigkeit sei gestärkt worden. „Setzt sich der derzeitige allgemeine wirtschaftliche Aufschwung fort, haben wir damit die besten Chancen im Jahr 2011.“ Als Risiko wertet H.C. Starck die „derzeit stattfindende künstliche Verknappung und die Preissteigerungen auf dem Rohstoffmarkt“.
Mitarbeiter:
Rund 1100 Menschen beschäftigt H.C. Starck in der Region. Für das kommende Jahr legt sich das Unternehmen nicht fest: „Das ist abhängig von der Geschäftsentwicklung und kann deshalb Stand heute nicht in genauen Zahlen festgemacht werden.“

 
Asklepios-Harzkliniken
Gesundheitsbranche

Geschäftsentwicklung:
„Für das Herbert-Nieper-Krankenhaus in Goslar gehen wir von einer konstanten Geschäftsentwicklung aus“, berichtet Geschäftsführer Ulrich Gnauck. Im Oberharzer Robert-Koch-Krankenhaus sei eine positive Entwicklung der Geriatrie zu erwarten „und im Fritz-König-Stift Bad Harzburg gehen 2011 Neubauten ans Netz, die das Krankenhaus voran bringen werden“.
Chancen und Risiken:
„In Goslar wird die Zahl urologischer Patienten zunehmen, in Clausthal-Zellerfeld wird das neue Medizinische Versorgungszentrum aktiv“, teilt Gnauck mit. Der Standort Bad Harzburg werde zudem durch die Neubauten des Bettenhauses und der OP-Bereiche noch attraktiver. Risiko sei der zunehmende Ärztemangel, der alle Kliniken belaste.
Mitarbeiter:
1079 Mitarbeiter haben die Harz-Kliniken in der Region. Diese Zahl werde 2011 voraussichtlich leicht steigen, so Gnauck.

Uhlig Rohrbogen 
Uhlig Rohrbogen, Langelsheim
Anlagenbauer

Geschäftsentwicklung:
„Wir erwarten eine moderate Steigerung der Umsätze im kommenden Jahr. Ein ähnlich hohes Niveau wie vor der Finanz- und Wirtschaftskrise werden wir noch nicht wieder erreichen können“, teilt Geschäftsführer Thomas Linkmann mit.
Chancen und Risiken:
Mit seinen Produkte für die Energiewirtschaft baut das Unternehmen laut Linkmann auf „vielfältige Aktivitäten im europäischen Ausland“. Hier gebe es große Chancen. Gleichzeitig sei die traditionelle Ausrichtung auf Europa angesichts der labilen Verfassung des Euro-Raumes auch ein Risiko. „Gerade im Energiebereich hat man es häufig mit kommunalen oder staatlichen Auftraggebern zu tun, die durch mögliche Sparzwänge in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt sein können.“
Mitarbeiter:
Etwa 200 Menschen beschäftigt Uhlig in Langelsheim. Für das kommende Jahr gehe man von einer stabilen Zahl aus, so Linkmann.

Chemetall 
Nordzucker, Schladen
Lebensmittelindustrie

Geschäftsentwicklung:
„Bereits heute können wir sagen, dass unser laufendes Geschäftsjahr 2010/11 insgesamt ein sehr gutes Jahr werden wird“, teilt Nordzucker mit.
Chancen und Risiken:
„Zucker wird im kommenden Jahr in der EU auch aufgrund fehlender Importe ein knappes Gut sein“, lautet die Prognose des Konzerns. Auf die neue Lage habe sich Nordzucker schnell eingestellt und sich in der Landwirtschaft zusätzliche Flächen für die Rübenaussaat im März gesichert. Beide Entwicklungen haben aus Unternehmenssicht ihre Vorteile. Denn: „Tendenziell werden sich fehlende Importe und ein Ringen um die Fläche in höheren Preisen niederschlagen.“
Mitarbeiter:
130 Arbeitnehmer beschäftigt Nordzucker nach eigenen Angaben in Schladen, will diese Zahl im kommenden Jahr konstant halten. Weltweit hat der Konzern mehrere tausend Mitarbeiter.

Chemetall 
Med-X-Press, Goslar
Dienstleister Pharmaindustrie

Geschäftsentwicklung:
„2011 erwarten wir weiterhin großes Wachstum. Im späten Frühjahr nehmen wir einen Konzern als Kunden auf, der in seinem Segment weltweit Marktführer ist. Wir rechnen branchenweit mit einer enormen Sogwirkung“, berichtet Dr. Anne Pfitzner, Leiterin Marketing und Projektmanagement.
Chancen und Risiken:
„Der immer brisanter werdende Rationalisierungsdruck auf die Pharmazeutische Industrie führt dazu, dass Outsourcing-Pläne immer interessanter werden“, erläutert Pfitzner. Das bedeute zugleich große Entwicklungschancen für Med-X-Press.
Mitarbeiter:
Innerhalb von fünf Jahren habe sich Med-X-Press von einem Ein-Mann-Unternehmen zu einem Dienstleistungszentrum mit über 50 Festangestellten, fünf Auszubildenden und zeitweilig 120 Teilzeitkräften entwickelt, bilanziert Pfitzer. 2011 werde Med-X-Press rund 10 bis 20 weitere Mitarbeiter einstellen.

Sympatec, Clausthal 
Sympatec, Clausthal
Partikel-Messtechnik

Geschäftsentwicklung:
Ein Geschäfts-Plus von rund 30 Prozent hat Sympatec laut Dr. Stephan Röthele, Geschäftsführender Gesellschafter, 2010 verzeichnet. Im kommenden Jahr sei mit einer „deutlich abgeschwächten Dynamik“ zu rechnen.
Risiken und Chancen:
„Die Chancen liegen in der Normalisierung in den USA und Europa“, teilt Röthele mit. Gewisse Überhitzungsrisiken gebe es in den Boomregionen Asiens, insbesondere in China, sowie in den Schwellenländern Indien, Russland und Brasilien. Sympatec hoffe auf eine Normalisierung bei den Zulieferungen, die nicht immer termintreu funktioniert hätten.
Mitarbeiter:
„Ende diesen Jahres werden wir bei der Belegschaft weiter zugelegt haben und auf über 90 Mitarbeiter gewachsen sein“, so Röthele. „Ende 2011 könnte die Belegschaft dreistellig werden.“ Vor einem Jahr hatte Sympatec rund 80 Beschäftigte im Harz.

Volksbank
Volksbank Nordharz, Goslar
Finanzdienstleister

Geschäftsentwicklung:
„Wir erwarten ein solides, moderates Wachstum im Bankgeschäft. Der wirtschaftliche Aufschwung sollte sich – wenn auch abgeschwächt – fortsetzen“, teilen die Vorstandsmitglieder Hans-Dieter Reichelt und Dirk Leide mit.
Chancen und Risiken:

Gefahren für den Konjunktur-Aufschwung sehen die beiden Bankmanager in Inflationssorgen und Zinsängsten sowie in der wirtschaftlichen Entwicklung der Vereinigten Staaten: „Die USA könnten in die Rezession zurückfallen“, warnen sie. Chancen seien auch 2011 vor allem an den Aktienmärkten zu sehen. Zudem werde sich der Arbeitsmarkt in Deutschland voraussichtlich stabil entwickeln.
Mitarbeiter:
Rund 170 Arbeitnehmer beschäftigt die Volksbank nach eigenen Angaben in der Harz-Region. Dies soll auch so bleiben: „Wir wollen die Mitarbeiterzahl konstant halten“, betonen Reichelt und Leide.

Sparkasse 
Sparkasse Goslar/Harz
Finanzdienstleister

Geschäftsentwicklung:
2011 sei mit einer positiven Entwicklung in allen Geschäftsbereichen zu rechnen, teilt die Sparkasse mit. „Die Investitionsbereitschaft der Firmenkunden dürfte analog zum Konjunkturverlauf für eine rege Kreditnachfrage sorgen.“
Chancen und Risiken:
Die Sparkasse erwartet eine weitere Erholung, warnt aber auch: „Die strukturellen Schwächen der Region und die demografischen Prognosen bleiben als Rahmenbedingungen bestehen.“ Unkalkulierbar sei die Schuldenkrise in der EU.
Mitarbeiter:
Ende des Jahres wird die Sparkasse nach eigenen Angaben 437 Mitarbeiter und 32 Auszubildende beschäftigen. „Mit Blick auf die zu erwartenden wirtschaftlichen Auswirkungen der demografischen Entwicklung werden diese Zahlen bis Ende des nächsten Jahres auf 424 beziehungsweise 24 sinken.“ Vor einem Jahr hatte die Sparkasse die Zahl der Beschäftigten noch mit 475 und die der Auszubildenden mit 36 angeben.

Stöbich Brandschutz-Technik 
Stöbich, Goslar
Brandschutz-Technik

Geschäftsentwicklung:
„Trotz der verspäteten Auswirkung der Wirtschaftskrise auf die Baubranche sehen wir dem neuen Geschäftsjahr positiv entgegen. Unsere Prognosen zeigen, dass die rechtzeitig eingeleiteten Maßnahmen greifen und ein leichter Aufwärtstrend erwartet werden kann“, teilt das Unternehmen mit.
Chancen und Risiken:
„Besonders unsere Erfolge im Exportbereich haben den Einbruch des inländischen Marktes kompensieren können“, berichten die Stöbich-Verantwortlichen. Im Ausland sehen sie „großes Wachstums-Potenzial“ – auf den neu erschlossenen Märkten in den Vereinigten Staaten sowie in Brasilien.
Mitarbeiter:
226 Beschäftigte hat Stöbich nach eigenen Angaben derzeit am Standort Goslar. Einschnitte habe man im schwierigen vergangenen Jahr vermieden, so das Unternehmen. Auch 2011 werde es keine gravierenden Veränderungen geben.

Achtermann 
"Der Achtermann" , Goslar
Hotel & Tagungszentrum

Geschäftsentwicklung:
Achtermann-Direktor Kai Lauenroth rechnet nach eigenen Worten mit einer Fortsetzung des konjunkturellen Aufschwungs, der in den Segmenten Tagung, Individual- und Gruppentourismus auch 2010 spürbar gewesen sei. Die Verteilung habe sich dabei weiter zugunsten des Tagungs- und Individualgeschäfts verschoben.
Chancen und Risiken:
Als Stärken wertet Lauenroth die Qualität und Ausgewogenheit der Produkte. In der Qualität liege auch die größte Herausforderung 2011, „weil wir in diesem Jahr aufgrund der extrem guten Auslastung hier den einen oder anderen Wunsch offen gelassen haben“.
Mitarbeiter:Die Beschäftigten-Zahl hat sich nach Lauenroths Worten nicht verändert. Vor einem Jahr hatte er sie mit durchschnittlich 76 fest Angestellten sowie rund 70 geringfügig Beschäftigten angegeben. „Die Planung sieht keine weitere Schaffung von Arbeitsplätzen vor“, teilt Lauenroth mit.

Mann + Hummel 
Mann + Hummel, Bad Harzburg
Autozulieferer

Geschäftsentwicklung:
„Wir nehmen am Aufschwung teil, unsere Geschäfte laufen gut“, berichtet Sprecher Joachim Töpfer. Der Umsatz werde voraussichtlich die Zwei-Milliarden-Marke übertreffen, das Ergebnis im dreistelligen Millionenbereich erwartet. Der Trend werde 2011 anhalten, allerdings weniger dynamisch.
Chancen und Risiken:
Chancen sieht Mann + Hummel bei der „grünen“ Mobilität, denn: „Es gilt weiterhin, den Kraftstoffverbrauch und die Emissionen zu senken.“ Große Möglichkeiten gebe es zudem in neuen Geschäftsfeldern jenseits des Autos – etwa der Wasserfiltration. Als Risiken nennt das Unternehmen eine Überhitzung in China, eine drohende Rezession in den USA, Materialpreissteigerungen und Fachkräftemangel.
Mitarbeiter:

Rund 600 Menschen beschäftigt Mann + Hummel in der Region, Prognosen für den Stand in einem Jahr gebe es noch nicht.