Lokalsport

Fußballkreis Goslar schmeißt die SG Lüttgenrode raus

07.07.2010
Von Frank Saigge

Die Fußballsenioren der SG Lüttgenrode erhalten für die kommende Saison keine Zulassung für den Spielbetrieb des Fußballkreises Goslar.

Das bestätigte Spielausschuss-Vorsitzender Jörg Zellmer, der nach eigenen Angaben den Verein aus Sachsen-Anhalt darüber informiert und eine Kopie seines Schreibens an den zuständigen Kreisverband Harz geschickt hat, verbunden mit der Bitte, sich fortan um die SG zu kümmern.

Zellmer verweist „auf die Vorfälle der letzten beiden Jahre“. Da waren dem Verein rassistische Äußerungen von einem SG-Spieler sowie einigen Zuschauern gegenüber einem türkischstämmigen Spieler der TSG Bad Harzburg vorgeworfen worden, die Bedrohung eines Schiedsrichters in Westerode, der unter Begleitschutz vom Platz geführt werden musste, ein Spielabbruch gegen den Türkischen SKV und zuletzt noch die Fälschung eines Spielerpasses.

„Das war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat“, sagt Zellmer. Ein Einspruch gegen den Bescheid sei nicht möglich, da die Lüttgenröder nicht Mitglied im Fußballkreis Goslar sind. Zellmer: „Als Gäste sind sie auf unser Wohlwollen angewiesen.“

Überrascht und verbittert über diese Entscheidung zeigte sich in einer ersten Reaktion SG-Vorsitzender Eric Kiene: „Ich kann das überhaupt nicht nachvollziehen. Es geht doch um Seniorenfußball, um den Spaß an der Sache.“

Es sei niemals jemand angegriffen oder beleidigt worden. Kiene spielt den Ball zurück. Die SG sei von Schiedsrichtern aus dem Kreis Goslar durch herablassende Äußerungen provoziert und mehrfach benachteiligt worden. Warum sich ausgerechnet die TSG Bad Harzburg weigere, künftig gegen die SG anzutreten, verstehe er nicht. „Wir sind eine intakte Sportgemeinschaft mit 136 Mitgliedern, davon 78 Kinder, und haben eine schöne, neue Anlage. Vielleicht ist ja auch ein bisschen Neid dabei.“

Auch den Vorwurf der Passfälschung könne er nicht akzeptieren. Der fragliche Pass des Lochtumer Spielers sei schon 2001 ausgestellt worden. Dabei habe dieser seinen Vor- und Nachnamen getauscht. Erst als er sich 2008 einen neuen Pass habe ausstellen lassen, jetzt unter seinem richtigen Namen, sei das aufgefallen. „Wir können uns höchstens vorwerfen lassen, dass uns das damals durchgerutscht ist“, so der SG-Vorsitzende.

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