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Lokalsport
Hauptsponsor hört auf: HSG 08 bricht ein Drittel des Etats weg
Der Schock kam aus heiterem Himmel: Das Autohaus Mrozek steht aus Unzufriedenheit nicht mehr als Hauptsponsor für die HSG Schladen-Hornburg 08 zur Verfügung. Damit bricht ein Drittel des Etats für die Handballspielgemeinschaft weg.
„Das ist ein finanzieller Super-GAU. Die HSG ist existenziell bedroht“, sagt Jugendwart Jörg Gille, gleichzeitig Sprecher der vor zwei Jahren gegründeten HSG, die mittlerweile gut 300 Mitglieder umfasst und für die kommende Saison 21 Mannschaften ins Rennen schicken will. Eine solch große Abteilung sei allein durch Mitgliedsbeiträge nicht zu halten, nachdem der Etat bisher ungefähr gedrittelt von den beiden Stammvereinen sowie dem Autohaus finanziert wurde.
Noch in dieser Woche trifft sich der Vorstand der HSG 08 mit den Vorständen der Stammvereine zu einer Sondersitzung, um eine Lösung zu finden. „Ich gehe fest davon aus, dass uns das gelingt“, sagt Gille. Hauptziel sei es, das Zurückziehen von Mannschaften zu vermeiden. „Damit der Spielbetrieb nicht gefährdet ist, muss sofort die Reißleine gezogen und alle Ausgaben müssen minimalisiert werden.“
Abspecken erwartet
17 Jahre lang war das Autohaus als Hauptsponsor tätig, zunächst für den MTV Jahn Schladen, dann für die HSG 08. „Wir durften die erben, haben die Verträge modifiziert, und zwei Jahre lang war das eine tolle Lösung“, so Gille. Zwar habe man im Vorfeld zu den Vertragsverhandlungen aufgrund der Wirtschaftskrise und dem Auslaufen der Abwrackprämie mit einem möglichen Abspecken der Zuwendungen gerechnet und alternative Haushaltspläne aufgestellt. Mit einem derartigen Schritt aber habe niemand gerechnet.
Noch tiefer sitze der Schock, weil es keinen finanziellen Grund gebe. Dem Autohaus gehe es nach eigener Aussage sogar entgegen aller Prophezeiungen nach den Krisen besser denn je. „Es stimmt, wir verdienen wieder Geld, aber wir müssen auch viel dafür tun“, sagt Lutz Mrozek, der sich ausdrücklich für die langjährige Partnerschaft bedankt und darauf hinweist, dass der Handball auch weiterhin unterstützt werde, „aber nicht mehr in diesem Umfang“.
Die Gelder werden fortan auf andere Sportarten und auch an andere Vereine verteilt. Das hängt allerdings, daraus macht er keinen Hehl, mit einer gewissen Verärgerung über die Entwicklung dieser Partnerschaft zusammen.
Herzlichkeit weg
„Man hat uns den doppelten Werbeeffekt versprochen, aber das Gegenteil war der Fall. Die Zuschauerzahlen gingen zurück, die öffentliche Präsenz ebenso, und es gab praktisch kein Feedback mehr. Die Herzlichkeit, die früher bestanden hat, war mit Beginn der HSG weg. Es wurde alles zur Selbstverständlichkeit.“ Dennoch, so Mrozek, hätten sich die beiden Familien die Entscheidung nicht leicht gemacht.
Diese setzt die HSG nun in Zugzwang, da ein Ersatz in dieser Größenordnung weit und breit nicht in Sicht ist.
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