Lokalsport

Harzburger Springermeeting: Premiere mit Werbeeffekt

27.06.2010
Von Björn Gabel

Harzburger Springermeeting: Premiere mit Werbeeffekt

Der Auftakt ist geglückt: Der MTV Brunonia Harlingerode hat sein 1. nationales Springermeeting über die Bühne gebracht. Bei exzellenten äußeren Bedingungen gab es erstklassige Leistungen zu sehen, allerdings hatten die Verantwortlichen mit der einen oder anderen Tücke in der Organisation zu kämpfen.

Die Sonne strahlte über Harlingerode, um am Ende strahlte auch Andreas Rehr. „Hier kann etwas Großes wachsen“, sagte der Sportwart des MTV Brunonia. Das Wagnis, erstmals ein nationales Springermeeting auszurichten, hatte sich ausgezahlt.

Die Entscheidung, im nächsten Jahr einen zweiten Anlauf zu nehmen, fiel denn auch nicht schwer. Entscheidend war laut Rehr und Organisationsleiter Thomas Sollorz „das gute Feedback der Athleten. Die waren superzufrieden.“

Dabei hatten die Ausrichter bei der Premiere mit einigen Kinderkrankheiten zu kämpfen. Durch die kurzfristige Annahme des Qualifikationswettkampfs der U 20-Stabhochspringer zur WM in Kanada geriet der Ablaufplan durcheinander. So fand der Weitsprung der Herren am unteren Ende des Platzes fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, was die Athleten nicht gerade amüsierte. „Das passiert uns nicht noch mal“, sagte Rehr, „wir werden das Programm komprimieren.“

Schwierigkeiten gab es auch immer wieder mit der Lautsprecheranlage, zudem fehlte eine Anzeigetafel. „Wir müssen professioneller werden“, unterstrich Rehr. Das gelte auch für den Umgang mit Aktiven und Geldgebern. Im kommenden Jahr werde er Athleten- und Sponsorenverträge abschließen, nachdem einige Geldgeber mündlich getroffene Zusagen nicht einhielten und Springer trotz E-Mail-Zusage ihrer Manager nicht aufkreuzten.

Unter den Erwartungen blieb auch der Zuschauerzuspruch, obwohl kein Eintritt zu berappen war. Der Veranstalter ging von rund 800 Besuchern aus und blieb damit unter der erhofften vierstelligen Zahl.

Entschädigt wurde der MTV durch teils erstklassige Leistung. So überquerte der Schweriner Tom Konrad in der Stabhochsprung-Qualifikation 5,35 m, auch die 2,20 m von Lee Hup Wie aus Malaysia im Hochsprung konnten sich sehen lassen. Bei den Frauen sorgte Weitspringerin Anika Leipold (Hamburger SV) mit 6,41m für eine Spitzenweite, und Caroline Hasse (SC Potsdam) flog bei der weiblichen Jugend A im Stabhochsprung über 4,20 m.

Weitsprung-Siegerin Leipold sprach von „einem super Wettkampf und einer tollen Anlage. Ich komme im nächsten Jahr wieder.“ Gut für die Mundpropaganda unter den Athleten dürfte auch sein, dass diverse persönliche Bestleistungen an der Planstraße aufgestellt wurden. Die Anlage gibt was her – bessere Werbung kann es nicht geben.

Gedruckte GZ: Einen Auszug aus der Ergebnisliste lesen Sie in der Montag-Ausgabe.

drucken versenden Leserbrief schreiben