Lokalsport

Bundesliga im Jazz- und Modern Dance: Goslarer auf Rang zwei

13.06.2010
Von Björn Gabel

Bundesliga im Jazz- und Modern Dance: Goslarer auf Rang zwei

Die Formation „autres choses“ aus Saarlouis hat sich zum zweiten Mal in Folge den Titel in der Bundesliga im Jazz- und Modern Dance gesichert. Beim abschließenden Turnier in Wolfsburg holten sich die Saarländer den dritten Saisonsieg vor den J.E.T.s des MTV Goslar, die auch in der Gesamtwertung Rang zwei belegten.

Bevor sie auf die Tanzfläche gehen, beißen die Tänzerinnen der J.E.Ts. immer herzhaft in eine Zitronenhälfte. Dieser besondere Gaumenkitzel soll noch ein paar Prozente freisetzen.

Beim Bundesliga-Finale in Wolfsburg schmeckte der Biss in die Zitrusfrucht süß und sauer zugleich. Süß, weil die Formation des MTV Goslar aus den Rahmenbedingungen das Bestmögliche machte, sauer, weil die Wertung mit fünf Einsen für „autres choses“ aus Saarlouis und fünf Zweien für die Goslarer doch unerwartet deutlich ausfiel.

Genau diese Tafelkombination hatten die Wertungsrichter zum Saisonauftakt in Saarlouis gezückt, dann aber waren die J.E.T.s immer näher gerückt. Beim Heimturnier sprangen die beiden ersten Einsen heraus, in Lampertheim gab es anschließend den Turniersieg zu feiern. Insofern war die Wertung am Samstag ein Rückschritt, zumal die J.E.T.s im Hinblick auf die deutschen Meisterschaften am 9. Oktober in Essen ein Ausrufezeichen setzen wollten. „Schade, aber nicht zu ändern“, sagte Ottmar Beese, der zusammen mit Conni Heiser für die verhinderte Trainerin Anne Beese die Mannschaft betreute.

Eindeutiges Votum

Das eindeutige Votum fand beim MTV-Lager in der nicht ganz ausverkauften Halle „Am Windmühlenberg“ in Fallersleben keine einhellige Unterstützung. „So viel schlechter habe ich uns nicht gesehen. Ein, zwei Einsen wären aus meiner Sicht drin gewesen“, sagte Ottmar Beese.

Die J.E.Ts wiesen nach einer eher durchschnittlichen Vorstellung in der Vorrunde, in der Sheila Steffens erstmals in der Bundesliga zum Einsatz kam, im Finale auch dank des Zitronendopings viel Kämpferherz. Energiegeladen und ausdrucksstark brachten sie ihre Version des Stücks „Prima Materia“ des schottischen DJs Alex Smoke auf die Fläche, leichte Mängel gab es nur in der Synchronität.

„autres choses“ hingegen vermochte nach einer starken Vorrunde nicht mehr zuzulegen, letztlich aber sahen die fünf Wertungsrichterinnen den Spitzenreiter in den vier zu beurteilenden Bereichen Präsentation, Musikalität, Technik und Choreografie vorn. Saarlouis‘ Tanzguru Andreas Lauck hatte nach Platz zwei in Lampertheim das eigene Stück allerdings auch leicht nachjustiert. Den Bundesliga-Titel hätten die J.E.T.s ohnehin nur durch eine mittelschwere sportliche Sensation erreichen können.

Bald ein Dreikampf?

Künftig aber ist ein Dreikampf im deutschen Jazz- und Modern Dance zu erwarten. Denn „fearless“ vom Gastgeber VfL Wolfsburg beeindruckte schon im ersten Bundesliga-Jahr und holte sich zurecht Platz drei.

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