Lokalsport

Sturmtief „Daisy“ verhindert Skispringen der Damen in Braunlage

10.01.2010
Von Camillo Kluge

Sturmtief „Daisy“ verhindert Skispringen der Damen in Braunlage

Nach zehn erfolgreichen Conti-Cup-Jahren wurde die Premiere der Damen unverschuldet zum Fiasko für den WSV Braunlage. Denn trotz aller Bemühungen reiste der Skisprung-Zirkus unverrichteter Dinge wieder aus dem Harz ab: Nicht ein Wertungsspringen war auf der Wurmbergschanze möglich.

Die Enttäuschung konnte Eckard Friedrich, Vorsitzender des WSV Braunlage und Chef des Organisationskomitees, nicht aus dem Gesicht wischen. So viel Arbeit, so viel Engagement, so viel Vorfreude, so viele Investitionen – am Ende alles in den Wind geschossen. Sturmtief „Daisy“ hatte den Skispringerinnen die Show gestohlen und jeglichen Wettbewerb unmöglich gemacht.

Name stößt sauer auf

„Im Sport muss man auch mal verlieren können“, trotzte Friedrich der Enttäuschung und richtete den Blick schon wieder nach vorn. Denn Chika Yoshida, die vom Weltskiverband eingesetzte Verantwortliche für den Continental Cup, lobte insgesamt das Team des WSV und schlug für die kommende Saison den 15./16. Januar als Termin für das nächste Springen auf dem Wurmberg vor.

Allerdings hatte die Japanerin auch Dinge entdeckt, die ihr nicht passten. Vor allem stieß ihr der vom WSV aufgebrachte Begriff „Weltcup“ unangenehm auf. Die Idee des WSV, durch Weltcup die Stellung und gute Besetzung des Springens auch Laien klar zu machen, widerspreche der begrifflichen Einigkeit und der gemeinsamen Vermarktung.

Ansonsten war die Koordinatorin in der Summe voll des Lobes: Gute Quartiere, alles bestens organisiert und vor allem ein Helfer- und Betreuerstab, wie er bei anderen Springen in solchem Umfang nirgends vorhanden ist.

Eben dieser Helferstab von gut 150 Leuten – Feuerwehr und Polizei noch nicht mitgezählt – tat Friedrich besonders leid. Doch „das Team steht bereit, damit wir kommenden Winter einen erneuten Versuch starten.“

Der ist allerdings von einem weiteren Faktor abhängig: den Finanzen. „Nicht eine Karte haben wir verkauft“, sagte Friedrich. Grundsätzlich sollte das eine Veranstaltung nicht beeinflussen, denn im Idealfall tragen die Sponsorengelder sämtliche Kosten. „So war das bei früheren Springen bei uns auch“, meinte der OK-Chef, „doch die Zeiten haben sich geändert, wir sind auf Eintrittsgelder angewiesen.“

Den Löwenanteil tragen die Hotels, die etwa der Hälfte der Sportler komplett übernehmen, für die andere Hälfte kommt der WSV auf. Auch die Verpflegung an der Schanze wird gesponsert. Doch es bleiben genug Kosten für den Ausrichter. Das beginnt bei der Technik, geht über die Beschallung, das Zelt, Strom und Heizkosten, Fahrtkosten, Versicherungen, Rettungsdienste und vieles mehr. „Solche Kosten wurden vorrangig aus Zuschauereinnahmen gedeckt“, sagte Friedrich.

Bürgschaft als Hilfe

Nun wird sich der Verein schleunigst auf Partnersuche begeben. Denn noch einen Totalausfall kann sich der WSV nicht leisten. „Wir wollen und werden nicht das Schicksal unseres Vereins aufs Spiel setzen“, so Friedrich. Wenn die endgültigen Zahlen in den kommenden Tagen auf dem Tisch liegen, wird der WSV nach Lösungen suchen.

Dazu wird er auch an die Stadt und den Kreis Goslar herantreten sowie nach Partnern in der Wirtschaft suchen. „Eine Ausfall-Bürgschaft würde uns ja schon genügen“, so Friedrich. Die Zeit ist knapp: Bis Ende März muss der WSV den Termin bestätigen.

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