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Harzer Wölfe
Altlast bringt ESC „Harzer Wölfe“ Braunlage ins Straucheln
Der 9. Dezember 2009 geht als nächster schwarzer Tag in die Geschichte des Braunlager Eishockeys ein. Der ESC „Harzer Wölfe“ meldete am Mittwoch um 11.40 Uhr beim Amtsgericht Goslar Insolvenz an. Erst im September 2006 hatte der Vorgängerverein Braunlager SC/Harz diesen Schritt vollziehen müssen.
Öffentlich machte den Vorgang ESC-Präsident Jochen Klaeden gegen 18 Uhr in einer Pressemitteilung. Überschrift: „Altlast zwingt Harzer Wölfe in erneute Insolvenz.“ Auslöser für diese Entscheidung, so Klaeden, sei der in erster Instanz verlorene Arbeitsgerichtsprozess gegen Ex-Spieler Marc Garthe gewesen.
Ihm waren in Braunschweig 19 200 Euro zugesprochen worden, die sich durch Steuern und Sozialausgaben auf 35 000 Euro erhöhen würden. „Diese Summe können wir nicht stemmen“, sagte Klaeden. Er verwies zudem auf die Risiken eines noch anhängigen Kündigungsverfahrens. Diverse Versuche auf eine außergerichtliche Einigung zwischen dem Verein und dem Kanadier waren gescheitert, wobei der ESC, so Klaeden, „an die äußerste Schmerzgrenze des finanziell Machbaren“ gegangen sei. Er könne im Übrigen den in Braunlage wohnhaften Garthe sehr gut verstehen, der eine Familie zu ernähren habe.
„Unsere Lage ist tragisch, aber vielleicht nicht aussichtslos“, meinte der Präsident weiter. Angestrebt werde jetzt ein geordnetes Planinsolvenzverfahren, dessen Ziel es sei, die Saison zu Ende zu spielen und im Frühjahr über eine Gläubigerversammlung eine Einigung zu erzielen. Klaeden: „Gelingt dieser Versuch, dann wäre der Club am Ende dieses Verfahrens nahezu schuldenfrei und könnte weiter bestehen.“ Offen ist, ob ein Insolvenzverwalter oder lediglich ein Gutachter bestellt wird.
„Wir sind ja sonst im Großen und Ganzen schuldenfrei“, betonte Klaeden, der auf die Konsolidierungsanstrengungen der vergangenen beiden Jahre verwies. Diese würden jetzt durch den vom vorherigen Vorstand nur mündlich geschlossenen Vertrag mit Garthe torpediert.
Klaeden nahm bereits gestern Kontakt zu Garthe auf. „Auch er hat kein Interesse, dass der Verein kaputt geht“, sagte der ESC-Boss. Der Kanadier habe angedeutet, dass er möglicherweise „eine Idee“ habe, wie die verfahrene Situation zu lösen sei.
Auch Klaeden forderte das Umfeld auf, jetzt mit Rat und Tat zur Seite zu stehen und diesen Sport im Harz zu erhalten. „Ich klebe nicht an meinem Stuhl, ich bin ja nur geholt worden. Wenn jemand zum Beispiel das Geld hat und hier etwas bewegen will, dann stehe ich nicht im Weg.“
Der gestrige Insolvenzantrag war bereits der fünfte in der Geschichte des Braunlager Eishockeys. Vorgängervereine hatten 1986, 1995, 2000 und zuletzt 2006 aufgeben müssen – da hatten allerdings ganz andere Summen eine Rolle gespielt.
Kommentare
Die Kommentare geben nicht die Meinung der Zeitung wieder. Sie sind Einzelmeinungen der Leser, keine repräsentative Auswahl.
Altlast bringt ? Was ist los in Braunlage? Alle Jahre wieder. Und wenn ein Fan mal wieder Geld hat soll er es dort abgeben. Die Verantwortlichen sollten sich mal Gedanken machen, was Sie falsch machen und nicht alle Jahre wieder den Fan zur Kasse bitten.
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