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Harzer Wölfe
Harzer Wölfe: Switzer und Westerkamp kehren zurück
Eishockey-Oberligist ESC „Harzer Wölfe“ Braunlage hat wieder eine komplette Führungsmannschaft. In der Mitgliederversammlung am Freitagabend wurde Dieter Hartig zum neuen Präsidenten gewählt. Die sportliche Kompetenz ging zu großen Stücken in die Hände von Marc Garthe über.
Der kleine Saal „Timmendorf“ des Maritim-Hotels platzte aus allen Nähten. Spieler, die mit einem Stehplatz auf dem Hotelflur vorlieb nehmen mussten, altgediente Mitglieder, für die noch schnell ein Stuhl in den Mittelgang zwischen den Tischreihen geschoben wurde, Jugendliche, die hinter dem Präsidiumstisch auf der Fensterbank Platz nahmen – rein optisch erinnerte die Jahreshauptversammlung der „Harzer Wölfe“ an ein Studentenparlament.
Dass rund 60 der 178 Mitglieder des Eishockey-Oberligisten kamen, war auch ein Zeichen für die Dringlichkeit der Sitzung. Nach Wochen, in denen mehr über- als miteinander geredet wurde, herrschte Aufklärungsbedarf und das Verlangen nach einem Neustart.
Keine Eskapaden
Der Aufbruch zumindest ist geglückt. Alle Posten wurden besetzt, bei den gesamten Wahlen gab es neben diversen Enthaltungen nur eine einzige Nein-Stimme. An der Spitze steht nun Schatzmeister Dieter Hartig, Vizepräsidenten sind Sonja Anglett, 37 Jahre alt und Geschäftsfrau aus Braunlage, sowie Ex-Spieler Marc Garthe. Er übernahm zudem die sportliche Leitung. Offen ist noch die Rolle von Jörg Schwiegershausen. Er ist für ein weiteres Jahr als Vizepräsident gewählt, tauchte aber nicht bei der Sitzung auf. Auch ein telefonischer Kontakt kam bisher nicht zustande. Das vereitelte den Plan, Pressesprecher Robert Koch ins Präsidium zu wählen.
Hartig tritt mit dem Ziel an, die diversen Lager, die sich gebildet haben, „wieder an einen Tisch zu holen. Wir müssen jetzt nach vorn schauen.“ Mehrfach unterstrich er aber, dass es mit ihm keine „finanziellen Eskapaden“ geben werde. Mantra des Abends war „die schwarze Null“.
Nach dem Abschluss des Planinsolvenzverfahrens sind die ESC-Kassen leer, allerdings drücken den Verein auch keine Schulden. Vordringlich sei laut Hartig, der auch das Amt des Schatzmeisters weiter innehat, die Suche nach Sponsoren. Mit ihnen stehe und falle das gesamte Konzept.
Je mehr Geldgeber, umso besser die Mannschaft, lautete die Faustformel. Veranschlagt sind rund 30.000 Euro an Einnahmen aus dem Spielbetrieb, da Hartig lediglich mit einem Schnitt von rund 300 Zuschauern kalkuliert. Der Rest muss von außen kommen. Zum Vergleich: Ex-Präsident Jochen Klaeden hatte laut Hartig in der vergangenen Saison rund 120.000 Euro Sponsorengelder zusammengebracht.
Um auf Dauer nicht immer wieder Spieler von außen holen zu müssen, soll die Nachwuchsarbeit forciert werden. „Da müssen wir professioneller werden“, sagte Garthe bei der knappen Vorstellung seines Konzepts. Zum Beweis hatte er diverse Nachwuchsspieler mitgebracht. „Das ist unsere Zukunft.“
Bonbons auf dem Flur
Der Deutsch-Kanadier packte vor der Wahl auch noch zwei Bonbons für die Fans aus. Mit Derek Switzer (40/Landsberg) und Peter Westerkamp (34/Buchloe) kehren zwei altbekannte Spieler an den Wurmberg zurück – beide warteten schon auf dem Flur. „Sie kommen zum absoluten Freundschaftspreis und erhalten zuschauerbezogene Verträge“, so Garthe. Die Routiniers sollen auch in die Nachwuchsarbeit eingebunden werden.
Hartig hat sich auch mehr Transparenz auf die Fahnen geschrieben. So spiele er mit der Idee, Fanvertreter zu Sitzungen einzuladen, möglicherweise soll es im August bereits die nächste Mitgliederversammlung geben, um über den Stand der Dinge zu berichten – womöglich dann in einem größeren Raum.
Gedruckte GZ: Was Marc Garthe über seine Funktion als sportlicher Leiter und sein personelles Konzept für die Oberliga sagt, lesen Sie in einem GZ-Interview in der Montag-Ausgabe.
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