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GSC 08
Hintergründe des Bestechungsversuchs noch im Dunkeln
Zwar waren im Vorfeld des Regionalliga-Kellerduells zwischen dem Goslarer SC 08 und dem SV Wilhelmshaven alle Seiten bemüht, die sportlichen Aspekte in den Vordergrund zu rücken. Aber so ganz beiseite schieben ließ sich der Vorfall vom Mittwochabend nicht, als eine obskure Gestalt versucht hatte, GSC-Torwart Lars Möhlenbrock nach dem Training mit 1.500 Euro zu bestechen.
Was das Delikt selbst betraf, gab es am Freitag noch keine neuen Erkenntnisse. „Wir stecken mitten in den Ermittlungen“, so der Goslarer Polizeisprecher Michael Ahrens, der keine weiteren Auskünfte mit dem Hinweis auf „ermittlungstechnische Gründe“ gab. Die Veröffentlichung des Vorgangs habe „Wellen geschlagen, die Ermittlungsansätze zerstört“ hätten. Er gehe davon aus, dass erst nach Abschluss der polizeilichen Arbeit die Staatsanwaltschaft die Öffentlichkeit informieren werde. Auch auf die Frage, ob der Vorfall in irgendeiner Form mit dem internationalen Wettskandal in Zusammenhang stehen könnte, machte Ahrens keine Angaben.
„Ich weiß es nicht und will es nicht wissen“, mochte auch Trainer Goran Barjaktarevic „keine Vorwürfe und Vermutungen“ äußern. Man habe sich vor der Saison im Mannschaftskreis darüber unterhalten, was in dieser Klasse auf sie zukommen könnte. Seine Schützlinge seien darauf eingestellt. Nicht überrascht zeigte er sich von dem plumpen und dreisten Vorgehen. „Die fühlen sich stark und sicher.“ Er gehe aber davon aus, dass die Polizei sehr schnell herausfinde könne, wer den Wagen „gemietet und gefahren“ habe, mit dem „Markus aus Bremen“, wie sich der Unbekannte vorstellte, in Goslar war.
Auch der Deutsche Fußballbund (DFB) konnte noch nichts Neues vermelden. Sascha Doether, zuständig für die Regionalliga, bestätigte aber, dass in Braunschweig ein Mitglied des Kontrollausschusses vor Ort sein und auch ein Gespräch mit Möhlenbrock führen werde.
Auch andernorts hatte der Vorfall nach dem ersten Hinweis im Online-Angebot der GZ schnell Kreise gezogen. Jörg Schwarz, Pressesprecher des SV Wilhelmshaven, versendete am Freitag eine offizielle Presseerklärung, dass der Verein nichts damit zu tun habe.
Personell sieht es beim GSC vor dem Spiel gegen Wilhelmshaven wieder besser aus. Neben den Neuzugängen Tezcan Karabulut und Michél Kniat, die eine Option sind, stehen Necati Uluisik und Peter Endres wieder zur Verfügung, die in Plauen ihre Sperren abgesessen haben. Im Training stehen auch wieder Karol Szweda, Andreas Binder und Raik Dähling, doch wisse er nicht, so der Trainer, wie lange sie auf dem geforderten Niveau spielen können. „Ich kann aber eines versichern. Die Spieler werden alles gehen. Die jüngste, eher positive Entwicklung rund um den Stadionumbau hat für neue Zuversicht gesorgt.“
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