GSC 08

Am Millerntor auf der Suche nach der richtigen Balance

12.02.2010
Von Frank Saigge

Am Millerntor auf der Suche nach der richtigen Balance

Man mag es sich nicht so richtig vorstellen, aber der FC St. Pauli zeigt sich wild entschlossen, das Spiel seiner 2. Mannschaft am Sonntag um 14 Uhr gegen den GSC auf dem zerfurchten Rasen des Millerntor-Stadions austragen zu lassen.

Mir wäre es nur recht“, sagt GSC-Trainer Manfred Wölpper, „man braucht irgendwo einen Fixpunkt, auf den man hinarbeiten kann, sonst lässt die Spannung nach.“ Also geht er davon aus, dass er seine Mannschaft auf den Platz schicken kann. Dann würden Physis und Einstellung zu Gegner und Platz das entscheidende Kriterium gegen die Hamburger sein, gegen die der GSC in der Hinrunde einen seiner zwei Saisonsiege feierte.

Der Trainer sieht seine Schützlinge trotz der eingeschränkten Trainingsmöglichkeiten „gut drauf“. Zwar er habe er so gut wie gar nicht im taktischen Grundlagenbereich arbeiten können, und auch das Training von Standards war in der Halle nicht möglich, aber sonst habe die Mannschaft gut gearbeitet, und man müsse versuchen, das Beste aus der misslichen Lage zu machen.

Was die Besetzung anbelangt, werde es keine großen Überraschungen geben können. Die langfristigen Ausfälle haben sich bisher nicht zurückgemeldet. Christopher Kolm steht zwar wieder im Training, sei aber noch nicht bei 100 Prozent, Necati Uluisik falle mit einem Muskelfaserriss aus, und auch Alexander Scheinpflug steht nicht zur Verfügung. Er ist aufgrund seiner fünften Gelben Karte gesperrt. So wird Wölpper, schon um die Auflagen der U 23-Regelung erfüllen zu können, den ein oder anderen Spieler aus der 2. Mannschaft mitnehmen.

Das Spiel wird in jedem Fall einen Aufschluss darüber geben, wie die Mannschaft die Turbulenzen in der Winterpause verkraftet hat und ob sich die Unruhe auch im Umfeld negativ bemerkbar macht. Davon sei der alltägliche Betrieb nicht unbelastet geblieben, sagt Wölpper, der von Aktionen bis hin zu Sabotageakten wie zugeklebten Schlössern spricht. „Solche Sache kann ich nicht nachvollziehen. Wem sie nutzen sollen, ist mir absolut schleierhaft“, meint der Trainer, ohne näher auf Details einzugehen.

Wichtig sei, die richtige Balance zwischen Lockerheit und Anspannung zu finden. Bei zehn Punkten Rückstand gebe es nichts mehr zu verlieren, aber andererseits seien Kampfgeist und Beharrlichkeit unabdingbare Tugenden. „Wir können nur positiv an die Sache herangehen, denn wenn wir die Sensation tatsächlich schaffen sollten, wird das für Aufsehen sorgen, und dann wird jeder Einzelne auch persönlich davon profitieren.“

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