GSC 08

Bestechungsversuch im Goslarer Osterfeldstadion: Beschuldigter schweigt

26.01.2010
Von Frank Saigge

Am 18. November 2009 versuchte ein Mann, der sich als „Markus aus Bremen“ vorstellte, im Goslarer Osterfeldstadion GSC-Torwart Lars Möhlenbrock zu bestechen. Der Versuch schlug dadurch hohe Wellen, dass fast zeitgleich die Staatsanwaltschaft Bochum über Ermittlungen in einem bundesweiten Bestechungsskandal im Zusammenhang mit Fußballwetten an die Öffentlichkeit ging.

Verbindungen zwischen diesen Ereignissen sind allerdings bisher noch nicht nachgewiesen worden, teilte Joachim Geyer mit, Sprecher der im Goslarer Fall ermittelnden Staatsanwaltschaft Braunschweig. Sollte sich entsprechende Hinweise ergeben, würde das Verfahren wahrscheinlich in den größeren Komplex integriert werden. Allein die zeitliche Nähe gebe Anlass zu Vermutungen, belegen ließen sich Verbindungen indes nicht.

Gering sei allerdings auch die Wahrscheinlichkeit, dass es sich bei „Markus aus Bremen“ um einen Einzelgänger mit noch nicht nachvollziehbarer Motivation handelt. Die Tatsache, dass er vor und nach seinem abendlichen Besuch und seiner überstürzten Flucht per Leihwagen zum Handy gegriffen und mit bestimmten Personen telefoniert habe, ließen einen entsprechenden Schluss zu. Diese Personen, über die aus ermittlungstaktischen Gründen noch keine Erkenntnisse öffentlich gemacht werden können, würden derzeit im Rahmen der laufenden Ermittlungen überprüft.

Geyer teilte außerdem mit, dass der junge Mann, der dem Goslarer Torwart 1500 Euro für den Fall angeboten hatte, dass der GSC das wenige Tage später stattfindende Punktspiel gegen den SV Wilhelmshaven verliert, von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch mache und auch ein Verteidiger noch nicht legitimiert sei.

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