GSC 08

Aus für GSC-Erfolgstrainer Goran Barjaktarevic

12.01.2010
Von Björn Gabel

Aus für GSC-Erfolgstrainer Goran Barjaktarevic

Nach fast drei Jahren ist Schluss: Goran Barjaktarevic wurde von seinem Amt entbunden. Foto: Epping

GOSLAR. Am Dienstag kurz nach 18 Uhr ließ der Verein die Katze aus dem Sack: Goran Barjaktarevic ist nicht mehr Trainer des Fußball-Regionalligisten Goslarer SC 08. Ein Nachfolger soll schon am Mittwoch präsentiert werden.

Barjaktarevic hatte noch um 16.30 Uhr die Trainingseinheit in der ehemaligen „LaOla“-Halle geleitet, anschließend verkündete Hauptsponsor Folkert Bruns der Mannschaft die überraschende Trennung vom Erfolgstrainer. Er hatte den GSC innerhalb von zwei Jahren von der Bezirksoberliga in die Regionalliga geführt.

Längerfristiger Prozess

In einer Presseerklärung, die vom 2. Vorsitzenden Stephan Leutloff und Barjaktarevic selbst unterzeichnet ist, wird der Rausschmiss lediglich mit einem Satz begründet: „In der Vergangenheit haben sich zwischen Verein und Trainer Differenzen über die zukünftige sportliche Ausrichtung der 1. Herrenmannschaft ergeben.“ Bruns wollte diese Aussage auf Nachfrage nicht näher kommentieren, sprach allerdings von einem „längerfristigen Prozess“.

In der Erklärung heißt es weiter, dass die derzeit prekäre Tabellensituation – das Schlusslicht trennen bereits elf Punkte vom rettenden Ufer – durch die „Querelen um die Realisierung des Stadionumbaus geprägt“ worden sei. Der „gewünschte sportliche Erfolg“ habe sich durch die Verlegung der Heimspiele von Goslar nach Braunschweig nicht eingestellt.

Ansonsten werden Barjaktarevic viele Kränze geflochten. Der 40-Jährige habe nach seinem Amtsantritt im Februar 2007 „konstante und hervorragende Arbeit“ geleistet. Weiter heißt es: „Der Vorstand des GSC 08 und seine Mitglieder bedanken sich ausdrücklich für die bisherige positive Zusammenarbeit mit Herrn Barjaktarevic.“

Der Beurlaubte selbst wollte die Vorgänge nicht kommentieren. Nur dies: „Ich habe bei der Verabschiedung ausdrücklich die Jungs gebeten, keine emotionalen Entscheidungen zu treffen.“

Eine Aussage mit Sprengkraft, denn das Verhältnis zwischen Trainer und Mannschaft gilt als außergewöhnlich eng. Barjaktarevic hatte in Goslar viele Spieler um sich geschart, die er bereits in der Jugend trainiert hatte. Mit dem Aufstieg in die Regionalliga aber wurden die Reibeflächen in der Personalpolitik mit dem Verein immer größer. Der DFB-Fußballlehrer hatte beharrlich namhafte Verstärkungen gefordert, aber nur vergleichsweise bescheidene Mittel an die Hand bekommen.

Veto des Vereins

In den vergangenen Wochen flammte das Thema nach GZ-Informationen wieder auf. So soll von Vereinsseite unter anderem gegen die vom Trainer angeregte Verpflichtung des zweitliga-erfahrenen Stürmers Alassane Ouedraogo, der inzwischen bei Rot-Weiß Essen gelandet ist, und von Angreifer Ali Lukunku, zuletzt Erzgebirge Aue, ein Veto eingelegt worden sein.

Mannschaftskapitän Raik Dähling sprach in einer ersten Stellungnahme von „einem Schockzustand und tiefem Bedauern – mehr kann ich dazu nicht sagen. Das ist schon ein Brett.“ Der Mannschaftsrat werde sich bereits am Mittwochnachmittag mit Bruns zusammensetzen.

Bis dahin will der Verein bereits die Nachfolge geregelt habe. „Wir werden am Mittwoch wahrscheinlich einen neuen Mann präsentieren“, sagte Bruns. Namen wurden nicht genannt, ein möglicher Kandidat könnte allerdings der in Schladen wohnhaft Uwe Hain sein, zuletzt Trainer der 2. Mannschaft von Eintracht Braunschweig.

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Kommentare

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Maxxos schrieb am 12.01.2010 21:08

Na Prima ! So wird die finanzielle Belastungszusage der Stadt Goslar zum Glück erldigen. Danke !

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objektiv schrieb am 13.01.2010 07:20

Der Trainer war sicher ein Guter! Nur in dem Umfeld (2.Vorsitzender, Fanbeauftragter, Stadionbeauftragter), ist auch der beste Trainer wertlos. Ich denke, Herr Barjaktarevic ist "gegangen worden", weil er mit dem Größenwahn der GSC-Funktionäre nicht einverstanden war. Sollte nun tatsächlich Uwe Hain folgen, empfehle ich den Verantwortlichen den Gang zu einem "Spezialisten"!

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mb schrieb am 13.01.2010 08:04

Wieder eine einsame Vorstandsentscheidung um Bruns und Konsorten (Vorstand wäre übertrieben). Wann hat dieses Drama endlich ein Ende? Wie lange lassen sich die GSC Mitglieder dies noch gefallen? Für die meisten GSC Mitglieder sprechen diese Personen doch schon lange nicht mehr. Goran ist ein guter Trainer. Was nicht stimmt, ist das notwendige professionelle Umfeld. Also, wieder einmal gehen die falschen Leute!

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Angry JJ schrieb am 13.01.2010 08:15

Eine sehr überraschende Entscheidung des GSC. Sportlicher Misserfolg in der ersten Saisonhälfte hin oder her. Wenn hier schon von einem "langfristigen Prozess" gesprochen wird, warum hat man sich nicht schon vor Weihnachten getrennt? Nein, wenige Wochen vor Rückrundenstart, so das der neue Trainer kaum Zeit für einen Aufbau hat. Sehr professionell, liebe Verantwortliche beim GSC! Und sollte Uwe Hain wirklich der neue werden, kann ich als Blaugelber nur sagen:"viel Spaß!". Sein Abgang und seine sportlichen Referenzen bei der Eintracht sollten hier mal beim GSC objektiv betrachtet und bewertet werden. Nur weil er Uwe Hain heißt und von der Braunschweiger Eintracht kommt, ist er noch lange nicht der Richtige für die momentane Situation eines GSC 08. Namen kaufen hat auch in BS nicht funktioniert. Nun denn. Aber "Danke" an Barjaktarevic!

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Ex-Goslarer schrieb am 13.01.2010 14:12

Ein sportlicher Höhenflug, der bisher einmalig im Harzer Fußball ist, scheint am Scheideweg zu sein. Droht nun der Absturz? Waren alle Scharmützel um Stadion und Finanzierung nur Ablenkungsmanöver vom desaströsen Zustand des GSC? Der raketenartige Aufstieg mit Bruchlandung in der Regionalliga scheint einigen Herrschaften rund um den Verein nicht gut bekommen zu sein. Dabei hätte jedem Fußballsachverständigen vor Saisonbeginn klar sein müssen, dass in der 4. Liga das sportliche Mannschaftsniveau des GSC nicht ausreichend sein wird. Übrigens war es Barjaktarevic, der mehrfach Verstärkungen forderte, sie aber nicht bekam. Wer soll es nun richten? Egal wer kommt und das Traineramt übernimmt, mindestens zwei bis drei namhafte Verstärkungen müssen her, um das Fiasko und den Totalabsturz zu verhindern. Doch viel wichtiger ist, dass endlich wieder Ruhe in den Verein kommt. Der GSC ist nicht Bayern München!

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0 schrieb am 13.01.2010 16:46

Das dürfte der endgültige Abstieg des GSC sein. Andere Vereine würden sich die Finger nach solch einem Trainer lecken. Sollte tatsächlich Uwe Hain verpflichtet werden, geht es abwärts bis in die Bezirksliga. Man sollte die Leute zum Teufel jagen, die diesen Trainer entlassen haben. Das diese Personen absolut keine Ahnung vom Fußball haben, steht außer Frage. Nicht Geld regiert, sondern leistung. Leistung kann aber nur erbracht werden, wenn man die passenden Spieler hat. Goslar hatte sie nicht. Versuche einmal, einen Trabbi in einen Formel1 Wagen umzubauen. Das kann auch nicht klappen. Der Rauswurf ist ein Witz von absolut unfähigen Personen in der Vereinsspitze. Der Untergang steht nun fest. Bin mir sicher, auch die wenigen guten Spieler werden nun das feld räumen. Lasst Euch überraschen. Dieses war der größte Fehler, der begangen werden konnte.

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