Dokumentation: Verkehrsgerichtstag 2010 in Goslar

Tagungsmöglichkeiten sind nicht optimal

Moderne Technik in der Kaiserpfalz: Auf großen Flachbildschirmen verfolgen die Teilnehmer an der Eröffnungsveranstaltung den Vortrag von VW-Vorstand Dr. Werner Neubauer. Foto: Schenk

 

Tagungsmöglichkeiten sind nicht optimal

28.01.2010
Von Friedrich Metge

GOSLAR. Die Kritik war freundlich verpackt, aber unüberhörbar: Goslar stößt als ständiger Tagungsort des Deutschen Verkehrsgerichtstages (VGT) mit rund 1.800 Teilnehmern an seine Grenzen. Bei Hotellerie und der technischen Ausstattung der Tagungslokale, sagte VGT-Präsident Kay Nehm in seiner Rede zur Eröffnung der 48. Tagung in der Kaiserpfalz, gebe es durchaus Verbesserungsbedarf. Sorgen, fügte er hinzu, bereite vor allem die Frage, „wo unsere bestbesuchten Arbeitskreise künftig nach drohender Schließung des Odeon-Theaters ihren Platz finden werden“ und ob man das Entgegenkommen des Ratsgymnasiums auf Dauer werde in Anspruch nehmen können.

Aber vor Jahren habe er schon einmal gesagt, relativierte Nehm die Kritik, niemand denke daran, einer vertrauten Geliebten wegen eines Pickels den Laufpass zu geben: „Mit anderen Worten, auch kleine Unebenheiten machen den besonderen Charme des Tagungsortes Goslar aus.“

Vorsichtig drückte sich Nehm beim Dank an die Stadtverwaltung für die regelmäßige gute Unterstützung aus. In Zeiten, in denen der Bund sich anschicke, seine finanzpolitischen Utopien auf Kosten der Länder und Kommunen auszuleben, könnten Sparkommissare den Dank für freiwilliges Entgegenkommen leicht als Streich-Empfehlung missverstehen. Dem aber gelte es mit allen Mitteln und massiven Forderungen entgegenzuwirken.

Oberbürgermeister Henning Binnewies ging zwar nicht konkret auf Nehms Anmerkungen ein, sicherte in seiner Begrüßung aber zu, die Tagungsmöglichkeiten so zu erhalten, dass sie in Zukunft den Ansprüchen genügen, denn: „Der Verkehrsgerichtstag ist eine herausragende Veranstaltung, die Teilnehmerzahlen sind uns eine Verpflichtung.“ Der VGT, sagte er weiter, habe Maßstäbe gesetzt, gebe regelmäßig Denkanstöße und sei mit seinen Themen am Puls der Zeit. Es wäre fahrlässig, schloss Binnewies, wenn die Politik nicht auf den Verkehrsgerichtstag hören und damit auf Goslar sehen würde.

Erstmals konnten die Teilnehmer an der Eröffnungsveranstaltung die Reden an zwölf großen Flachbildschirmen verfolgen. VW-Vorstand Dr. Werner Neubauer hatte sie aufstellen lassen, um später seinen Vortrag über den VW-Konzern und die Zukunft des Automobils mit Grafiken anzureichern.