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Kleine Typologie der Radfahrer
Als Karl Drais im Jahr 1817 einen Vorläufer des Fahrrads erfand, rechnete er wohl selbst nicht damit, wie facettenreich fast 200 Jahre später seine Erfindung von den Menschen verwendet wird. Es haben sich unterschiedliche Fahrrad-Typen entwickelt, die alle in ihrem eigenen Universum radeln.
1.) Straßenradfahrer
Annika Bähr ist so ein Fahrrad-Typ. Die 23-Jährige liebt ihr „City-Bike“, auch gerne und einfach Straßenfahrrad genannt. Das Modell besitzt sechs Gänge, eine Handbremse und ist vorne und hinten mit kleinen Körben ausgestattet. Diese sind vor allem für Einkäufe hervorragend geeignet. Neben dem Transport ihrer Konsumgüter benutzt Bähr ihr Fahrrad gelegentlich auch, um zur ihrer Arbeit nach Oker zu fahren. „Ich radle aber immer nur hin, weil es so schön bergab geht, zurück werde ich dann immer gefahren.“ Für ihren Vierbeiner Willy schaffte sie sich sogar extra einen Hundeanhänger an. Der größte Vorteil ihres „Citybikes“ besteht laut Bähr darin, dass das Gefährt sehr rückenfreundlich ist.
2.) Pendler
Für Miriam Fuchs ist die tückische „Bergauf-Strecke“ von Oker nach Goslar nicht das große Problem. Schließlich kennt die 36-Jährige die etwa sieben Kilometer Strecke zu ihrer Arbeitsstelle in der Goslarer Marktstraße wie ihre Westentasche. Seit Jahren führt sie das Leben einer Fahrrad-Pendlerin und sieht darin große Vorteile: „Wenn ich mal sündige und etwas Schokolade esse, kann ich mir die Kalorien dann gleich wieder abtrainieren.“ Auf ihrer täglichen Strecke trifft sie oft auch andere Straßenpendler, Spaziergänger oder den Mann, der täglich mit seinem Hund Gassi geht. „Man kennt und grüßt sich nach den Jahren, wobei manche Zeitgenossen auch sehr mundfaul sind, da habe ich es dann aber auch aufgegeben“, erklärt Fuchs.
3.) Rennradfahrer
Unter anderem schnelle Rennräder sind die Leidenschaft von Mike Kelling aus Goslar. Er liebt weite Strecken und das nicht nur in Deutschland. Er radelte bereits durch Neuseeland und Südafrika. „So eine Tour kann auch schon mal ein oder zwei Monate dauern“, sagt der 34-Jährige. Kürzlich nahm Kelling auch an einem 24-Stunden-Rennen teil. Sein Outfit ist, je nach Strecke, natürlich auch immer den Gegebenheiten angepasst. Oft fährt er alleine, manchmal auch zu zweit.

4.) Mountain- und Sportbiker
Sandige Hügel sind sein Terrain. Ein gewisser Nervenkitzel muss immer dabei sein. Hätte der 15-jährige Anton Willgenrodt vor 200 Jahren gelebt, wäre er bestimmt mit seinen Kunststücken die Attraktion auf Jahrmärkten gewesen wäre. Die Begriffe „Back Flip“ (Rückwärtssalto) oder „Dirtyjump“ (Drecksprung) gehören zu seinem Standardvokabular. Vorbildlich trägt er bei allen seinen „Jumps“ immer einen Schutzhelm. Sein Radel nennt sich übrigens „Dirt-Bike“, ein stabiles Mountainbike mit einem kleinen Rahmen (12 bis 16 Zoll). Großen Wert legt der Okeraner auch auf die Beschaffenheit des Bodens. Fest muss dieser auf jeden Fall sein. Seinem Hobby widmet sich Anton fast jeden Tag.
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