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Interview mit Ministerpräsident Christian Wulff
Dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff (CDU) wird bei der EFZN-Standortwahl ein nicht geringer Einfluss zugeschrieben. Für Fragen von GZ-Redakteur Frank Heine stand er Rede und Antwort.

Ministerpräsident als Ehrengast bei Niedersachsens Energietagen: Am 5. November 2009 wird Christian Wulff von EFZN-Chef Professor Dr. Hans-Peter Beck vor der Goslarer Kaiserpfalz in Empfang genommen. Archivfoto: Schenk
Ein Forschungszentrum für eine Fachhochschule – Herr Wulff, was sagt Ihnen diese freche Goslarer Faustformel?
Die Bürger von Goslar wissen, dass sie mit dem Energieforschungszentrum Niedersachsen (EFZN) einen echten Impulsgeber in ihre Stadt bekommen haben. Das haben auch die Wissenschaftliche Kommission Niedersachsen und die beteiligten Gutachter so gesehen. Damit war der Weg für das EFZN geebnet.
Goslar machte gegen das Hannoveraner Nein zur Fachhochschulen-Dependance mobil und fuhr per Bus zur Demo in die Landeshauptstadt. Welchen Anteil an Ihrer Standortentscheidung für das EFZN hatte dieser geballte Stadt-Protest?
Für die Entscheidung, das EFZN in Goslar zu realisieren, waren sachliche Gründe maßgebend, aber die nicht realisierbare Fachhochschule in Goslar und die deshalb initiierten Bürgeraktionen aus Goslar hatten sicher auch Einfluss auf die Standortentscheidung für das EFZN. Wir wollten die Wissenschaft im Landkreis mit TU Clausthal und EFZN ausweiten.
Sie selbst kamen im Dezember 2007 zur symbolischen EFZN-Grundsteinlegung und wollten am 17. Juni wieder zu Gast in Goslar sein. Welchen Wert messen Sie persönlich der Einrichtung zu?
Niedersachsen ist Energieland. Damit es das bleibt und besonders bei den regenerativen Energien noch zulegen kann, muss es auch Energieforschungsland sein.Das sind wir in vielen Bereichen jetzt schon, aber wir müssen unsere Stärken sowohl in die Unternehmen bringen als auch in die Öffentlichkeit tragen. Hier setzt die Arbeit des EFZN an. Das Land hat an das EFZN hohe Erwartungen mit Blick auf die Entwicklung der Energieforschung im gesamten norddeutschen Raum.
Energieforschungszentrum, Energiemesse, Energietage – die Energie ist Goslars neues Schlagwort. Wie profitiert Goslar jetzt schon von dieser Entwicklung und wie tut es dies weiterhin?
Die Energiefrage ist eine der großen Herausforderungen für das 21. Jahrhundert. Unternehmer und Wissenschaftler in ganz Europa arbeiten an neuen Lösungen, die uns den Weg in eine nachhaltige Energieversorgung weisen können. Dass Goslar daran partizipieren und die Entwicklung hoffentlich mitgestalten kann – und das mit dem Bonus einer dazu passenden Montangeschichte – ist ein Glücksfall für die Stadt, um den sie von anderen Kommunen beneidet wird.
Spätestens mit dem EFZN rückt die TU Clausthal als organisatorische Mutter hinab ins Goslarer Tal – ein Einzelfall oder ein Muster für die Zukunft?
Die TU Clausthal wird ihren Mittelpunkt weiterhin in Clausthal haben. Über die Entfernung zwischen Goslar und Clausthal wird in anderen Städten mit mehreren Standorten einer Hochschule gar nicht geredet – das gehört zu den Selbstverständlichkeiten. In Goslar wird das immer etwas differenzierter gesehen...
Wann kommen Sie das nächste Mal in die Region Goslar, um eine neue Einrichtung zu eröffnen – Stichwort TU-Zentrum für Materialtechnik in Clausthal – oder einen Scheck im Förderkampf gegen überlegene Konkurrenz aus benachbarten Ost-Bundesländern zu überreichen?
Die notwendigen Bedarfsanmeldungen für das Clausthaler Zentrum für Materialtechnik (CZM) befinden sich in der Planung. Wann mit einer Fertigstellung und Eröffnung des Zentrums gerechnet werden kann, ist aufgrund des Planungsstandes zurzeit nicht absehbar.
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