Stadterneuerung in Clausthal-Zellerfeld: Marktkirchenplatz

Soll attraktiver werden: der Platz an der Marktkirche. Foto: Ebeling

 

Moderne hält Einzug in Clausthal  

Von Dieter Böhl 

CLAUSTHAL-ZELLERFELD.  Es ist amtlich: Clausthal wird sich mit einem neugestalteten „Stadtplatz an der Marktkirche“ zwischen TU und der größten Holzkirche Deutschlands ein Stück Modernität gönnen, die zur Innenstadtbelebung beitragen soll. Der Rat hat sich mit großer Mehrheit für einen von zwei prämierten Entwürfen entschieden.

Die Architektinnen Eva Maria Lang und Sonja Rossa-Banthien konnten ihre Begeisterung kaum verbergen, als bei der Abstimmung im Veranstaltungssaal der Sparkasse viele Hände nach oben flogen, um Zustimmung zu dem Gestaltungsentwurf zu signalisieren. Nur vier Ratsmitglieder mochten nicht beipflichten und stimmten dagegen beziehungsweise übten Enthaltung. Damit folgte der Rat der Bergstadt der Empfehlung des Umwelt- und Bauausschusses, die Arbeit aus dem Haus „Knerer & Lang Architekten“ als Grundlage für die Modernisierung des Platzes zu wählen.

Der zweite im vorausgegangenen Architektenwettbewerb prämierte Entwurf mit einem gläsernen „Kristall“-Gebäude war unvereinbar mit dem Wunsch des Hochschulpräsidiums, die Sichtachse zur Universität nicht zu unterbrechen, zumal das TU-Hauptgebäude zur Kirche hin geöffnet wird, um dort einen neuen, repräsentativen Haupteingang zu schaffen. Nach Bekanntwerden der Vorentscheidung im Fachausschuss hatten die Dachauer Architekten auf eine nochmalige Anreise in den Oberharz verzichtet.

Dafür war die Freude bei Eva Maria Lang und Sonja Rossa-Banthien umso größer. Sie hatten dem Rat der Bergstadt Details ihrer Vorstellungen erläutert und bedingte Bereitschaft erklärt, auf Änderungswünsche einzugehen. Die hat das Gremium schon in Aussicht gestellt, zumal es ja noch eine Bürgerbeteiligung geben soll. Von den bis zu acht Meter großen Leuchten würden ihre Schöpferinnen aber nicht gerne abrücken, da sie – wie in der Sitzung erläutert – elementarer Bestandteil der räumlichen Neugestaltung und in der Form „wie Rippen der Marktkirche entnommen“ seien.

Was im Modell manchen Betrachter an eine „Tiefgarageneinfahrt“ erinnert, sei in Wirklichkeit eine waagerechte Ebene, erfuhren zudem die Zuhörer in der Sitzung. So sei auch das Café-Gebäude am Ende „nicht eingegraben“, sondern bilde mit der Platzfläche davor eine Ebene. Der falsche Eindruck entstehe durch das Ost-West- und Ost-Süd-Gefälle des Areals.

Insgesamt, so sagten beide Architektinnen, seien zur Platzgestaltung viele Schwierigkeiten zu bewältigen gewesen und man sei froh, für das gewünschte Gebäude eine Lösung gefunden zu haben, die die Sichtbeziehung zu den Nachbargebäuden nicht störe.
Eine aktuelle Kostenschätzung liegt nicht vor. Die letzte wurde vor dem Wettbewerb angestellt und lag bei etwas unter 1 Million Euro.