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Die Nutzer: Wo das Wasser seine Arbeit verrichtete
Nutzer der Wasserkraft waren die bergbautechnischen Einrichtungen im Unesco-Weltkulturerbe „Oberharzer Wasserwirtschaft“. Kunst- und Kehrräder trieben Fördermaschinen und Fahrkünste an, Wassersäulen- und Dampfmaschinen erzeugten in jüngeren Bergbauzeiten Energie. Zuletzt trieb das Wasser Turbinen an.
Bis 1980 erzeugte die Preussag in den Schächten Kaiser Wilhelm und Ottiliae elektrischen Strom. In St. Andreasberg wird heute noch das Wasser des Oderteichs zur Stromgewinnung genutzt. Weitere wichtige historische Anlagen im Welterbe sind unter anderem der Lautenthaler Kunstgraben aus dem Jahr 1570, der die dortigen Gruben sowie von 1920 bis 1967 Turbinen mit Innerste-Wasser versorgte, sowie der 1551 begonnene 19-Lachter-Stollen mit Kehrrad, Turbinenraum und elektrischer Fördermaschine.
70 Jahre lang wurde er in Handarbeit von Wildemann bis Zellerfeld vorgetrieben, weitere 20 Jahre bis zur Grube Caroline in Clausthal. Die meisten der folgenden Anlagen sind für Besucher zugänglich. Text: Bettina Ebeling/Fotos: Bertram, Hollemann, Oberharzer Museum, Jentsch, Roseneck
Der Kaiser-Wilhelm-Schacht, 1892 eingeweiht, war zentraler Förder- und Seilfahrtschacht des Clausthaler Reviers. Er hatte eine dampfbetriebene Tagesförderung und eine untertägige Förderanlage, die von einer Wassersäulenmaschine angetrieben wurde. Eine zweite Wassersäulenmaschine betätigte eine Fahrkunst, auf der die Bergleute bis in den 390 Meter tiefen Ernst-August- Stollen gelangten. Die Erze wurden bis 1898 auf der Tiefen Wasserstrecke mit Erzkähnen zum Ottiliae-Schacht (Foto) transportiert und von dort mit Dampfkraft zu Tage gefördert. Das stählerne Fördergerüst von 1876 ist das älteste noch erhaltene Fördergerüst Europas. 1905 wurde auf elektrische Förderung umgestellt. Während der Umbauzeittransportierte eine elektrische Feldbahn (vorn) das Erz auf der Tagesförderstrecke.
Die Grube Samson in St. Andreasberg, mit 810 Metern ehemals tiefste der Welt, nutzt seit rund 300 Jahren ohne Unterbrechung die Wasserkraft aus dem System Oderteich und Rehberger Graben. Besonderheit sind die beiden um 1890 gefertigten Wasserräder: ein Kehr- sowie ein Kunstrad, das bis 1922 die Drahtseil-Fahrkunst antrieb. Über diese letzte noch funktionierende Anlage ihrer Art, ein internationales historisches Denkmal, fahren noch heute die Techniker ein, die in 130 beziehungsweise 190 Metern Tiefe die beiden Wasserkraftwerke im Grünhirschler- und Sieberstollen warten.
Der ab 1855 gebaute Schacht Knesebeck gehört zur 1992 stillgelegten Grube „Hilfe Gottes“ in Bad Grund, dem letzten Erzbergwerk des Oberharzes. Wahrzeichen ist der 47 Meter hohe Hydrokompressorenturm, ein in Deutschland einmaliges Relikt dieser bergmännischen Technik. Der um 1912 erbaute Turm war Teil einer wassertechnischen Anlage, die jahrzehntelang Druckluft für die Fördermaschinen der Grube erzeugte. 1893 wurde die erste Hydrokompressoranlage im Schacht Hilfe Gottes installiert, 1895 folgte eine zweite auf der benachbarten Grube Bergwerkswohlfahrt (Medingschacht). Als letzter Hydrokompressor im deutschen Bergbau wurde die Anlage im Wiemannsbucht-Schacht (Erzbergwerk Grund) 1988 nach fast 100-jährigem Einsatz außer Betrieb gesetzt.
Die Rosenhöfer Radstuben gehören zum ältesten Erzbergwerk im „Großen Clausthal“, der Grube Thurm Rosenhof (um 1550). Insgesamt 16 Wasserräder arbeiteten in den zwölf Schächten dieses Reviers. Die Runde Radstube des Neuen Thurm Rosenhöfer Schachts wurde um 1680 angelegt. Ihre Form und Tiefe (24 Meter) sind im Harz einzigartig. Die benachbarte Ovale Radstube des oberen Thurm Rosenhöfer Treibschachts (Foto) ist in Europa, wahrscheinlich auch weltweit beispiellos. Sie wurde auf ovalem Grundriss mit Natursteinen ausgemauert und enthielt ein 1804 erbautes Kehrrad – ein Wasserrad, das in zwei Richtungen laufen kann. In Karstens „Archiv für Bergbau und Hüttenwesen“ (1822) ist diese Radstube als „schönste des Harzes“ beschrieben.
Die Zisterziensermönche des Klosters Walkenried (im Bild der Doppelte Kreuzgang) waren die ersten Erbauer eines Wasserkraftsystems im Harz. Ein aufwendiges Graben- und Staubeckensystem, das als Vorläufer des späteren Oberharzer Wasserregals gilt, legten sie im Pandelbachtal bei Seesen an, wo sie ab etwa 1224 eine Metallhütte mit frühen Vorläufern der Schachtöfen betrieben. Wasserkraft trieb ihre Blasebälge an. Rund um Walkenried betrieb das Kloster zudem ein mit allen wichtigen Elementen ausgestattetes Wasserversorgungssystem zur Fischzucht. Das Kloster selbst war Sitz einer mittelalterlichen agrar- und montanwirtschaftlichen Betriebszentrale mit zahlreichen Stadthöfen am südlichen und nördlichen Harz – der „Weiße Konzern“. Rund 300 Jahre lang waren die Zisterzienser die bedeutendsten Bergherren des Oberharzes. Von der Mitte des 12. bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts hatten sie ein Viertel des Rammelsberger Grubenbesitzes konzentriert in Händen – der Rest war auf verschiedene Besitztümer seiner Zeit zersplittert.
- Ritterschlag für das Oberharzer Wasserregal
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- Die Nutzer: Wo das Wasser seine Arbeit verrichtete
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