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Vienenburg: Der Neubau-Boom ist vorüber
Das Baugebiet Liethberg in Vienenburg: Vergleichbare neue Bauflächen sind nach den Worten von Bürgermeisterin Astrid Eltner vorerst kein Thema. Foto: Kühlewind
Von Ralf Blasig
Einen schönen Blick auf den Brocken haben Vienenburger Häuslebauer, wenn sie sich im Neubaugebiet am Liethberg niederlassen. Trotz solcher Aussichten steht für Bürgermeisterin Astrid Eltner jedoch fest: Die Zeit der großen neuen Bauflächen ist vorüber. Zweimal im Jahr sei früher ein neues Baugebiet ins Gespräch gebracht worden, erinnert sie sich. „Das ist vorbei.“ Lange her sei der Boom der späten 80er und frühen 90er Jahre.
Die Lücken schließen – so lautet aus Sicht der Verwaltungschefin die neue Devise. Wenn heute Bauwillige ins Rathaus kämen, dann habe man besonders die freien Grundstücke zwischen und hinter bestehenden Häusern im Blick. Mitarbeiter des Bauamts klärten mit der Kreisverwaltung, was im jeweiligen Fall zu beachten sei: „Das ist der Dienstleistungsgedanke.“
Zur Vienenburger Antwort auf den Einwohnerschwund gehört laut Eltner zudem die Stärkung der Dorfkerne. Wichtig sei dies vor allem dort, wo es Neubürger in das Ortsleben einzubinden gelte. Als Beispiel verweist sie auf den Weddinger Dorfmarkt, der seit Mai nicht nur Gelegenheit zum Einkaufen, sondern auch zu Gesprächen geben soll. Mit einem aktiven Dorfleben verbunden sei auch die Botschaft: „Kommt zu uns, es ist schön bei uns.“
Gelassen betrachtet Eltner den Leerstand in Mietwohnungen. Beispiel Kernstadt: Nur 3,5 Prozent der Wohnungen stünden dort beim größten Anbieter, der Wohnbau Goslar, leer. „Das ist wenig.“ Auch in einem Stadtteil wie Wiedelah liege die Quote mit 3,8 Prozent nur unwesentlich höher, berichtet Eltner, zugleich Aufsichtsratsmitglied der Wohnbau. Grund sei, dass kontinuierlich modernisiert werde.
Außerhalb der Gesellschaft gehe der Leerstand ebenfalls nicht über fünf bis sechs Prozent hinaus. Ungenutzte Wohnungen in großer Zahl erwartet Eltner auch künftig nicht. Zwar schrumpft die Bevölkerung, doch gleichzeitig gebe es mehr Ein- und Zwei-Personen-Haushalte, weniger Menschen lebten in einem Haus. Folge laut Eltner: „Die absolute Zahl der Haushalte bleibt gleich.“
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