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Schladen: Hornburg gilt als Sorgenkind
Neue Nutzung für ein altes Wohnhaus: Reinhards Pension in Hornburg.
Foto: Kusian-Müller
Von Ralf Blasig
Wenn Andreas Memmert vor die Tür des Verwaltungsgebäudes tritt, dann schaut er sich die umliegenden Straßen noch ohne große Sorge an. „In Schladen selbst gibt es so gut wie keinen Leerstand“, sagt der Samtgemeindebürgermeister. Die Wohnungen der Wohnbau Goslar seien gut vermietet, und auch in den Ortsteilen hielten sich die Probleme in Grenzen. „Das sieht noch relativ gut aus.“
Weitaus kritischer betrachtet Memmert dagegen die Situation in der Fachwerkstadt Hornburg, wo die Wobau Wolfenbüttel stark vertreten ist. Bei Mietwohnungen gebe es einen hohen Leerstand, auch im Stadtkern sei die Lage schwierig. „Denkmalsubstanz in der Altstadt steht teilweise leer“, sagt Memmert. „Hornburg macht mir Sorgen.“
Reagieren will Schladen nach Memmerts Worten mit aktivem Leerstandsmanagement, das allerdings nicht nur Hornburg, sondern die ganze Samtgemeinde erfassen solle. Als ersten Schritt werde er sich bei der zuständigen Arge um eine Ein-Euro-Kraft bemühen, die in Kleinarbeit ungenutzte Häuser und Wohnungen erfassen solle. Mit einem ähnlichen Modell habe Schladen bereits vor einigen Jahren gute Erfahrungen gesammelt. Anschließend könne ein Diplomand oder Doktorand die Arbeit fortsetzen.
Seien die leerstehenden Häuser bekannt, könne er nach passenden Interessenten Ausschau halten, sagt Memmert. Als gelungenes Beispiel nennt er Reinhards Pension am Vorwerk in Hornburg. Diese fülle seit rund einem Jahr ein altes Wohnhaus mit Leben, Leerstand eines ortsbildprägenden Gebäudes werde damit verhindert.
Kein Thema ist für Memmert ein groß angelegter Rückbau in Randlagen, wie er bereits seit Jahren in einigen ostdeutschen Städten stattfindet. So dramatisch falle der Bevölkerungsrückgang nicht aus. „Da entvölkern keine Straßenzüge.“ Doch auch in Schladen müssten die Zentren Vorrang haben, betont Memmert: „Aus meiner Sicht ist es wichtig, dass die Orte im Kern gesund aussehen.“
Für Hornburg könne dies beispielsweise bedeuten, mehr Wasser und mehr Grün in die Stadt zu holen. Statt Neubaugebiete auszuweisen, müssten künftig Lücken geschlossen werden. „Wir werden gesund schrumpfen.“ Die Schladener will Memmert über einen Arbeitskreis einbinden, sie nach ihren Vorstellungen zur Zukunft der Samtgemeinde fragen. „Wir gehen mehr in Richtung aktive Bürgerkommune“, kündigt der Verwaltungschef an.
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