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Beispiel Salzgitter: Niedersächsischer Pionier beim Stadtumbau
Seeviertel in Lebenstedt: Auf dem Marktplatz ist ein Hochhaus verschwunden, ein überdachter Raum entstanden. Foto: Munte-Immobilien
Von Ralf Blasig
In direkter Nachbarschaft zum Nordharz liegt eine Stadt, die im Umgang mit wenig attraktiven Vierteln, Leerstand und Einwohnerschwund zum Vorreiter in Niedersachsen geworden ist: Zusammen mit Wilhelmshaven gehörte Salzgitter bereits vor sieben Jahren zu den Teilnehmern des Forschungsvorhabens „Stadtumbau West“.
Inzwischen hat Salzgitter sein Gesicht kräftig verändert. Ein zweistelliger Millionenbetrag sei aus unterschiedlichen Fördertöpfen in verschiedene Vorhaben geflossen, erläutert der Erste Stadtrat Rainer Dworog. Beispiel Seeviertel in Lebenstedt: Dort sei ein wenig ansehnliches Hochhaus verschwunden, ein Heim für Demente entstanden. Auch ein überdachter Platz, verschönerte Grünflächen und verschiedene Beratungsstellen haben das Quartier laut Dworog aufgewertet.
Ebenfalls in Lebenstedt, am Fredenberg, bekam ein Marktplatz mit öffentlichem und privatem Geld ein neues Gesicht. Schmuddelecken seien dort verschwunden, sagt Dworog. Ziel sei es gewesen, ein kleines Zentrum zur Nahversorgung zu erhalten.
Am Anfang der Umgestaltung stand nach den Worten des Ersten Stadtrats der Wunsch nach einem schöneren Lebensumfeld für die Salzgitteraner. Im Laufe der Diskussion jedoch sei der demografische Wandel als wichtiges Motiv hinzugekommen: Um mehr als 10.000 Menschen wird die Bevölkerung der Stadt nach einer Prognose der Bertelsmann-Stiftung bis 2025 schrumpfen, der Anteil der Senioren gleichzeitig deutlich wachsen.
In diesem Prozess ergebe sich auch die Chance, das Stadtbild zum Positiven zu verändern, meint Dworog. Wo zuvor ein Haus gestanden habe, könne etwa ein attraktiver Spielplatz entstehen. „Da können Sie plötzlich eine neue Qualität entwickeln.“
Als weiteres Beispiel nennt Dworog barrierefreie Wohnungen für Senioren, von denen gerade 16 im alten Zentrum von Lebenstedt entstünden. Nur wenige Gehminuten seien die älteren Mieter dort vom nächsten Nahversorger entfernt. Möglich werde das Vorhaben durch die vorhandenen Freiräume: „Der Platz war da.“
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