Mieter-Umfrage: Wohnungsgesellschaften wollen Senioren halten

Von Ralf Blasig

HARZ. Um langjährige Mieter auch im Alter in seinen Häusern zu halten, fragt einer der größten Wohnungs-Anbieter der Harz-Region systematisch nach ihren Wünschen und Bedürfnissen. Alle 700 Mieter ab 70 Jahren spreche man persönlich an, sagt Karsten Klaus, Geschäftsführer von Wohnbau Goslar, Wobau Bad Gandersheim und Wohnbau Braunlage, die als vereinigter Konzern 2.800 eigene Wohnungen bewirtschaften.

Weit oben auf der Wunschliste der Senioren stehen nach ersten Ergebnissen leicht zugängliche Duschen und Badewannen. Ohnehin versuche man bei jeder Modernisierung, die Wohnung barrierearm umzubauen, sagt dazu Klaus. Die Ränder alter Duschwannen, teils 40 Zentimeter hoch, würden so weit wie möglich gesenkt, Türschwellen entfernt. Doch auch ohne großen Umbau ließen sich manchmal Probleme beseitigen. Haltegriffe über der Badewanne nennt Klaus als Beispiel.

Ebenfalls mit Blick auf die Älteren wollen die Gesellschaften laut Klaus bald „Dienstleistungen rund um das Wohnen“ wie Reinigungs- und Bügeldienste anbieten. Pflegeleistungen und Essen auf Rädern könnten die Mieter zudem künftig über eine einheitliche Anlaufstelle bestellen, kündigt der Geschäftsführer an: „Das ist in Planung. Wir wollen das demnächst umsetzen.“

Aber nicht nur Senioren haben Wünsche an ihren Vermieter – auch die Ansprüche Jüngerer sind im Wandel. „Früher war der Kunde der klassische Vier-Personen-Haushalt“, sagt Klaus. Heute müssten sich die Anbieter dagegen stärker auf Paare, Singles sowie Patchwork-Familien einstellen und Wohnungen entsprechend zuschneiden. Die Nachfrager sieht Klaus angesichts der schrumpfenden Bevölkerung in einer guten Lage: „Der Mieter hat mehr Auswahl und ist selbstbewusster.“