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Lutter: „Die Leute hängen am Eigentum“
Eigenheime in Lutter: Viele Ältere wollen so lange wie möglich in ihrer gewohnten Umgebung bleiben, doch fehlt es nach Ansicht von Bürgermeister Peter Kühlewindt zum Teil an der notwendigen Unterstützung beim Einkaufen und bei der Gartenarbeit. Foto: Kusian-Müller
Von Ralf Blasig
Ein- und Zweifamilienhäuser dominieren auf dem Wohnungsmarkt der ländlich geprägten Samtgemeinde Lutter. „Der Leerstand ist noch relativ gering“, sagt Verwaltungschef Peter Kühlewindt. Wer verkaufen wolle, dürfe seine Preisvorstellungen jedoch nicht zu hoch schrauben. 50.000 bis 120.000 Euro nennt er als Spanne für eine Einfamilien-Immobilie.
Zu haben sind Häuser nach Kühlewindts Erfahrung vor allem dann, wenn ältere Lutteraner sterben oder ins Pflegeheim ziehen. Freiwillig wechselten nur wenige in eine kleinere Wohnung, obwohl das selbstständige Leben in einem Haus mit Garten oft schwer falle: „Die Leute hängen an ihrem Eigentum, das sie selbst aufgebaut haben.“ Vor allem Frauen blieben nach dem Tod des Partners oft allein im gemeinsamen Haus.
Froh ist Kühlewindt über die Seniorenanlage ganz in der Nähe des Rathauses: Dort könnten die Menschen bis zum Schluss in Lutter leben, der Mittagstisch sei offen für Gäste aus der Nachbarschaft.
Dennoch sieht er Lücken in der Versorgung älterer Bürger. Ausbaufähig ist aus Kühlewindts Sicht zum einen das betreute Wohnen. Zum anderen fehle es an Hilfe für eben jene Senioren, die lange im eigenen Haus bleiben. Unterstützung beim Einkaufen, beim Arztbesuch und bei der Gartenarbeit bräuchten diese häufig. Konkrete Pläne zum Ausbau des Angebots gebe es allerdings nicht.
Neben kleinen Hilfen könnte aus Kühlewindts Sicht ein altengerechter Umbau dazu beitragen, dass Menschen in den eigenen vier Wänden bleiben können. An barrierefreie Bäder denkt er beispielsweise und an Wohnungen ohne Schwellen. Das Problem: „Das ist mit hohem Investitionsaufwand verbunden.“ Viele Senioren scheuten zudem den Schmutz und Lärm eines Umbaus.
In puncto Neubaugebiete gilt auch in Lutter die Devise: Lücken schließen, bevor neue Flächen ausgewiesen werden. Schließlich werde die Bevölkerung ebenso schrumpfen wie in den umliegenden Kommunen, sagt Kühlewindt. Bei Anfragen weise die Verwaltung stets auch auf die Möglichkeit hin, gebrauchte Häuser zu kaufen.
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