Liebenburg: Bauherren sollen Lücken schließen

Immobilie der Wohnbau Goslar: Die Häuser der Gesellschaft in Liebenburg sind gut vermietet, doch in der Zukunft sieht Bürgermeister Hubert Spaniol Probleme auf die Gemeinde zukommen: „Wir werden mit Sicherheit mehr Leerstand haben.“ Foto: Kusian-Müller

Von Ralf Blasig

Wer sich aktuelle Zahlen zum Liebenburger Wohnungsmarkt anschaut, könnte leicht zu dem Ergebnis gelangen: alles prima. Nur fünf der 107 Quartiere beim großen Vermieter Wohnbau Goslar stehen leer, sogar gesenkt habe man die Quote in der Vergangenheit, sagt Geschäftsführer Karsten Klaus.

Mit Investitionen in neue Bäder, neue Fußböden und neue Elektrik erklärt er die ordentliche Bilanz. Allerdings beschreiben die aktuellen Zahlen nur einen Teil des Bildes. „Natürlich ist der Markt wie in der ganzen Region nicht einfach“, sagt Klaus mit Blick auf den Einwohnerschwund.

Ähnlich fällt die Beurteilung im Rathaus aus. „Wir werden mit Sicherheit noch mehr Leerstand haben“, sagt Bürgermeister Hubert Spaniol für die kommenden Jahre voraus. Um den Hausbau nicht unnötig teuer zu machen und die Ortskerne zu stärken, hat die Verwaltung vor wenigen Wochen ein Baulückenkatastervorgestellt.

Die Idee: Statt neue Baugebiete auszuweisen, werden nicht bebaute, aber erschlossene Grundstücke in den Ortslagen zusammengetragen. „Wenn sie ein Neubaugebiet machen, müssen sie die ganze Infrastruktur aufbauen“, sagt Spaniol. Innerorts dagegen sind Kanalisation, Stromleitungen und Straßen vorhanden.  „Man nutzt die Infrastruktur intensiver aus.“

Angesichts vieler Anfragen erwägt Spaniol eine Ausweitung des Katasters auf Immobilien, die zum Verkauf stehen. Nur Mietwohnungen will er ausklammern. Meist sei ein gebrauchtes Haus günstiger zu haben als ein Neubau, sagt der Verwaltungschef. Wer eine normale Miete zahle, könne mit dem gleichen Geld Zins und Tilgung finanzieren. Eine Chance sieht Spaniol darin vor allem für junge Eltern: „Wer Kinder hat, ist auf dem Dorf gut aufgehoben.“

Ihre Schattenseiten haben die günstigen Angebote für heutige Besitzer. „Die Immobilienpreise bei uns sind sehr tief. Wer heute verkaufen muss, der ist dumm dran“, sagt der Bürgermeister. Obwohl das Schließen von Lücken im Vordergrund steht, könnte Liebenburg Spaniol zufolge auch ein neues Baugebiet bekommen – wenn auch nur ein kleines. Rund zehn neue Plätze am Lewer Berg in Richtung Salzgitter stellt sich der Bürgermeister vor.

Ursprünglich war von 30 Grundstücken die Rede gewesen, im Bauausschuss hat die Verwaltung jedoch inzwischen berichtet, dass nur noch eine Teilerschließung in Frage komme.