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Integrierte Gesamtschule Oker stellt sich auf Schüleransturm ein
Von Frank Heine
OKER. Wie viele Schüler kommen? Welche Schüler kommen? Welche Lehrer empfangen diese Schüler? Und was macht die Schule so besonders? Gut vier Monate vor dem Start der ersten Gesamtschule im Landkreis Goslar spricht selbst Planungsgruppenleiter Jens Liesenberg noch von einer „Wundertüte“.
Unter dem Arbeitstitel „Integrierte Gesamtschule (IGS) Oker“ sind seit Anfang März die Planungen für den Start der neuen Schulform im Okeraner Schulzentrum Bei der Eiche in ein konkretes Stadium getreten. Dort weicht zu Beginn des neuen Schuljahres im August die Hauptschule Oker, die mit der Hauptschule Kaiserpfalz in der Goslarer Innenstadt fusioniert. Die André-Mouton-Realschule läuft am alten Standort noch drei Jahre lang aus – neue Fünftklässler werden schon nicht mehr angenommen.
Keine Automatismen
Für die Realschule zeichnet Liesenberg als Rektor verantwortlich, gilt als IGS-Chefplaner aber auch als Favorit für deren Leitung. Zwar gibt es laut Susanne Strätz von der Landesschulbehörde keine Automatismen für die Besetzungen der auszuschreibenden Stellen. Der 45-jährige Halberstädter Liesenberg, der Mathe, Physik und Informatik unterrichtet, seit fünf Jahren in der Okeraner Realschulleitung aktiv ist und vorher in Vienenburg war, geht aber von einer „hohen Wahrscheinlichkeit“ aus, dass die neun Lehrer, die jetzt im Vorfeld aktiv sind, sich auch im August in der IGS wiederfinden.
Und die Schüler? Liesenberg hofft auf einen „ungebrochenen Run“ auf die IGS, wie er sich auch in anderen Landkreisen abgezeichnet habe. Die maximale Schülerzahl von 150 – 30 pro Klasse – sollte bei den Anmeldungen übertreffen werden. Und dann? Ein Auswahlverfahren müsste her, dessen Kriterien heute noch nicht feststehen. Liesenberg schließt nur das Windhund-Prinzip aus. Wer zuerst meldet, hat nicht deshalb einen Platz sicher. Realistisch erscheint ein lokaler Schlüssel für die Kommunen im Landkreis. Liesenberg wünscht sich, dass aber auch alle Laufbahn-Empfehlungen von der Hauptschule bis zum Gymnasium abgedeckt sind.
Kein Sitzenbleiben
Inhaltlich planen Liesenberg und Team mit einem Konzept, das keine Noten, wohl aber ein Bewertungsschema für Klasse fünf vorsieht, Sitzenbleiben außen vor lässt und auf einen erheblich binnendifferenzierteren Unterricht etwa nach dem Tischgruppen-Prinzip baut. Das Motto lautet: Schüler lernen (auch) von Schülern.
Wie die IGS am Ende heißen wird, steht laut Liesenberg auch noch in den Sternen. In der Diskussion ist aber auch, den Namen des zur Nazi-Zeit deportierten Franzosen André Mouton wie auch etliche pädagogische Prinzipien in Oker zu belassen. „Wir möchten den Geist der Realschule erhalten“, sagt Liesenberg. Dort sei schließlich kontinuierlich hervorragende Arbeit geleistet worden – und dass sich im Vorfeld viele Lehrer aus Oker gegen die neue Schule ausgesprochen hatten, weise diese nicht als IGS-Gegner aus, sondern zeige vielmehr den Stolz der Pädagogen auf die Leistungen der Realschule.
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