Bad Sachsa


Die Südharz-Stadt Bad Sachsa: Bürgermeisterin will dort mehr Alten-Wohngemeinschaften schaffen. Foto: Blasig

Konzentration auf ältere Neubürger

Auf die Jungen, das weiß Bürgermeisterin Helene Hofmann, kann ihre Stadt nicht bauen.Zu wenige Arbeitsplätze gebe es in Bad Sachsa, um junge Familien in größerer Zahl anzulocken. Die Konsequenz: Menschen ab 50 werden zur zentralen Zielgruppe beim Werben um neue Bürger. „Diese Phase soll jetzt beginnen“, sagt Hofmann. Noch stärker als Bad Harzburg baut die 9.000-Einwohner-Kommune im Südharz damit auf jene Bevölkerungsgruppe, die in den kommenden Jahrzehnten nach allen Prognosen am stärksten wachsen wird. Ausgangspunkt sei die Erkenntnis gewesen, dass ein großer Teil der Zuzüge bereits heute auf Senioren entfalle, sagt Hofmann. Rund 30 Neubürger ab 60 kämen jedes Jahr nach Bad Sachsa. Selbst in Neubaugebieten ließen sich in großem Maße Ältere nieder, obwohl es Vergünstigungen für Familien gebe.

Auf dieser Anziehungskraft will Hofmann nun aufbauen. Neben den Eigenheimen setzt Bad Sachsa dabei auch auf eine Wohnform, die in Kleinstädten bisher unüblich ist: Wohngemeinschaften von Ruheständlern. Ein Angebot von privater Seite gibt es nach den Worten der Bürgermeisterin bereits, acht Menschen lebten dort mit Gemeinschaftsraum und -küche, aber kleinen separaten Wohnungen. Weitere Angebote könnten folgen, sagt Hofmann: „Die Diakonie macht sich dazu schon Gedanken.“ Ein Vorteil solcher Modelle sei, dass die Bewohner nach dem Tod von Mann oder Frau nicht allein seien, sagt Hofmann. „Ein Partner geht immer zuerst.“ Denkbar sei zudem eine Verknüpfung mit einem Altenheim, falls jemand nicht in der Wohngemeinschaft bleiben könne. Werben will Bad Sachsa ähnlich wie Bad Harzburg mit guten Einkaufsmöglichkeiten in der Innenstadt, guter medizinischer Versorgung und seinem Kulturangebot.

Konzentrieren werde man sich dabei auf mittelgroße Städte, sagt die Bürgermeisterin. Einwohner kleinerer Orte ließen sich ebenfalls für einen Umzug gewinnen. Großstädter dagegen blieben auch im Alter lieber in ihrer Heimat.