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umworbene Touristen

Senioren beim Nordic Walking. Mit solchen Angeboten wollen Harzer Tourismusmanager noch mehr ältere Gäste in die Region locken. Foto: Archiv
Punkte sammeln mit Sport und Kultur
Von Ralf Blasig
Wenn Martin Weigel über die alternde Bevölkerung spricht, dann kommt kein Wort der Klage über seine Lippen. Für den Chef der Glücksburg Consulting Group (GLC) verspricht der demografische Wandel vor allem eines: mehr Kunden aus jener Gruppe, bei der die Tourismus-Angebote des Harzes ohnehin am besten ankommen. „Wir können alle Aktivitäten bieten, die die jungen Alten toll finden“, sagt Weigel, dessen Unternehmen das Tourismus-Marketing in der Samtgemeinde Oberharz und St.Andreasberg verantwortet.
Die Zukunft, auf die Weigel baut, sieht in etwa so aus: Im Umkreis von drei Stunden, in Hannover und Braunschweig, in Hamburg und Berlin, kommt eine Bevölkerung von 13 Millionen Menschen nach und nach in ein Alter, in dem sanfter Sport verbunden mit Naturerlebnis zu den bevorzugten Freizeit-Beschäftigungen gehört. Das Motiv: lange fit bleiben, vielleicht sogar noch einen Partner finden.
„Langlauf ist für die jungen Alten der beste Sport, den es überhaupt gibt“, sagt Weigel. Auch mit Wandern und Walking könne die Region punkten. Und wenn das Wetter schlecht sei, gebe es jede Menge Kultur.
Voraussetzung für eine erfolgreiche Zukunft der Tourismusbranche ist nach Weigels Überzeugung aber eine bessere Qualität der Unterkünfte. Einige „Marketinglokomotiven“ in Form von Vier- oder Fünf-Sterne-Hotels schweben ihm ebenso vor wie hochwertige Ferienhäuser für zwei bis drei Paare.
Neu sind solche Forderungen zwar nicht. Allerdings wächst ihre Bedeutung mit dem demografischen Wandel, weil gerade ältere Reisende als qualitätsbewusst gelten. Schöpft die Region ihre Möglichkeiten aus, dann kann der negative Tourismus-Trend nach Weigels Einschätzung gestoppt werden. Sogar Wachstum sei im Oberharz möglich.
Demografischer Wandel als Chance für den Harz-Tourismus – in dieser Sichtweise weiß sich Weigel einig mit Michael Bitter, Chef der Goslar Marketing GmbH. „Wir haben überwiegend die alten Leute als Zielgruppe“, sagt Bitter. Da sei es natürlich von Vorteil, dass die Zahl der Senioren wachse.
Natur und Kultur sind die Stärken, auf die ähnlich wie Weigel auch der Goslarer Marketing-Fachmann setzt. Mit beiden Pfeilern zusammen habe Goslar eine „ideale Kombination“, schwärmt Bitter. „Da können andere Städte nur neidisch sein.“
Das Kulturangebot will Bitter weiter ausbauen, wobei man nicht nur auf Wissensvermittlung, sondern auch auf Unterhaltung setzen müsse. Zusätzlich will er gerade ältere Reisende mit „Medical Wellness“ locken – mit Urlaubsangeboten also, die Erholung mit medizinischer Behandlung verbinden. Die Idee: Wer im Harz ausspannt, soll gleichzeitig etwas gegen seinen kranken Magen oder die schmerzenden Beine tun können. „Da den richtigen Weg zu finden, wird Aufgabe der nächsten Jahre sein“, sagt Bitter.
Eine „absolute Chance“ ist die alternde Bevölkerung auch aus Sicht von Bernd Vollrodt, Geschäftsführer der Kur-, Tourismus- und Wirtschaftsbetriebe in Bad Harzburg. Punkten will er mit den Stärken bei Gesundheit und Medizin. Eine hohe Arztdichte, die Sole-Therme, die Wandelhalle und das Wegenetz für Wanderer nennt er als Beispiele. „Das ist ein sehr gutes Angebot und das gilt es auszubauen“, sagt Vollrodt. Die Jüngeren wolle man dabei aber nicht aus den Augen verlieren.
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