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Chance für Stadtplaner

In den alten Häusern von Hornburg soll trotz schrumpfender Bevölkerung Leben herrschen. Foto: Archiv
Neues Leben in alte Häuser bringen
Von Ralf Blasig
Wenn Schladens Samtgemeindebürgermeister An-dreas Memmert an die schrumpfende Bevölkerung denkt, dann weiß er: Wie bisher darf es in vielen Orten der Region nicht weiter gehen. Vor allem kleine Dörfer bis 500 Einwohner drohten sonst zu veröden, zitiert er einschlägige Studien. Zwangsläufig sei dieses Schicksal aber nicht: „Die riesige Chance im demografischen Wandel ist, dass Bürger wieder selbstbewusst ihre Zukunftsplanung in die Hand nehmen“, sagt Memmert.
Wie im Bioenergiedorf Beuchte müssten die Menschen auf besondere Stärken ihres Ortes, auf Schwerpunkte setzen, rät Memmert. So ergebe sich auch die Chance, alte Gebäude neu zu nutzen, Leerstand zu verhindern. „Warum hat niemand den Mut, eine leer stehende Scheune in ein Heuhotel umzufunktionieren?“, fragt er. Für Jugendliche und Reisende entlang des Pilgerweges Via Romea sei das attraktiv. Anderswo könne ein Hofladen die richtige Nutzung für ein leeres Haus sein.
Die Politik sieht Memmert in der Rolle des Dienstleisters. Beispiel Hornburg: Aus einem Leerstandskataster können Bürger dort entnehmen, welche der denkmalgeschützten Altstadt-Häuser ungenutzt sind. Bürger würden zudem darüber informiert, wie sich mit der Sanierung eines Gebäudes Steuern sparen ließen, sagt Memmert. Grundsätzlich müsse es immer das Ziel sein, die Zentren zu stärken. Falsch sei es daher, neue Baugebiete an der Peripherie auszuweisen.
Das Zentrum fest im Blick hat auch der Oberharzer Samtgemeinde-Chef Walter Lampe, wenn es etwa um das Wohnungsangebot in Zellerfeld geht. „Vorrangig ist generell das Wohnen in der Innenstadt“, sagt er angesichts des demografischen Wandels. Politik der Samtgemeinde sei es, den Kern um die St. Salvatoris-Kirche zu fördern.
Konkret bedeutet dies für Lampe, die Modernisierung von Wohnungen etwa mit Mitteln aus der Städtebauförderung zu unterstützen. Sowohl beim Komfort als auch bei der Energieeffizienz solle etwas geschehen, um das Leben im Zellerfelder Zentrum attraktiver zu machen.
Die Fachgeschäfte der Innenstadt profitierten ebenfalls davon, wenn viele Kunden in der Nähe lebten, sagt Lampe. Auch neue Angebote in der Gastronomie und im Einzelhandel könnten sich lohnen, was wiederum die Lebensqualität der Bürger erhöhe.
In Goslar soll ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept entstehen: „Wie kann die Stadt die negative Bevölkerungsentwicklung aktiv gestalten?“ lautet eine der Fragen, auf die Arbeitsgruppen Antworten finden sollen.
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