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aktive Sportler

Lothar Schiminsky beim Rückentraining im Sportstudio Vitawell. Trainerin Dorothea Ramke gibt Tipps. Foto: Schenk
Schwitzen für die Gesundheit
Von Ralf Blasig
Zwischen Hantelbank und Zirkelkreis, zwischen Fahrrädern und Sesselecke sitzt ein älterer Herr in rotem Shirt auf einer grauen Maschine. Immer wieder zieht er die Griffe an seine Brust, sechs der schwarzen Scheiben hat er als Gewicht ausgewählt. „Ich muss mich bewegen“, sagt der Mann, der sich als Lothar Schiminsky vorstellt, in einer kurzen Pause.
Seit fast acht Jahren kommt er regelmäßig her, um seinen Rücken zu kräftigen und seine Ausdauer zu steigern. Auffällig alt ist er an diesem Morgen mit seinen 71 Jahren nicht. Graue Haare dominieren auf der Trainingsfläche des Goslarer Vitawell-Studios gegenüber braun und blond.
Ja, die Älteren seien eine wichtige Zielgruppe, sagt auch Geschäftsführer Steffen Häßler. Mit seiner Ausstattung und seinen Angeboten gehöre das Vitawell zu den Studios, die sich gründlich auf Sportler im reiferen Alter eingestellt hätten.
Als Beispiel nennt Häßler die Gesundheitsförderung: „Die meisten älteren Leute haben bestimmte Krankheiten.“ Deshalb beschäftige er qualifizierte Trainer wie Physiotherapeuten und Diplom-Sportlehrer, die die Übungen altersgerecht zusammenstellten. Nach und nach steige so die Leistungsfähigkeit und damit die Lebensqualität. Gegen Leiden wie etwa Rückenschmerzen werde gezielt gearbeitet.
Auch mit Rezepten vom Arzt könnten Kunden ins Vitawell kommen, sagt Häßler. In meist
50 Übungseinheiten, in Kooperation mit einem Verein, werde dann der Diagnose entsprechend trainiert. „Den Rehabilitationssport nutzt eher die ältere Gruppe.“
Nur auf die wachsende Gruppe der Senioren konzentrieren will sich Häßler allerdings nicht. Entscheidend sei vielmehr die Mischung, denn auch die Älteren wollten nicht nur unter sich bleiben. Zwar seien sie zu den üblichen Arbeitszeiten der Berufstätigen besonders stark im Studio vertreten. Aus dem Blick verlieren dürfe man aber weder die jüngere noch die ältere Generation, sagt Häßler: „Mein Ziel ist es, unternehmerisch beide Gruppen zu bedienen.“
Das will auch Rolf Evers, der im Bad Harzburger Stadtteil Schlewecke ein Sportstudio betreibt. 38 Jahre jung sind seine Kunden im Durchschnitt, mit einem Anteil von rund einem Drittel haben sich die Sportler über 60 jedoch wie im Vitawell zu einem wichtigen Faktor entwickelt.
Mit Extra-Bereichen für Wirbelsäulengymnastik und Rückentraining habe er sich auf sein Publikum eingestellt, berichtet Evers. Auch Pilates sei beliebt bei den älteren Mitgliedern, die in erster Linie etwas für ihre Gesundheit tun wollten. Gutes Aussehen sei für sie dagegen weniger wichtig als für jüngere Sportler.
Künftig dürften die gesundheitsbewussten Senioren eine noch größere Rolle spielen, erwartet Evers. Der erste Schritt falle zwar oft schwer, doch inzwischen trauten sich viele ins Studio: „Der Trend geht da hin, dass immer mehr Ältere kommen.“
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