Alterung in Zahlen

In diesem Dossier zum demografischen Wandel:

Harz-Reise in die Zukunft

Von Ralf Blasig

Wer als Gast in den Harz kommt, der hat meist sehr genaue Vorstellungen, was er im Urlaub erleben will: historischen Bergbau, schneebedeckte Pisten oder unberührte Natur. Nur wenige nehmen wahr, dass sie zugleich in die Zukunft reisen. Denn: Was der Kreis Goslar in puncto Alterung schon hinter sich hat, steht vielen Regionen noch bevor.

Während niedersachsenweit erst ein Viertel der Bevölkerung 60 Jahre alt oder älter ist, liegt der Anteil rund um die Kaiserstadt schon bei fast einem Drittel. In den kommenden Jahren allerdings werden weite Teile des Landes stark altern und in etwa die Verhältnisse erreichen, wie sie heute zwischen Seesen, Vienenburg und dem Oberharz zu finden sind.

Es ist eine zweifelhafte Vorreiterrolle, die auch Landrat Stephan Manke seit langem beschäftigt. Aufhalten, das weiß der Verwaltungschef, kann er die Alterung nicht. Zu stark sei der deutschlandweite Trend, auf Kinder zugunsten des Berufs zu verzichten, sagt Manke. Gestalten lasse sich der Wandel aber sehr wohl – auch wenn die Aufgabe schwierig ist.

Aktuelle Zahlen des Niedersächsischen Instituts für Wirtschaftsforschung sprechen eine deutliche Sprache: Bis 2025 wird der Anteil der Älteren im Kreis Goslar demnach weiter kräftig steigen und mehr als 40 Prozent erreichen. Parallel dazu geht die Einwohnerzahl zurück. Besonders groß werden die Bevölkerungsverluste schon in den kommenden Jahren in St. Andreasberg und Braunlage sein, erwartet die Kreisverwaltung.