Verkehrsrichter wollen bleiben

Von Friedrich Metge

Verkehrsrichter wollen bleiben
Im Blickpunkt der Medienvertreter (von links): Generalbundesanwalt Harald Range, Verkehrsgerichtstagspräsident Kay Nehm, Bundespräsident Christian Wulff, Justizminister Bernd Busemann und Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk. Foto: Schenk

Die Sicherheitsvorkehrungen waren enorm. Wer an der Eröffnungsveranstaltung des 50. Deutschen Verkehrsgerichtstages in der Kaiserpfalz teilnehmen wollte, musste sich genauestens überprüfen lassen. Das galt vor allem für die Journalisten, deren Laptops und Kameras unter anderem von Sprengstoff-Suchhunden unter die Nase genommen wurden. Geschuldet war das der Teilnahme von Bundespräsident Christian Wulff an der Jubiläumsveranstaltung. Gefunden wurde nichts. Alles in allem, so ein erleichterter Polizeibeamter nach Schluss der Veranstaltung, habe alles bestens geklappt. Zwischenfälle habe es nicht gegeben.

Wulff war erst der zweite Bundespräsident, der beim Verkehrsgerichtstag gesprochen hat. Beim 20. VGT, war es Karl Carstens. Trotz mehrfacher Bemühungen, sagte VGT-Präsident Kay Nehm, habe es 30 Jahre gedauert, bis ein aus Niedersachsen stammender Bundespräsident der Einladung gefolgt sei.

Mit mehr als 1800 Teilnehmern stellte der 50. Verkehrsgerichtstag einen neuen Rekord auf - und brachte die Stadt, die ihn von Beginn an in ihren Mauern beherbergt, an ihre Kapazitätsgrenzen. So könnte es sein, sagte Nehm, dass der VGT eines Tages Opfer seines eigenen Erfolges werden könnte und, der Not gehorchend, Goslar verlassen müsste. Aber, beschwichtigte er, "niemand von uns verfolgt dieses Ziel". Denn fünf Jahrzehnte lang würden der Deutsche Verkehrsgerichtstag und Goslar in einem Atemzug genannt.

Welche Bedeutung die Stadt dem Kongress hinsichtlich der Anforderung an ein zeitgemäßes Tagungsumfeld und als Leuchtturm für vergleichbare Veranstaltungen in Goslar beimesse, so Nehm, habe Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk deutlich gemacht. Er müsse ja nicht gleich das Odeon zum Festspielhaus umbauen. Denn selbst maßvollere Verbesserungen kosteten Geld. Junk nahm in seiner Rede den Ball auf: "Es ist uns bewusst, dass wir künftig weiter verstärkt Anstrengungen unternehmen müssen, um den gestiegenen Anforderungen dieser Großveranstaltung gerecht zu werden." So liefen derzeit Planungen für mehrere Hotelprojekte, um das Angebot, speziell von hochklassigen Zimmern, zu erweitern.

Goslar und der Verkehrsgerichtstag, betonte er, gehörten zusammen wie München und das Oktoberfest oder die Richard-Wagner-Festspiele und Bayreuth. Goslar und der Verkehrsgerichtstag würden gemeinsam genannt, hätten sich also als Marke etabliert. Das sieht auch der Bundespräsident so. Diese traditionsreiche Stadt und ehrwürdige Kaiserpfalz böten einen würdigen Rahmen für eine solche Tagung. Der Verkehrsgerichtstag setze gewissermaßen die mittelalterliche Tradition Goslars als Ort der Reichstage, Synoden und Hoftage fort.